Wie funktioniert die Mietkaution?
Vermieter dürfen laut § 551 BGB maximal drei Nettokaltmieten als Mietkaution verlangen. Diese Kaution dient als Sicherheit für ausstehende Mietzahlungen oder Schäden an der Wohnung und muss getrennt vom übrigen Vermögen des Vermieters angelegt werden — üblicherweise auf einem eigenen Mietkautionskonto. Welche Anbieter es gibt und was sie kosten, zeigt der Mietkautionskonto-Vergleich.
Alternativ zur klassischen Kautionshinterlegung können Mieter eine Mietkautionsbürgschaft abschließen: Statt die volle Summe zu hinterlegen, zahlt man einen jährlichen Beitrag — meist zwischen 4 % und 6 % der Kautionssumme.
Was der Mietkautionsrechner genau berechnet
Der Rechner vergleicht auf Basis Ihrer Eingaben — Kautionssumme, voraussichtliche Mietdauer und Mietverhältnis (privat oder gewerblich) — drei grundsätzlich unterschiedliche Kautionsformen gleichzeitig:
| Form | Was berechnet wird | Ergebnisgröße |
|---|---|---|
| Kautionskonto | Zinsertrag je Anbieter über die Mietdauer, abzüglich bekannter Gebühren | Endbetrag nach Mietdauer |
| Bürgschaft | Laufender Jahresbeitrag je Anbieter, hochgerechnet auf die Mietdauer | Gesamtkosten über die Mietdauer |
| Depot | Historische Renditespannen für Fondsanlagen (mit Marktrisiko) | Renditechance als Orientierung |
Rechenbeispiel
Bei 2.400 € Kautionssumme und 3 Jahren Mietdauer vergleicht der Rechner beispielsweise ein kostenloses Kautionskonto mit 0,1 % Zinsen (Endbetrag rund 2.407 €) mit einer Bürgschaft zu 4,7 % Jahresbeitrag (Gesamtkosten rund 338 € über 3 Jahre, dafür bleibt das Kapital verfügbar). Welche Variante sich lohnt, hängt davon ab, ob Liquidität oder Kapitalerhalt im Vordergrund steht — mehr dazu unter Mietkaution: Alle Möglichkeiten im Vergleich.
So nutzen Sie den Rechner
- Kautionssumme eintragen. Sie steht im Mietvertrag. Wenn nur die Nettokaltmiete feststeht, ergibt sich die höchstzulässige Summe aus dem Faktor drei (siehe Tabelle unten).
- Mietdauer schätzen. Je länger die Mietdauer, desto stärker wirken laufende Bürgschaftsbeiträge und Zinsen. Wer unsicher ist, rechnet mit drei und mit zehn Jahren und vergleicht beide Ergebnisse.
- Mietverhältnis wählen. Bei privater Wohnraummiete gilt die gesetzliche Deckelung. Bei Gewerbemiete dient der Rechner nur zur Orientierung.
- Ergebnisse vergleichen. Konten zeigen den Endbetrag nach der Mietdauer, Bürgschaften die Gesamtkosten, das Depot eine Renditespanne mit Marktrisiko. Die Werte sind nur vergleichbar, wenn Sie beide Seiten lesen: Beim Konto bleibt Ihr Geld gebunden, bei der Bürgschaft nicht.
Wie hoch darf die Mietkaution sein?
Nach § 551 Abs. 1 BGB darf die Kaution bei Wohnraummiete höchstens das Dreifache der monatlichen Nettokaltmiete betragen. Betriebskosten, die als Pauschale oder Vorauszahlung ausgewiesen sind, zählen nicht mit. Mieter dürfen die Kaution nach Abs. 2 in drei gleichen monatlichen Teilzahlungen leisten; die erste Rate wird mit Beginn des Mietverhältnisses fällig. Mehr zur Ratenzahlung steht im Artikel Ratenzahlung Mietkaution.
| Nettokaltmiete | Höchstzulässige Kaution | Eine von drei Raten |
|---|---|---|
| 500 € | 1.500 € | 500 € |
| 700 € | 2.100 € | 700 € |
| 900 € | 2.700 € | 900 € |
| 1.200 € | 3.600 € | 1.200 € |
Eine höhere Kaution ist bei Wohnraum nicht wirksam vereinbart, ein Rückforderungsanspruch ist möglich. Den Zusammenhang zwischen Kaution und Mieterhöhung erklärt der Artikel Steigt die Mietkaution bei Mieterhöhung?.
