Was kostet ein Mietkautionskonto?

Veröffentlicht am Aktualisiert am
Was kostet ein Mietkautionskonto?

Neben der Kautionssumme selbst können bei einem Mietkautionskonto weitere Kosten anfallen — von der Einrichtungsgebühr bis zur Auflösung. Diese Seite gibt einen Überblick über typische Kostenpunkte und vergleicht sie mit Alternativen.


Einmalige und laufende Kosten im Überblick

  1. Einrichtungsgebühr: Manche Banken verlangen eine Gebühr für die Kontoeröffnung, meist zwischen 10 und 30 €.
  2. Identitätsprüfung (KYC): Kostenlos bei allen gängigen Anbietern — siehe Abschnitt unten.
  3. Kontoführung: Zwischen 10 und 50 € jährlich, viele Institute bieten inzwischen aber kostenlose Konten an.
  4. Zinserträge: Fließen dem Mieter zu — Details im Abschnitt „Zinsen für den Mieter” unten.
  5. Auflösungsgebühr: In der Regel 10 bis 25 € bei Kontoauflösung.

Was kostet die Identitätsprüfung (KYC)?

Vor der Kontoeröffnung muss sich der Kontoinhaber ausweisen — das sogenannte Know-Your-Customer-Verfahren (KYC) ist gesetzlich vorgeschrieben und dient der Geldwäscheprävention. Für Mieter und Vermieter entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten: Die gängigen Verfahren sind im Kontopreis enthalten.

  • VideoIdent: Identifikation per Videocall, meist in wenigen Minuten erledigt
  • PostIdent: Ausweisprüfung in einer Postfiliale, etwas zeitaufwändiger
  • eID-Funktion des Personalausweises: Vollständig digitale Identifikation direkt am Smartphone, sofern die Online-Ausweisfunktion aktiviert ist

Details zu den einzelnen Verfahren: KYC bei der Mietkaution und eID-Ausweisfunktion zur Online-Kontoeröffnung. Der einzige “Kostenfaktor” ist hier Zeit, nicht Geld — bei fehlenden Unterlagen oder technischen Problemen kann sich die Kontoeröffnung um einige Tage verzögern.

Anbietervergleich nach Kategorie

  • Klassische Filialbanken: oft reduzierte oder keine Gebühren für Bestandskunden
  • Online-/Direktbanken: häufig komplett kostenfreie Angebote
  • Spezialisierte Anbieter: höhere Kosten, dafür umfassenderer Service

Den aktuellen Vergleich finden Sie unter Mietkautionskonto Anbieter im Vergleich.

Alternative: Mietkautionsbürgschaft

Statt das Kapital zu hinterlegen, zahlt man bei einer Mietkautionsbürgschaft meist 4 bis 6 % der Kautionssumme pro Jahr — ohne Kapitalbindung, dafür als laufende Ausgabe ohne Rückerstattung.

Zinsen für den Mieter

Die Kontoführungskosten sind nur eine Seite der Rechnung — auf der anderen Seite stehen die Zinserträge, die gesetzlich dem Mieter zustehen. Nach § 551 Abs. 3 BGB muss der Vermieter die Kaution „zu dem für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist üblichen Zinssatz” anlegen. Bei Auszug werden die aufgelaufenen Zinsen zusammen mit der Kautionssumme ausgezahlt, sofern keine berechtigten Abzüge bestehen.

In der Praxis bewegen sich diese Zinssätze meist im niedrigen einstelligen Bereich und schwanken mit dem allgemeinen Zinsniveau — wie stark, zeigt die historische Entwicklung unter Zinsentwicklung der letzten 10 Jahre auf Mietkautionen. Die konkrete Zinshöhe für verschiedene Kautionssummen und Laufzeiten listet die Mietkaution-Zinssatz-Tabelle.

Werterhalt für Vermieter

Für Vermieter ist die Verzinsungspflicht kein reines Kostenthema, sondern erfüllt auch einen praktischen Zweck: Sie schützt den realen Wert der Sicherheit über die oft mehrjährige Mietdauer hinweg. Eine Kaution, die jahrelang unverzinst oder auf einem Girokonto liegt, verliert durch Inflation real an Kaufkraft — im Schadensfall reicht der Betrag dann möglicherweise nicht mehr aus, um tatsächliche Schäden oder Mietrückstände vollständig zu decken. Wie stark sich das auswirken kann, zeigt Inflation und Mietkaution: Reicht ein Fixbetrag überhaupt noch?.

