Bei einer Mietkautionsbürgschaft — auch Kautionsschutzbrief oder Mietkautionsversicherung genannt — verbürgt sich eine Versicherung gegenüber dem Vermieter für die vereinbarte Kautionssumme (maximal drei Nettokaltmieten, § 551 BGB). Statt die volle Summe zu hinterlegen, zahlt der Mieter einen jährlichen Beitrag und übergibt dem Vermieter die Bürgschaftsurkunde.
Ihre Eingaben werden ausschließlich lokal in Ihrem Browser berechnet und nicht an einen Server übertragen oder gespeichert.
Rechtliche Hinweise: Der Vergleich bietet keinen kompletten Marktüberblick. Hauptrankingfaktor ist das Gesamtergebnis, welches anhand der Filtereinstellungen und den jeweiligen Produktkonditionen berechnet wird. Die Listung beginnt mit den größten Erträgen und endet mit den höchsten Kosten. Bei ertrags-/kostengleichen Produkten wird zusätzlich die Abschlussquote berücksichtigt. D. h. Produkte, die im Verhältnis zu den Aufrufen hier öfter gewählt werden, sind höher platziert.
Wofür ist eine Mietkautionsbürgschaft sinnvoll?
Das Produkt eignet sich besonders als Überbrückung, etwa wenn eine vorherige Kaution noch nicht zurückgezahlt wurde, oder wenn das verfügbare Kapital lieber für Umzug und Einrichtung genutzt werden soll. Wer die Kautionssumme langfristig als Kapitalanlage nutzen möchte, fährt mit einem Mietkautionsdepot oder klassischen Mietkautionskonto in der Regel besser, da die laufenden Beiträge einer Bürgschaft über mehrere Jahre die Kosten eines gebundenen Kapitals übersteigen können.
Ob sich eine Bürgschaft, ein Ratenkredit oder das eigene Ansparen der Kaution rechnerisch mehr lohnt, hängt von Beitragssatz, Kreditzins und geplanter Mietdauer ab — der Rechner: Kredit vs. Bürgschaft vs. eigene Ersparnisse vergleicht alle drei Wege direkt anhand konkreter Zahlen.
Unterschied zu anderen Kautionsarten
Anders als beim klassischen Kautionssparbuch bindet die Bürgschaft kein Kapital — der Mieter behält den Großteil seiner Liquidität und zahlt stattdessen 3–6 % der Kautionssumme pro Jahr an den Versicherer, der im Sicherungsfall gegenüber dem Vermieter eintritt.
Die Versicherer hinter den Marken
Hinter den meisten Kautionsschutzbriefen stehen etablierte Versicherungsgesellschaften: Allianz, AXA, R+V, Basler und Württembergische zählen zu den größten Anbietern am deutschen Markt. Digitale Marken wie heysafe treten dabei eigenständig am Markt auf, sind im Hintergrund aber ebenfalls über einen dieser Versicherungskonzerne (bei heysafe: AXA) abgesichert.
Weitere geprüfte Anbieter laut Stiftung Warentest
Der Finanztest-Vergleich 10/2021 (Stand 26. August 2021) listet neben den oben genannten Versicherern zusätzlich Société Générale als Anbieter einer Mietkautionsversicherung. Vertrieben wird das Produkt digital über INZMO, ab 3,9 % der Kautionssumme — Société Générale tritt dabei als Risikoträger im Hintergrund auf, ähnlich wie die AXA bei heysafe.
Auch einige Banken bieten eine Bankbürgschaft — teils unter dem Namen „Mietaval" — als Alternative zur klassischen Kaution an. Bei unserer Prüfung der Institutswebsites im August 2026 wiesen die BBBank (R+V-Kautionsversicherung), die Nassauische Sparkasse (SV Mietkaution Privat) und die PSD Bank Rhein-Ruhr (R+V-MietkautionsBürgschaft) ein solches Produkt aus. Konditionen und Verfügbarkeit vorab direkt beim jeweiligen Institut erfragen. Mehrere früher gelistete Anbieter sind inzwischen weggefallen: Die DKB hat ihr Kautionsgeschäft eingestellt (siehe DKB-Alternativen), die SWK Bank vergibt keine neuen Mietkautionsbürgschaften mehr, die Santander Consumer Bank hat ihr Angebot ebenfalls eingestellt und die Degussa Bank existiert seit der Verschmelzung auf die Oldenburgische Landesbank 2024 nicht mehr als eigenständiges Institut.
