Nachhaltigkeit – was ist das eigentlich? Laut Duden bedeutet Nachhaltigkeit eine über längere Zeit anhaltende Wirkung und ist erst einmal von Umwelt-Themen, ethischen Grundsätzen und sozialer Verantwortung entkoppelt. Allerdings kommt der Begriff aus der Forstwirtschaft, bei welcher nicht mehr Bäume dem Wald entnommen werden als soviel wie über einen gewissen Zeitraum nachwachsen können. Betrachtet man die Zyklen der Forstwirtschaft, dann wird hier in 100 Jahren und mehr gedacht.

Eines der dringendsten Themen unserer Zeit ist die Umwelt. In den 90er Jahren wurde die Partei die Grünen gegründet, welche schon damals einen Fokus auf das Erhalten und Schützen unserer Erde hatten. Viele Menschen erkennen die Herausforderungen des Klimawandels und das nicht erst seit dem Erkennen von Peak Oil. Fridays for Future ist eine Bewegung, die wachrüttelt und das Thema Umweltschutz und Nachhaltigkeit auf die Agenda aller Politiker weltweit setzt, auch als Green New Deal bekannt. Und es zeigt Wirkung: 2020 hat Blackrock, ein Schwergewicht im internationalen Investmentgeschäft angekündigt das Thema Nachhaltigkeit als Investmentstandard zu definieren. Einige bezeichneten dies als einen Paukenschlag, andere als längst überfällig, da andere Investoren wie bspw. BNP Paribas AM oder DNB Asset Management dies bereits vorab angekündigt und entsprechende Fonds aufgesetzt haben. Doch wie funktioniert das eigentlich und was kann man darunter verstehen?

Nachhaltig investieren – viele Abkürzungen im Finanzbereich

Eine Investition ist das Einbringen von Kapital, Zeit und Energie um zu einem späteren Zeitpunkt einen Mehrwert daraus zu erhalten. Übertragen auf das nachhaltige Investieren in Firmen bedeutet dies, Firmen mit Kapital zu unterstützen oder Unternehmensanteile zu kaufen, welche einen positiven Einfluss auf unsere Umwelt und Gesellschaft haben ohne die Welt „auszurauben“ oder in Mitleidenschaft zu ziehen. Und wenn man bei dem Bild der Försters bleibt: nicht mehr zu entnehmen als gleichzeitig eingebracht wird um in der Zukunft ebenfalls daraus zu schöpfen.

Der Finanzbereich hat dies in Begriffe zusammen gefasst: ESG steht für Environmental Social Governance, bzw. in das Deutsche übertragen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung. CSR steht für Corporate Social Responsibility also die soziale Verantwortung des Unternehmens und zuletzt der Social Return on Investment (SROI) bezeichnet die soziale Rendite der Investition bzw. den gesellschaftlicher Mehrwert.

Teilweise scheint dies schwer messbar zu sein, jedoch kann man bestimmte Unternehmen und deren Auswirkungen bspw. an den CO2-Emissionen messen, an der Verwendungen von erneuerbarer Energien wie Solarenergie, Wasserkraft und Windenergie sowie bzgl. dem Umweltmanagement und somit der Einhaltung von Umweltrichtlinien. Es gibt Firmen wie MSCI, welche einen ESG Research betreiben und somit Firmen und Investments auf die Bereiche Umwelt, Soziales und Unternehmensführung untersuchen und bewerten.

Die Vereinten Nationen haben 17 Nachhaltigkeits­ziele (SDG – Sustainable Development Goals) definiert, welche ebenfalls von Investoren als Kriterium herangezogen werden:

SDG Ziele

Ziele der Vereinten Nationen. Quelle: dgvn.de

Diese Kriterien kann man als Anleger anschließend nutzen um ein nachhaltiges Investment auszuwählen und zu bewerten.

Wie kann man die Mietkaution nachhaltig investieren?

Die Mietkaution gebietet zwar laut Gesetzestext in §551 dem Vermieter das Geld auf einem Sparprodukt mit 3-monatiger Kündigungsfirst zu hinterlegen, allerdings heißt es hier ebenfalls: Die Vertragsparteien können eine andere Anlageform vereinbaren. Nun gibt es somit grundsätzlich zwei Optionen: Der Vermieter findet eine Spareinlage, welche nachhaltig ist – oder aber der Mieter findet diese und verpfändet die Kaution an den Vermieter. Letztere Option ist wesentlich einfacher, aufgrund der Flexibilität.

Noch 2009 hatte die Stiftung Warentest das Sparkonto der Umweltbank empfohlen, welche die Anlage in ökologischer Weise nutzt. Sukzessive wurde dieses Angebote jedoch leider zunächst auf Bestandskunden beschränkt und wird nun leider nicht mehr angeboten.

Ein ähnliches Muster sieht man bei der GLS Bank, eine Genossenschaftsbank mit sozial-ökologischen Ansätzen. Hier wird noch ein Mietkautionskonto für Bestandskunden angeboten, bei der Einrichtung der Kontos kann man wählen in welchem Bereich das hinterlegte Geld eingesetzt werden soll. Als Kontoinhaber erhält man aktuell laut Mietkautionskonto Vergleich noch 0% Zinsen. Als ein gutes Investment bezeichnen viele Mieter und Vermieter dies nicht, wenn man dies mit klassischen Investitionsansätzen vergleicht – ökologisch und nachhaltig kann dies womöglich trotzdem sein.