Gleichzeitig ist die gesetzlich vorgeschriebene Anlageform (Spareinlage mit dreimonatiger Kündigungsfrist) selbst nicht dazu gedacht, hohe Renditen zu erzielen, sondern die Kaution jederzeit mit kurzer Frist verfügbar zu halten, falls der Vermieter im Schadensfall darauf zugreifen muss. Mehr zu dieser gesetzlichen Anlageform: Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist: Was Vermieter wissen sollten.

Opportunitätskosten mitdenken

Neben den direkten Kosten lohnt sich ein Blick auf entgangene Anlagechancen: Statt auf einem gering verzinsten Kautionskonto könnte das Kapital in einem Mietkautionsdepot im Schnitt 3 bis 7 % Rendite pro Jahr erzielen — allerdings mit Marktrisiko verbunden. Diese Chance betrifft wirtschaftlich den Mieter, da ihm die Zinserträge des Kontos ohnehin zustehen — ein Depot ersetzt hier lediglich die klassische Sparanlage durch eine renditestärkere, aber schwankungsanfälligere Alternative.

Wer trägt die Kosten: Mieter oder Vermieter?

In der Praxis trägt in der Regel derjenige die Kontoführungsgebühren, der das Konto eröffnet — meist der Mieter bei einem klassischen Kautionssparbuch. Bei einem vom Vermieter eingerichteten Treuhandkonto können die Gebühren je nach Vereinbarung auch auf den Vermieter entfallen. Eine gesetzliche Regelung dazu gibt es nicht — die Kostenverteilung sollte daher vor Kontoeröffnung geklärt werden.

Darf der Vermieter die Kontogebühren über die Nebenkosten umlegen?

Nein — das ist eine andere Frage als die nach dem Kontoinhaber im Abschnitt oben. Kontoführungsgebühren für das Mietkautionskonto zählen zu den Verwaltungskosten und sind nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 BetrKV ausdrücklich nicht als Betriebskosten umlagefähig — unabhängig davon, wer das Konto eröffnet hat. Eine individuelle, nicht formularmäßige Vereinbarung mit einem klar bezifferten Höchstbetrag kann davon abweichend wirksam sein, das ist aber die Ausnahme. Für Vermieter zählen die Gebühren stattdessen als Werbungskosten und lassen sich in der Steuererklärung ansetzen.

Rechenbeispiel: Gesamtkosten über die Mietdauer

Bei einer Kaution von 2.400 € und 15 € Kontoführung pro Jahr summieren sich die Kosten über eine typische Mietdauer:

MietdauerGesamte Kontoführungskosten
2 Jahre30 €
5 Jahre75 €
10 Jahre150 €

Bei einem kostenlosen Konto (z. B. Smartmiete, Partnerbank Instabank) entfallen diese Kosten vollständig.

Häufige Fragen

Fallen bei der Auflösung immer Gebühren an?

Nein — viele Banken, besonders kostenlose Online-Anbieter, verlangen auch bei der Auflösung keine zusätzliche Gebühr. Bei klassischen Filialbanken sind 10 bis 25 € aber weiterhin üblich.

Lohnt sich ein kostenpflichtiges Konto trotzdem?

Nur, wenn andere Vorteile die Gebühr aufwiegen — etwa eine bestehende Kundenbeziehung mit persönlicher Beratung vor Ort. Rein finanziell ist ein kostenloses Online-Konto bei vergleichbaren Konditionen fast immer die günstigere Wahl.

Kostet die Identitätsprüfung (KYC) beim Kautionskonto extra?

Nein, VideoIdent, PostIdent oder die eID-Funktion des Personalausweises sind bei allen gängigen Anbietern im Kontopreis enthalten und werden nicht separat berechnet.

Wem stehen die Zinsen auf dem Mietkautionskonto zu?

Die Zinsen stehen gesetzlich dem Mieter zu und werden bei Auszug zusammen mit der Kautionssumme ausgezahlt, sofern keine berechtigten Abzüge bestehen.

Darf der Vermieter die Kontogebühren über die Nebenkosten umlegen?

Nein — Kontoführungsgebühren für das Mietkautionskonto zählen zu den Verwaltungskosten und sind nach § 1 Abs. 2 Nr. 1 BetrKV nicht als Betriebskosten umlagefähig, außer bei einer individuell ausgehandelten Vereinbarung mit klarem Höchstbetrag.


Weiterführende Themen