Private Bürgschaft als Alternative zur Versicherung
Nicht jede Bürgschaft muss über eine Versicherung laufen: Bürgt stattdessen eine Privatperson — typischerweise Eltern bei Studierenden oder Berufseinsteigern — spricht man von einer privaten Bürgschaft bzw. Elternbürgschaft. Dafür reicht eine schriftliche Bürgschaftserklärung, keine laufende Versicherungsprämie.
Mietbürgschaft-Vorlage kostenlos erstellen: Formular online ausfüllen, als PDF herunterladen und unterschreiben — ohne Registrierung, alle Eingaben bleiben im Browser.
Für Mietende mit einem negativen SCHUFA-Eintrag ist das oft die entscheidende Frage — und die Antwort lautet zuerst: Eine Bürgschaft ganz ohne Bonitätsprüfung gibt es nicht. Jeder Anbieter prüft, bevor er für eine fremde Kaution einsteht. Unterschiedlich ist nur, bei welcher Auskunftei er nachfragt.
Genau darin liegt die praktische Chance: Die SCHUFA und die Auskunftei Infoscore speisen sich aus unterschiedlichen Datenquellen. Ein Eintrag, der bei der SCHUFA vermerkt ist, muss bei Infoscore nicht vorliegen. Wer bei einem SCHUFA-prüfenden Anbieter abgelehnt wurde, kann es deshalb bei einem Infoscore-Anbieter erneut versuchen — die Ablehnung ist kein Urteil über alle Anbieter.
Prüfstelle
Anbieter
Für wen relevant
Infoscore
Basler (Baloise), Kautionsfrei, Kautel
Erste Wahl bei negativem SCHUFA-Eintrag
SCHUFA
Allianz, Deutsche Kautionskasse, Württembergische, INZMO
Unproblematisch bei sauberer SCHUFA
Bei den übrigen Anbietern ist die Auskunftei nicht öffentlich ausgewiesen — hier lohnt die direkte Nachfrage vor dem Antrag. Zwei Hinweise noch: Eine Bürgschaft ist teurer als eine hinterlegte Barkaution, weil der Beitrag jedes Jahr neu anfällt und nicht zurückkommt; sie löst also ein Liquiditätsproblem, kein Kostenproblem. Und wer seinen eigenen Eintrag nicht kennt, sollte ihn vorab prüfen: Die SCHUFA-Datenkopie nach Art. 15 DSGVO ist einmal jährlich kostenlos und deckt erfahrungsgemäß nicht selten veraltete oder falsche Einträge auf, die sich löschen lassen.
Der Antrag läuft bei den meisten Anbietern komplett online: Formular ausfüllen, Bonitätsprüfung abwarten, Bürgschaftsurkunde erhalten — meist innerhalb von 1–2 Werktagen per Post oder E-Mail.
Worauf sollte man beim Vergleich achten?
Neben dem jährlichen Beitragssatz lohnt sich ein Blick auf: Zahlt der Versicherer „auf erstes Anfordern" oder prüft er den Schadensfall vorher? Welche Zusatzleistungen sind enthalten? Läuft die Bonitätsprüfung über SCHUFA oder Infoscore?
Was kostet eine Mietkautionsbürgschaft?
Die Kosten berechnen sich prozentual aus der Kautionssumme, meist mit einem Mindestbeitrag (z. B. 4,7 % der Summe, mindestens 50 € pro Jahr). Bei 2.400 € Kaution und 4,7 % ergeben sich rund 113 € im Jahr. Die exakte Berechnung für Ihre Kautionssumme liefert der Rechner oben.
Wie kündigt man eine Mietkautionsbürgschaft?
Formlos schriftlich beim Versicherer, meist monatlich kündbar. Die Bürgschaftsurkunde muss dafür an den Anbieter zurückgegeben werden, sobald der Vermieter sie freigegeben hat.
Ist eine Mietkautionsbürgschaft eine Geldanlage?
Nein. Es handelt sich um eine Versicherungslösung, keine Kapitalanlage. Stiftung Warentest empfiehlt sie in erster Linie als Überbrückungslösung bei angespannter Liquidität — nicht als dauerhafte Alternative zum Sparen.
Vermeiden Sie Fehler bei Anlage, Verwaltung und Rückzahlung der Mietkaution. Kompakte Tipps, gesetzliche Updates und klare Handlungsempfehlungen für Mieter & Vermieter.
✔ Für Mieter und Vermieter · ✔ Jederzeit abmeldbar · ✔ 100 % kostenlos