DKB-Verwalterplattform: Konten für Hausverwaltungen im Überblick
Die DKB-Verwalterplattform ist ein Konten- und Verwaltungsangebot für gewerbliche Immobilienverwaltungen. Sie bündelt WEG-, Treuhand- und Eigenbestandskonten an einer Stelle und rechnet Mietkautionen mietergenau ab. Wichtig für die Einordnung: Mit dem eingestellten Mietkautionskonto für Privatkunden hat sie nichts zu tun.
Nicht verwechseln: Verwalterplattform und Privatkundenkonto
Rund um die DKB kursieren zwei Nachrichten, die leicht durcheinandergeraten:
- Das DKB-Vermieterpaket für private Vermieter wurde eingestellt, ebenso 2025 die Neuvergabe des klassischen Mietkautionskontos für Privatkunden. Bestehende Konten laufen unverändert weiter. Einzelheiten und Alternativen stehen unter DKB-Mietkautionskonto eingestellt.
- Die Verwalterplattform ist davon nicht betroffen. Sie liegt im Geschäftskundenbereich, richtet sich an gewerbliche Verwaltungen und wird weiterhin aktiv angeboten.
Der Rückzug der DKB aus dem Privatkundengeschäft rund um die Mietkaution ist also kein Rückzug aus der Wohnungswirtschaft — im Gegenteil, das B2B-Geschäft bleibt bestehen.
Für wen die Plattform gedacht ist
Der Zugang ist klar begrenzt. Voraussetzung sind:
- eine Gewerbeerlaubnis nach § 34c Absatz 1 Nummer 4 GewO als Wohnimmobilienverwalterin oder -verwalter
- die elektronische Kontoführung per EBICS
Damit fällt die Plattform für private Vermieter mit einzelnen Wohnungen praktisch aus. Wer ein bis fünf Einheiten verwaltet, ist mit einem Vermieterkonto oder einem digitalen Treuhandkonto besser bedient — dort gibt es weder eine Gewerbeerlaubnis-Hürde noch die EBICS-Voraussetzung.
Kontoarten und Konditionen
Die Plattform deckt die drei Konstellationen ab, in denen sich eine Verwaltung wiederfindet: eigener Bestand, fremde Eigentümer und Wohnungseigentümergemeinschaften.
| Kontoart | Zweck | Kosten |
|---|---|---|
| Mietkautionskonten | Kautionen der verwalteten Mietverhältnisse | kostenfrei |
| Erhaltungsrücklagekonten | Rücklage der WEG, täglich verfügbar | kostenfrei, mit Guthabenverzinsung |
| WEG-Konten | Konten der Eigentümergemeinschaft | siehe Miet-/Hausgeldkonto |
| Treuhandkonten | Verwaltung fremder Immobilien | siehe Miet-/Hausgeldkonto |
| Miet- und Hausgeldkonten | laufender Zahlungsverkehr | 9 € pro Monat und Konto |
| Plattformnutzung | Oberfläche und Verwaltungsfunktionen | kostenfrei |
Im Preis der Miet- und Hausgeldkonten enthalten sind die elektronische Kontoführung per EBICS, unbegrenzte Buchungsposten und signierte elektronische Kontoauszüge. Ergänzend bietet die DKB Vertragsmuster und Formularvorlagen ab 4,95 € inklusive Mehrwertsteuer an, die anwaltlich geprüft wurden.
Mietkautionen: mietergenaue Einzelabrechnung
Der praktisch wichtigste Punkt für Verwaltungen ist die Kautionsabrechnung. Ein Sammelkonto für die Kautionen mehrerer Mietverhältnisse ist zulässig — aber nur, wenn sich jede einzelne Kaution rechnerisch eindeutig zuordnen und abrechnen lässt. Genau hier setzt die Plattform an: Sie erstellt die mietergenaue Einzelabrechnung auf Knopfdruck, statt sie aus Kontoauszügen rekonstruieren zu müssen.
Am gesetzlichen Rahmen ändert das nichts. Auch über eine Verwalterplattform muss die Kaution nach § 551 BGB getrennt vom Vermögen des Vermieters und insolvenzsicher angelegt werden; die Zinsen stehen dem Mieter zu. Die Plattform nimmt der Verwaltung die Dokumentation ab, nicht die Verantwortung.
Dazu kommen Zusatzfunktionen aus dem Verwaltungsalltag, etwa Mahndaten, Ratenzahlungen und Unterlagen für Mieterinnen und Mieter.
Einordnung im Wettbewerb
Die DKB ist nicht der einzige Anbieter mit einem echten Verwalterangebot. Der Markt ist überschaubar und im Vergleich der Verwalterkonten gegenübergestellt. Die wesentlichen Unterschiede in Kürze:
- DKB: Bank mit eigener Plattform, Zugang nur mit Gewerbeerlaubnis und EBICS, Kautions- und Rücklagenkonten kostenfrei, laufende Konten 9 €/Monat.
- Getmomo: keine Bank, sondern eine Plattform mit Konten bei einer Partnerbank; Schwerpunkt auf einem Treuhand-Sammelkonto und Direktintegrationen in Verwaltersoftware, empfohlen ab rund 50 Einheiten.
- Hausbank München: Spezialbank für die Immobilienwirtschaft seit 1908, mit Schwerpunkt auf der Tiefe der Kautionsverwaltung — Freigaben im Mehr-Augen-Prinzip, feingliedriges Rechtekonzept; empfohlen ab rund 50 aktiv verwalteten Kautionskonten.
- Deutsche Bank: objektbezogene Unterkonten mit separater Kontoabrechnung, Konditionen auf Anfrage.
Welche Lösung passt, hängt weniger an der Bestandsgröße als an der vorhandenen Infrastruktur: Wer ohnehin EBICS nutzt und eine Gewerbeerlaubnis hat, findet bei der DKB ein preislich klar kalkulierbares Angebot. Wer stattdessen enge Integration in DOMUS, EverReal oder Villa sucht, sollte die Plattformanbieter vergleichen.
Fazit
Für gewerbliche Wohnimmobilienverwaltungen ist die DKB-Verwalterplattform ein solides Basisangebot: kostenfreie Kautions- und Rücklagenkonten, kalkulierbare 9 € je laufendem Konto und eine Kautionsabrechnung, die den manuellen Aufwand spürbar senkt. Die Hürden sind die Gewerbeerlaubnis nach § 34c GewO und die EBICS-Pflicht — beides Standard in der Wohnungswirtschaft, für private Vermieter aber ein Ausschlusskriterium.
Wer als Privatperson ein Kautionskonto sucht und wegen der DKB hier gelandet ist, findet die passenden Alternativen im bundesweiten Anbietervergleich.
Quelle: dkb.de — Verwalterplattform für Immobilienverwaltung, abgerufen im August 2026. Anbieter: Deutsche Kreditbank AG, Berlin.