Um im Nachhinein die Zinsen für die Mietkaution zu berechnen, ist der Zinsrechner geeignet. Man gibt in dem Rechner die initial angelegte Kautionssumme an, sowie den Beginn des Mietverhältnisses und das Ende in Form eines Datums.
Inhalt
Für Mietverträge ab dem 01.01.1983 muss die Kaution verzinst angelegt werden. Anschließend können Sie die Zinsen anhand der historischen Durchschnittszinsen für den Spareckzins berechnen.
Bitte beachten Sie, dass die Zinsen je nach Anlage variieren können und insbesondere in den letzten Jahren stark abgenommen hat. Hat der Vermieter die Kaution angelegt, so ist dieser berechtigt die Abgeltungssteuer von den Zinsen abzuziehen – dies wird bei der Berechnung bei Bedarf berücksichtigt.
Zinsrechner: Historische Zinsen für die Mietkaution berechnen

Die Rendite bei der Mietkaution spielt bei immer höheren Mietpreisen eine relevante Rolle. So werden bei 3 Monatskaltmieten beschauliche Summen an Geld angelegt, welche auf eine lange Laufzeit hinterlegt werden. Insbesondere bei längeren Laufzeiten macht daher ein Vergleich der Rendite und Zinsen Sinn.
Hat man bspw. eine Kaltmiete von 950€ im Mietvertrag vereinbart, und man rechnet mit 3 Monatskaltmieten, so kommen als Kautionssumme 2850€ zusammen. Berechnet man nun auf Basis der Durchschnittszinsen die letzten 10 Jahre mit dieser Summe, so kommt man auf rund 195€ Zinsen, bzw. eine Auszahlungssumme der Mietkaution von 3045€.
In den letzten Jahren lag das Zinsniveau aufgrund der Zinspolitik der EZB historisch sehr tief, wohnt man jedoch bereits länger in einer Mietimmobilie, so kann der Zinseszinseffekt für die Mietdauer eine beachtliche Summe erbracht haben.
Verzinsung der Kaution

Zinsentwicklung Durchschnittlicher Spareckzins 1967- 2025
Die Verzinsung der Kautionssumme ist der wesentliche Unterschied zwischen den jeweiligen Anlageformen. Der Zinssatz ergibt sich durch die Anlageform und der Gesellschaft, welche eine Anlagemöglichkeit bietet. Hierbei kann der Zinssatz variieren, kann jedoch auch stetig und fest sein.
Eine Übersicht der verschiedenen Zinssätze bei Sparkonten findet man hier. Mit Abstand die höchsten Zinsen und Rendite erhält man auf ein Mietkautionsdepot. Besonders ist die Anlage der Kautionssumme in Gold.
Wie muss der Vermieter die Kaution anlegen und wer erhält die Mietkaution Zinsen?
Die Zinsen von Mietkautionskonten orientieren sich an den Zinsen der EZB, da die Banken diese als Referenz erhalten um Zinsen an Endkunden weiterzugeben und die eigenen Produkte zu gestalten. So sind Vermieter bspw. laut Mietrecht §551 BGB dazu verpflichtet die Kaution auf ein Produkt anzulegen, welches Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist ermöglicht:
Der Vermieter hat eine ihm als Sicherheit überlassene Geldsumme bei einem Kreditinstitut zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz anzulegen. Die Vertragsparteien können eine andere Anlageform vereinbaren. In beiden Fällen muss die Anlage vom Vermögen des Vermieters getrennt erfolgen und stehen die Erträge dem Mieter zu. Sie erhöhen die Sicherheit. Bei Wohnraum in einem Studenten- oder Jugendwohnheim besteht für den Vermieter keine Pflicht, die Sicherheitsleistung zu verzinsen.
In der Tabelle erkennt man Niedrigzinsphasen und die Entwicklung des Zinsen in den letzten Jahren. Eine Möglichkeit immer noch eine höhere Rendite auf die Mietkaution zu erhalten ist ein Mietkautionsdepot, hier kann der Mieter wählen, welche Fonds als Investitionsanlage genutzt werden und dem Vermieter diese verpfänden.
Laut Mietrecht ist der Vermieter verpflichtet ein Produkt zu wählen mit einer dreimonatigen Kündigungsfrist und der sich daraus resultierenden Verzinsung – welches sich am Spareckzins orientiert. Die Deutsche Bundesbank veröffentlich regelmäßig die aktuellen und historischen Spareckzinssätze für Spareinlagen – diese liegen dem Rechner jeweils aktuell als Datengrundlage zur Verfügung.
Mietkautionsrechner für die Mietkaution
Möchte man die aktuellen Zinsen vergleichen, welche es auf einem Kautionskonto oder Mietkautionssparbuch gibt, so ist hierfür der Mietkautionsrechner geeignet. In diesem Rechner werden nicht nur Sparkonten miteinander verglichen, welche sich für die Mietkaution eignen, sondern ebenfalls die Bereiche Mietkautionsbürgschaft bzw. Kautionsversicherung, Bankbürgschaft und das Mietkautionsdepot.
