Die Verwaltung von Mietobjekten ist für viele Vermieter mit Aufwand, Papierkram und Unsicherheiten verbunden. In den letzten Jahren drängen immer mehr digitale Anbieter auf den Markt, die genau hier ansetzen wollen – mit automatisierten Prozessen, transparentem Reporting und zeitsparender Verwaltung. Doch gerade private oder kleinere Vermieter begegnen diesen PropTech-Plattformen oft mit Skepsis. Sind meine Daten sicher? Funktioniert das wirklich? Wer haftet bei Fehlern? Was passiert, wenn es das Proptech Startup in 5 Jahren nicht mehr gibt?
In diesem Beitrag klären wir, warum moderne Mietverwaltungen eine ernstzunehmende Alternative zur klassischen Verwaltung sein können, welche Anbieter es derzeit gibt – und welche Argumente für die Nutzung digitaler Lösungen sprechen.
Inhalt
- Was steckt hinter digitalen Mietverwaltungen?
- Vorbehalte von Vermietern – berechtigt oder unbegründet?
- Anbieter im Überblick: objego, smartmiete, getmomo und immocloud
- Sicherheit im PropTech-Sektor: Was passiert mit meinen Daten?
- Argumente, die für moderne Mietverwaltungen sprechen
- Fazit: Digital ist nicht gleich unsicher
Was steckt hinter digitalen Mietverwaltungen?
Digitale Mietverwaltungen – auch als „PropTechs“ (Property Technology) bezeichnet – sind Plattformen, die Prozesse rund um Miete, Nebenkosten, Kommunikation und teils auch Kaution vollständig online abbilden. Dabei setzen sie auf Automatisierung, Cloudlösungen und eine nutzerfreundliche Oberfläche für Vermieter und Mieter.
Typische Funktionen sind:
- Digitale Mietverträge und -abrechnungen
- Automatische Erinnerung an Zahlungsfristen
- Online-Zugriff auf Dokumente und Verträge
- Integration von Mietkautionslösungen
- Kommunikation mit Mietern über ein zentrales Portal
Hausverwaltung Software ist das Produkt, welches dabei entsteht. In diesem Bereich gibt es interessante Prozesse zwischen Banken, Verwaltung und Zahlungsverkehr. Nicht umsonst ist das altbekannte Excel-Dokument bei Vermietern sehr beliebt. Die Startups im Proptech Bereich ersetzen im Grunde genommen die bisherige Excel-Dokumente und bilden dies in der Cloud ab. Cloud – Computer anderer Menschen – welche Daten möchte man darauf speichern?
Vorbehalte von Vermietern – berechtigt oder unbegründet?
Viele Vermieter zögern, ihre Prozesse aus der Hand zu geben – aus nachvollziehbaren Gründen. Typische Bedenken sind:
- Daten- und Ausfallsicherheit: Was passiert bei einem Serverausfall oder Hackerangriff?
- Verlust der Kontrolle: Wird man als Vermieter zu abhängig von der Plattform?
- Rechtliche Unsicherheiten: Sind digitale Mietverträge überhaupt rechtssicher?
- Komplexität und Umstellung: Ist der Aufwand für den Umstieg nicht größer als der Nutzen?
Diese Bedenken sind ernst zu nehmen – doch sie lassen sich entkräften, wenn man sich die Lösungen im Detail anschaut.
Anbieter im Überblick: objego, smartmiete, getmomo und immocloud
Im Folgenden stellen wir drei bekannte PropTech-Anbieter vor, die sich auf die digitale Mietverwaltung spezialisiert haben:
1. objego
Objego gibt es bereits seit 2020, das Startup kooperiert mit der Aareal Bank, welches ebenfalls in das Startup investiert hat.