Kautionskonto, Bürgschaft oder Depot: Für wen passt was?
| Form | Kapital gebunden? | Kosten | Passt vor allem, wenn … |
|---|---|---|---|
| Kautionskonto | Ja, bis zur Rückzahlung | Meist keine, Zinsen derzeit niedrig | die Summe verfügbar ist und das Geld sicher liegen soll |
| Bürgschaft | Nein | Jahresbeitrag, meist 4–6 % der Kautionssumme | das Geld für den Umzug oder anderes gebraucht wird und die Mietdauer überschaubar ist |
| Depot | Ja, mit Kursrisiko | Depot- und Fondskosten | die Mietdauer lang ist und Kursschwankungen verkraftbar sind |
Ob der Vermieter die gewünschte Form akzeptiert, hängt vom Mietvertrag ab. Eine Bürgschaft oder ein Depot setzt in der Regel seine Zustimmung voraus. Wer nur wissen möchte, welche Form grundsätzlich zu seiner Situation passt, nutzt den Kautions-Berater mit drei kurzen Fragen.
Zinsen auf die Mietkaution: Was Sie wissen sollten
Der Vermieter muss die Kaution nach § 551 Abs. 3 BGB getrennt von seinem Vermögen bei einer Bank zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz anlegen. Die Erträge stehen dem Mieter zu und erhöhen die Sicherheit. Weil Kautionskonten derzeit meist nur zwischen 0 % und 0,1 % verzinst werden, fällt der Ertrag klein aus: Bei 2.100 € und fünf Jahren Mietdauer sind es mit 0,1 % Zinsen rund 10 €. Eine Bürgschaft zu 4,7 % kostet über denselben Zeitraum rund 494 €, dafür bleiben die 2.100 € verfügbar.
Zinsen sind steuerlich Kapitalerträge. Bis zum Sparer-Pauschbetrag von 1.000 € pro Person (2.000 € bei Zusammenveranlagung) bleiben sie steuerfrei, wenn ein Freistellungsauftrag vorliegt. Wie das bei Kautionskonten funktioniert, steht in Freistellungsauftrag für Zinsen auf die Mietkaution. Wie sich Inflation auf den Wert der Kaution auswirkt, zeigt der Zins-Verlust-Rechner, historische Zinssätze liefert der Mietkaution-Zinsrechner.
Was der Rechner nicht abbildet
- Steuern: Der Rechner zeigt Zinsen brutto, Kapitalertragsteuer ist nicht abgezogen.
- Individuelle Bedingungen: Anbieter können Zinsen, Gebühren und Voraussetzungen ändern. Prüfen Sie vor Vertragsabschluss die aktuellen Konditionen beim Anbieter.
- Zustimmung des Vermieters: Ob Bürgschaft, Konto oder Depot möglich ist, entscheidet der Mietvertrag und im Zweifel der Vermieter.
- Abzüge bei Auszug: Wie viel von der Kaution tatsächlich zurückkommt, hängt vom Zustand der Wohnung und offenen Forderungen ab. Orientierung geben der Kaution & Schäden Simulator und der Zeitwert-Rechner.
Der Rechner ist eine Orientierung und keine Anlage- oder Rechtsberatung.
Nach dem Auszug: Rückzahlung der Kaution
Der Vermieter darf die Kaution nach dem Auszug eine angemessene Prüffrist behalten, um offene Forderungen zu klären; üblich sind einige Monate, in Einzelfällen auch länger, etwa bei ausstehender Nebenkostenabrechnung (Kaution und Nebenkostenabrechnung). Der Anspruch auf Rückzahlung verjährt nach der Regelverjährung in drei Jahren (Verjährung des Kautionsanspruchs). Verzögert der Vermieter die Auszahlung, kann der Basiszinsrechner helfen, Verzugszinsen zu ermitteln. Für das Abrechnungsschreiben gibt es den Anschreiben-Generator und die Excel-Vorlage.
Häufige Fragen
Was ist ein Mietkautionskonto?
Was ist besser: Kautionskonto, Bürgschaft oder Depot?
Wie viel Zinsen bringt eine Mietkaution aktuell?
Wie genau rechnet der Mietkautionsrechner?
Wie hoch darf die Mietkaution höchstens sein?
Darf ich die Mietkaution in Raten zahlen?
Wem gehören die Zinsen auf die Mietkaution?
Wann bekomme ich die Mietkaution zurück?
Sind meine Eingaben im Rechner sicher?
Kann ich den Rechner auch für eine Gewerbekaution nutzen?
Quellen
- Primärquelle§ 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten— Bundesministerium der Justiz
- PrimärquelleZinssätze für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist— Deutsche Bundesbank