Reale Zinsen bei der Mietkaution
Die hohen Zinsen der letzten Jahrzehnte sind längst Vergangenheit, so erhält man derzeit (2026) auf ein reguläres Mietkautionskonto lediglich 0,1% Zinsen bei der Instabank (Smartmiete) oder regional bis zu 0,5% Zinsen (PSD Bank). Das entspricht nicht einmal der Inflation, wodurch die eigentliche Kaution an Wert verliert. Realistisch erfolgt eine Entwertung der Sicherheit. Sucht man eine Mietkaution mit der Aussicht auf eine höhere Rendite, so lohnt sich hierfür ein Mietkautionsdepot, in welchem man in Fonds, bspw. ETF-Fonds investiert und höhere Renditen sowie einen Werterhalt der Sicherheit erzielen kann.
Mietkaution Zinssatz Tabelle: Zinsen orientieren sich an der EZB
In der folgenden Übersicht sieht man die Änderungen der Zinsen der letzten Jahre seit 1976:
| Jahr | Durchschnittlicher Jahreszins in Prozent |
|---|---|
| 1967 | 3.28 |
| 1968 | 3.50 |
| 1969 | 3.87 |
| 1970 | 4.88 |
| 1971 | 4.77 |
| 1972 | 4.14 |
| 1973 | 5.09 |
| 1974 | 5.51 |
| 1975 | 4.38 |
| 1976 | 3.65 |
| 1977 | 3.09 |
| 1978 | 2.58 |
| 1979 | 3.27 |
| 1980 | 4.67 |
| 1981 | 4.98 |
| 1982 | 4.76 |
| 1983 | 3.26 |
| 1984 | 3.01 |
| 1985 | 2.82 |
| 1986 | 2.50 |
| 1987 | 2.09 |
| 1988 | 2.01 |
| 1989 | 2.37 |
| 1990 | 2.81 |
| 1991 | 2.83 |
| 1992 | 2.81 |
| 1993 | 2.54 |
| 1994 | 2.10 |
| 1995 | 2.04 |
| 1996 | 1.99 |
| 1997 | 1.77 |
| 1998 | 1.57 |
| 1999 | 1.29 |
| 2000 | 1.25 |
| 2001 | 1.19 |
| 2002 | 1.02 |
| 2003 | 1.48 |
| 2004 | 2.13 |
| 2005 | 2.05 |
| 2006 | 2.08 |
| 2007 | 2.38 |
| 2008 | 2.52 |
| 2009 | 1.83 |
| 2010 | 1.43 |
| 2011 | 1.52 |
| 2012 | 1.33 |
| 2013 | 0.99 |
| 2014 | 0.77 |
| 2015 | 0.45 |
| 2016 | 0.29 |
| 2017 | 0.20 |
| 2018 | 0.16 |
| 2019 | 0.13 |
| 2020 | 0.10 |
| 2021 | 0.09 |
| 2022 | 0.09 |
| 2023 | 0.41 |
| 2024 | 0.74 |
| 2025 | 0.69 |
Häufige Fragen zur Verzinsung der Mietkaution
Muss man Zinsen aus der Mietkaution versteuern?
Ja. Zinsen aus der Mietkaution gelten steuerlich als Kapitalerträge und müssen grundsätzlich versteuert werden. Auch wenn das Geld auf einem Mietkautionskonto liegt und während des Mietverhältnisses „ruht“, zählen die erwirtschafteten Zinsen als Einkommen des Mieters.
Was ist die Abgeltungssteuer bei Mietkautionszinsen?
Die Abgeltungssteuer ist eine pauschale Steuer auf Kapitalerträge wie Zinsen.
Sie beträgt 25 % und wird in der Regel direkt von der Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt.
Für Mietkautionszinsen bedeutet das:
Die Bank behält die Abgeltungssteuer automatisch ein
Der Mieter erhält nur den Netto-Zinsertrag
Eine gesonderte Angabe in der Steuererklärung ist meist nicht nötig
Fällt zusätzlich Kirchensteuer auf Mietkautionszinsen an?
Ja – wenn der Mieter kirchensteuerpflichtig ist.
In diesem Fall wird auf die Abgeltungssteuer zusätzlich Kirchensteuer erhoben:
8 % der Abgeltungssteuer (z. B. in Bayern & Baden-Württemberg)
9 % der Abgeltungssteuer (in den übrigen Bundesländern)
Die Kirchensteuer wird ebenfalls automatisch von der Bank abgeführt.
Was ist mit Solidaritätszuschlag?
Zusätzlich zur Abgeltungssteuer fällt meist noch der Solidaritätszuschlag an.
Dieser beträgt 5,5 % der Abgeltungssteuer und wird ebenfalls automatisch einbehalten.
Können Mietkautionszinsen steuerfrei sein?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen.
Wenn der Mieter einen Freistellungsauftrag bei der Bank eingerichtet hat und der Sparer-Pauschbetrag nicht überschritten wird, bleiben die Zinsen steuerfrei.
Wichtig: Der Freistellungsauftrag muss aktiv bei der Bank hinterlegt sein – sonst wird automatisch besteuert.
Wer zahlt die Steuer auf die Zinsen – Mieter oder Vermieter?
Die Steuerpflicht liegt immer beim Mieter, da ihm die Zinsen wirtschaftlich zustehen. Der Vermieter hat keine steuerlichen Pflichten in Bezug auf die Zinsen der Mietkaution.