- Zielgruppe: Private Kleinvermieter und semiprofessionelle Immobilienbesitzer
- Funktionen: Die digitale Erstellung der Betriebskostenabrechnung für die Mieter, Die Generierung der Daten zur Anlage V für die Steuererklärung des Vermieters, Die Automatisierte Mietenbuchhaltung mittels Anbindung der eigenen Konten über eine verschlüsselte Bankanbindung, Digitales Dokumentenmanagement
- Besonderheit: Kooperation mit der Aareal Bank
- Sicherheit: Alle Daten werden von objego in einem ISO 27001 zertifizierten Rechenzentrum in den Niederlanden gespeichert, Bankdaten sind über einer sicheren Schnittstelle mit dem zertifizierten Partner finAPI geschützt. Die Datenübertragung ist PSD2-konform
- Preis: Kostenlose Basisversion, Premiumfunktionen gegen Gebühr
🟢 Pro: Intuitive Bedienung, vertrauenswürdiger Partner (Aareal Bank)
🔴 Contra: Eingeschränkte Funktionen in der Gratisversion
2. smartmiete
- Zielgruppe: Moderne Vermieter, die eine einfache Lösung für Mietzahlungen und Kautionen suchen
- Funktionen: Digitaler Mietvertrag, digitale Nebenkostenabrechnung, Anlage V vorberiten, Digitale Kautionsabwicklung in Kooperation mit der Instabank, digitales Wohnungsübergabeprotokoll
- Besonderheit: Kautionen werden auf Treuhandkonten verwahrt, Fokus auf rechtssichere Prozesse
- Sicherheit: Die Daten werden in einem Rechenzentrum in Deutschland (Frankfurt) gespeichert, Mieteridentifizierung mit NECT
- Preis: Kostenlose Mietkautionskonten, Gebührenmodell abhängig von genutzten Services
🟢 Pro: Spezialisierung auf Miete und Kaution in Kooperation mit der Instabank, sehr hoher Automatisierungsgrad
🔴 Contra: Erst seit 2021 am Markt
3. getmomo
- Zielgruppe: Vermieter, die Wert auf ein digitales Mietverhältnis legen
- Funktionen: Mietkonten, WEG-Kredite, Mietkautionskonten
- Besonderheit: Lösung für moderne Mietverhältnisse inkl. Mietbürgschaft, Kooperation mit der vvrb Volksbank, Hamburg commercial Bank, Ten31 Bank und SWK Bank
- Sicherheit: Hosting in Deutschland
- Preis: Kostenfrei für Vermieter, Mieter tragen je nach Modell einen Teil der Kosten
🟢 Pro: Getmomo ist eine Zahlungsplattform, die den gesamten Mietzyklus abdeckt, von der Mieterauswahl bis zur Sicherstellung pünktlicher Mietzahlungen
🔴 Contra: Noch relativ jung auf dem Markt – wenig Erfahrungsberichte
4. Immocloud
- Zielgruppe: Vermieter und Hausverwaltungen, die eine digitale Verwaltungssoftware suchen
- Funktionen: Digitales Dokumentenmanagement, Mietverwaltung, digitale Nebenkostenabrechnung, Kommunikation mit Mietern, automatisierte Mahnungen, Überblick über Mieteingänge, Verwaltung der Ausgaben und einfache Erstellung der Nebenkostenabrechnungen, Unterstützung bei der Anlage V der Einkommenssteuererklärung
- Besonderheit: Cloudbasierte Lösung mit Fokus auf Skalierbarkeit und Anpassungsfähigkeit, Schnittstellen zu weiteren Softwaretools (z. B. Buchhaltung)
- Sicherheit: Hosting in deutschen Rechenzentren
- Preis: Abonnementmodell mit verschiedenen Paketen je nach Funktionsumfang
🟢 Pro: Umfangreiche Funktionen für professionelles Management, modular erweiterbar
🔴 Contra: Für kleinere Vermieter mit wenigen Einheiten eventuell etwas umfangreich und teuer
Sicherheit im PropTech-Sektor: Was passiert mit meinen Daten?

Gerade beim Umgang mit sensiblen Daten wie Kontodaten, Kautionen oder Vertragsdetails ist Sicherheit entscheidend. Die gute Nachricht: Seriöse Anbieter setzen auf moderne Sicherheitsstandards wie:
- DSGVO-Konformität
- Serverstandort Deutschland oder EU
- Zwei-Faktor-Authentifizierung
- Verschlüsselung auf Bankniveau
- Regelmäßige Audits und Penetrationstests
Wer sich für einen Anbieter entscheidet, sollte auf transparente Datenschutzerklärungen und die Nennung von Partnerbanken achten. Im Proptech Bereich spielt das Vertrauen eine große Rolle. Ident-Verfahren in der Einrichtung sind mittlerweile durchgehend online.
Mit welcher Bank zusammen gearbeitet wird ist für Vermieter häufig ein Entscheidungskriterium. Durch eine europaweite Bankenstruktur können Assets ebenfalls im europäischen Ausland genutzt werden.
Argumente, die für moderne Mietverwaltungen sprechen
Auch wenn die Skepsis verständlich ist – es gibt gute Gründe, sich mit digitalen Lösungen auseinanderzusetzen:
✅ Zeitersparnis: Nebenkostenabrechnungen, Kommunikation und Mieterwechsel werden einfacher
✅ Transparenz: Alle Vorgänge sind dokumentiert, Belege und Verträge jederzeit einsehbar
✅ Rechtssicherheit: Digitale Prozesse sind inzwischen gesetzlich anerkannt (z. B. elektronische Signaturen)
✅ Zugriff von überall: Auch im Urlaub oder auf Geschäftsreise kann der Vermieter agieren
✅ Modernes Image: Eine digitale Verwaltung kommt auch bei Mietern gut an
Fazit: Digital ist nicht gleich unsicher
Natürlich sollte man als Vermieter nicht jedem neuen Trend unreflektiert hinterherlaufen. Aber digitale Mietverwaltungen bieten mittlerweile ein hohes Maß an Professionalität, Sicherheit und Effizienz – und können gerade für kleinere Vermieter den Alltag erheblich erleichtern.
Wer sich intensiv mit den Funktionen und Sicherheitsstandards beschäftigt, wird feststellen: Der Schritt in die digitale Verwaltung ist oft weniger riskant – und deutlich lohnender – als gedacht.