Die niedrigen Zinsen resultieren aus der Nullzins- und Negativzinspolitik der Europäischen Zentralbank EZB – die Banken geben dies lediglich in Form von Verwahrentgelte an die Endkunden weiter um keine Verlustgeschäft zu betreiben, auch wenn man konstatieren muss dass die Banken durch TLTRO gut dastehen.

Kautionskonto einer nachhaltigen Bank

Aktuell (2021) gibt es noch zwei einfache Möglichkeiten um die Kaution mit Zinsen oder Rendite anzulegen: Die DKB Bank mit dem Mietkautionskonto für Mieter oder Vermieter und das Mietkautionsdepot, bspw. von Growney.

Die DKB Bank wirbt damit nachhaltig zu wirtschaften und bietet gleichzeitig Produkte an, welche sich für die Mietkaution eignen. So ist es möglich als Mieter ein Mietkautionskonto anzulegen, als Vermieter wird ein Vermieterpaket angeboten, welches es Vermietern einfacher macht mehrere Mieter innerhalb eines Kontos zu führen und hierbei ebenfalls die Kaution rechtssicher zu hinterlegen. Aktuell erhält man als Mieter noch 0,01% Zinsen auf das Kautionskonto bei der DKB Bank. Somit ist das Angebot der DKB eines der einfachsten Möglichkeiten nachhaltig zu investieren, auch wenn die Zinsen nicht üppig sind.

Mietkautionsdepot mit nachhaltigen Fonds

Möchte man als Mieter eine höhere Rendite erzielen und gleichzeitig nachhaltig investieren gibt es noch die zweite Option in Form eines Kautionsdepots. Hierbei gibt es wiederum zwei Ansätze: Entweder wählt man ein Mietkautionsdepot aus und sucht sich als Mieter selber Fonds heraus, die bspw. den ESG oder SDG Kriterien bewertet wurden. Eine gute Übersicht über SDG Fonds dazu bietet die Firma SDG Investments – Kautionsdepots gibt es hier im Vergleich:

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Alternativ gibt es die Möglichkeit eine Vorauswahl an ESG Fonds mit dem Mietkautionsdepot von Growney zu wählen. Diese Form der Mietkaution kann vermutlich als eine der einfachsten Arten der nachhaltigen Investition mit Rendite in Kombination mit der Mietkaution beschrieben werden. Growney bietet hierzu 5 verschiedene Investitionsansätze an (growgreen20, growgreen30, growgreen50, growgreen70 sowie growgreen100), die je nach Risikoklasse in Anleihen und Aktien Ihre Umsetzung finden. Bei diesen Anlagestrategien werden Rendite von 1,87% p.a. bis 6,84% p.a. erwartet. Als Mieter verbindet man somit zwei Ziele: Die Kaution hinterlegen und gleichzeitig nachhaltig zu investieren.

Wie funktionieren die Investitionsansätze bei Growney?

Je nach Risikoklasse wird in ETF-Fonds in unterschiedlicher Gewichtung das Geld angelegt. In den Strategien sind 2021 folgende Aktien ETF-Fonds enthalten:

  • iShares MSCI USA SRI ETF, IE00BZ173T46
  • iShares MSCI EM SRI ETF, IE00BGDQ0T50
  • iShares MSCI Europe SRI ETF, IE00BGDPWW94
  • UBS(Lux)Fund Solutions – MSCI Pacific Socially Responsible ETFA, LU0629460832
  • UBS(Lux)Fund Solutions – MSCI EMU Socially Responsible ETFA, LU0629460675.

Bei den Anleihen kommen diese Fonds zum Einsatz:

  • UBS(Lux)Fund Solutions – Bloomberg Barclays MSCI Euro Area Liquid Corp Sust UCITSETFA,  LU1484799769
  • Invesco Euro Government Bond 1-3 Year ETF,  IE00BGJWWY63
  • Xtrackers II Eurozone Government Bond 1-3 ETF 1D, LU0614173549

Haftungsausschluss
Der Handel mit Wertpapieren kann zu Verlusten, bis hin zum Totalverlust, führen. mietkautionskonto.info gibt keine Kaufempfehlung ab.

Diese Fonds wiederum bündeln Aktien von Unternehmen, welche die ESG Kriterien erfüllen, bzw. Firmen die fossile Brennstoffe fördern werden dabei ausgeschlossen. Bei growney gibt es noch einen weiteren Grundsatz der mit einfließt: Keine Rohstoffe und kein Gold, da durch die Gewinnung von Rohstoffen die Umwelt häufig nachteilig behandelt wird und die Arbeitsbedingungen schlecht sind.

Aktuell kann man bei Growney lediglich als Mieter die Kaution hinterlegen und das Depot anschließend an den Vermieter verpfänden. Hierbei muss der Vermieter natürlich mit dieser Anlageform einverstanden sein. Als Vermieter hat man die Möglichkeit ein Kautionskonto zu eröffnen.

Fazit: Ein Investieren in nachhaltige Investments mit der Mietkaution ist möglich. Man kann als Mieter hierbei ebenfalls eine Rendite erzielen, wenn ein Kautionsdepot gewählt wird, dieses erfordert jedoch etwas mehr Aufwand. Eine einfache und komfortable Lösung bietet das Kautionskonto bei einer Bank die nachhaltig wirtschaftet und investiert.