Vermieterbescheinigung: Welches Dokument ist eigentlich gemeint?

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„Vermieterbescheinigung" ist kein feststehender Rechtsbegriff — je nachdem, wer sie anfordert, ist damit ein ganz unterschiedliches Dokument gemeint. Diese Übersicht klärt, welches Formular Sie tatsächlich brauchen.


Drei unterschiedliche Bedeutungen

KontextEigentlich gemeintes DokumentWozu
Anmeldung beim BürgeramtWohnungsgeberbestätigungGesetzlich vorgeschrieben nach § 19 Bundesmeldegesetz
Jobcenter, WohngeldantragMietbescheinigungNachweis über Miethöhe und Kostenaufstellung
Bank, FinanzierungsanfrageEinkommensnachweis über MieteinnahmenPrüfung der Kreditwürdigkeit des Vermieters

Vermieterbescheinigung als Mieternachweis

In den meisten Fällen, in denen von einer „Vermieterbescheinigung” die Rede ist, meinen Mieter entweder die Wohnungsgeberbestätigung fürs Bürgeramt oder die Mietbescheinigung für Sozialleistungen. Beide Dokumente unterscheiden sich deutlich:

  • Die Wohnungsgeberbestätigung ist gesetzlich vorgeschrieben, muss innerhalb von zwei Wochen nach Einzug bei der Meldebehörde vorliegen und enthält im Wesentlichen nur Adresse, Einzugsdatum und die Bestätigung des Vermieters.
  • Die Mietbescheinigung enthält zusätzlich eine detaillierte Kostenaufstellung (Kaltmiete, Nebenkosten, Heizkosten) und wird meist für Jobcenter- oder Wohngeldanträge benötigt.

Welches der beiden Dokumente tatsächlich verlangt wird, steht in der Regel klar in der Aufforderung der jeweiligen Behörde.

Vermieterbescheinigung als Einkommensnachweis für Vermieter

Eine dritte, oft übersehene Bedeutung betrifft nicht den Mieter, sondern den Vermieter selbst: Wer Mieteinnahmen erzielt und bei einer Bank einen Kredit beantragt — etwa für den Kauf einer weiteren Immobilie —, muss die bestehenden Mieteinnahmen häufig gesondert nachweisen. Banken bezeichnen diesen Nachweis mitunter ebenfalls als „Vermieterbescheinigung”, meinen damit aber einen Einkommensnachweis mit Angaben wie:

  • Höhe der monatlichen Kaltmiete je vermieteter Einheit
  • Laufzeit und Beginn des jeweiligen Mietverhältnisses
  • Zahlungshistorie bzw. Bestätigung regelmäßiger Zahlungseingänge

Dieser Nachweis lässt sich in der Regel mit dem bestehenden Mietvertrag, aktuellen Kontoauszügen und der Steuererklärung (Anlage V) zusammenstellen — mehr dazu unter Anlage V: Mieteinnahmen richtig versteuern.

Was tun, wenn unklar ist, welches Dokument gemeint ist?

Im Zweifel lohnt sich eine kurze Rückfrage bei der anfordernden Stelle — Behörde, Bank oder neuer Vermieter —, welches konkrete Dokument benötigt wird. Das erspart unnötige Rückläufe und Verzögerungen, gerade wenn mehrere Fristen gleichzeitig laufen.

Häufige Fragen

Ist Vermieterbescheinigung dasselbe wie Wohnungsgeberbestätigung?

Umgangssprachlich oft ja — gemeint ist meist die gesetzlich vorgeschriebene Bestätigung für die Anmeldung beim Bürgeramt. Der korrekte rechtliche Begriff dafür ist aber Wohnungsgeberbestätigung nach § 19 Bundesmeldegesetz.

Welches Dokument brauche ich fürs Jobcenter?

Für Jobcenter- oder Wohngeldanträge wird in der Regel die Mietbescheinigung mit einer Kostenaufstellung (Kaltmiete, Nebenkosten, Heizkosten) verlangt — nicht die Wohnungsgeberbestätigung.

Warum verlangt meine Bank eine Vermieterbescheinigung, obwohl ich selbst vermiete?

In diesem Fall ist ein Einkommensnachweis über die erzielten Mieteinnahmen gemeint — Banken nutzen ihn, um die Kreditwürdigkeit für eine eigene Finanzierung zu prüfen, etwa beim Kauf einer weiteren Immobilie.

Kostet eine Vermieterbescheinigung etwas?

Für behördlich angeforderte Bescheinigungen (Wohnungsgeberbestätigung, Mietbescheinigung) darf keine Gebühr erhoben werden. Für einen individuell aufbereiteten Einkommensnachweis für eine Bank kann das je nach Vermieter unterschiedlich gehandhabt werden.


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