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Mietkaution Zinsen: Was Mieter wirklich bekommen

Die Mietkaution muss laut § 551 Abs. 3 BGB verzinst angelegt werden — die Zinsen stehen dabei immer dem Mieter zu, unabhängig davon, wer das Konto eröffnet hat. Berechnen Sie in Sekunden, wie viel Ihnen wirklich zusteht.

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Warum sich die Prüfung lohnt

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Beide Berechnungsarten wählbar — je nachdem, was Ihr Kautionskonto vorsieht.

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Wie muss der Vermieter die Kaution anlegen?

§ 551 Abs. 3 BGB schreibt vor, dass die Kaution „zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz" angelegt werden muss — getrennt vom übrigen Vermögen des Vermieters. Mieter und Vermieter können einvernehmlich auch andere Anlageformen vereinbaren, etwa ein Mietkautionsdepot. Unabhängig von der gewählten Form gilt: Die Erträge stehen dem Mieter zu.

Wie hoch sind die Zinsen aktuell wirklich?

Die Realität ist ernüchternd: Aktuell (Stand 2026) liegen die Zinssätze auf klassischen Mietkautionskonten meist zwischen 0 % und rund 0,1 % pro Jahr — bei einzelnen Anbietern auch etwas höher. Das liegt spürbar unter der Inflationsrate, wodurch die reale Kaufkraft der hinterlegten Summe über die Mietdauer sinkt.

Rechenbeispiel: Bei 950 € Kaltmiete und einer Kaution von 2.850 € (3 Monatsmieten) kommen über 10 Jahre bei den aktuell niedrigen Sätzen nur wenige hundert Euro Zinsertrag zusammen — deutlich weniger, als die Inflation in derselben Zeit an Kaufkraft kostet.

Einen ersten Überblick über die Optionen liefert der Mietkautionsrechner, der Sparkonto, Bürgschaft und Depot für die eigene Kautionssumme vergleicht.

Zinsen selbst berechnen: Formel und Beispiel

Die Verzinsung der Mietkaution lässt sich mit einer einfachen Formel selbst nachrechnen:

Zinsen = Kautionssumme × Zinssatz × (Anzahl Monate ÷ 12)

Rechenbeispiel: Bei einer Kaution von 2.850 € und einem Zinssatz von 0,1 % p. a. über eine Mietdauer von 4 Jahren (48 Monate) ergibt sich: 2.850 € × 0,001 × (48 ÷ 12) = 11,40 € Zinsen insgesamt. Bei den teils üblichen 0,01 % p. a. wären es im selben Zeitraum nur 1,14 €.

Für die genaue, tagesgenaue Berechnung über mehrere Zinsperioden mit wechselnden Sätzen — etwa bei langjährigen Mietverhältnissen mit historisch schwankender Verzinsung — empfiehlt sich der Rechner oben, der die Bundesbank-Sätze automatisch berücksichtigt.

Historische Entwicklung der Zinsen

Die Verzinsung von Mietkautionskonten folgt grob dem allgemeinen Zinsniveau am Sparmarkt:

Zinssatz für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist (Bundesbank-Referenzzins, 1967–2025)
Verlauf des Zinssatzes für die Mietkaution seit 1967Liniendiagramm des Bundesbank-Referenzzinssatzes von 5.51 % im Höchststand 1974 über ein Rekordtief von 0.09 % (2021) bis zu aktuell 0.69 % (2025).0 %1 %2 %3 %4 %5 %6 %19671975198519952005201520255.51 % (1974)0.09 % (2021)0.69 % (2025)

Quelle: Deutsche Bundesbank, Zinssätze für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Vollständige Jahrestabelle: Mietkaution Zinssatz Tabelle

Diese Entwicklung ist ein zentraler Grund, warum viele Mieter und Vermieter mittlerweile Alternativen wie das Mietkautionsdepot oder eine Mietkautionsbürgschaft prüfen.


Versteuerung der Zinsen

Die Zinserträge aus der Mietkaution gelten als Kapitalerträge und sind grundsätzlich steuerpflichtig — und zwar immer beim Mieter, da ihm die Zinsen wirtschaftlich zustehen, auch wenn das Konto formal auf den Namen des Vermieters läuft.

Banken führen die Abgeltungsteuer in Höhe von 25 % zzgl. Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer automatisch ab (effektiv rund 26,4 % inkl. Soli). Wer einen Freistellungsauftrag einrichtet und unter dem Sparerpauschbetrag bleibt, kann den Steuerabzug vermeiden. Mehr dazu: Freistellungsauftrag für Zinsen auf die Mietkaution.

Häufige Fragen

Wer bekommt die Zinsen auf die Mietkaution?

Immer der Mieter — unabhängig davon, ob das Konto auf seinen oder den Namen des Vermieters läuft.

Muss ich die Zinsen versteuern?

Ja, grundsätzlich als Kapitalertrag. Mit Freistellungsauftrag und innerhalb des Sparerpauschbetrags fällt in der Praxis oft keine Steuer an.

Warum sind die Zinsen auf Mietkautionskonten so niedrig?

Mietkautionskonten folgen dem allgemeinen Zinsniveau für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist — und das liegt seit Jahren strukturell niedrig.

Gibt es Alternativen mit höherer Rendite?

Ja: Ein Mietkautionsdepot investiert in Fondsanteile und bietet bei längerer Mietdauer höhere Renditechancen, allerdings mit Marktrisiko.

Ich habe meine Kaution ohne Zinsen zurückbekommen — was kann ich tun?

Zunächst beim Vermieter schriftlich nachfragen und um eine Zinsaufstellung bitten — häufig wurde die Verzinsung schlicht vergessen. Der gesetzliche Anspruch verjährt erst nach drei Jahren (§ 195 BGB), sodass sich eine Nachforderung auch rückwirkend noch lohnt.

Quellen

Bereit, Ihren Zinsertrag zu kennen?

Für PDF-Export und die vollständige Vermieter-Abrechnung mit Schadensabzügen steht der ausführliche Zinsrechner bereit.

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