Vermieterbescheinigung: Welches Formular gemeint ist – mit Muster

„Vermieterbescheinigung" ist kein Rechtsbegriff. In den meisten Fällen ist die Wohnungsgeberbestätigung für die Anmeldung beim Bürgeramt gemeint – Jobcenter und Ausländerbehörden nutzen das Wort aber auch für ganz andere Formulare. Hier sehen Sie auf einen Blick, welches Dokument Sie brauchen.
Vermieterbescheinigung fürs Bürgeramt
Für die Anmeldung brauchen Sie die Wohnungsgeberbestätigung nach § 19 BMG. Direkt im Browser ausfüllen und drucken – oder als ausfüllbares PDF bzw. Word-Vorlage herunterladen. Kostenlos, ohne Registrierung.
Welche Vermieterbescheinigung brauche ich?
| Wer fordert sie an? | Gemeintes Dokument | Rechtsgrundlage | Formular |
|---|---|---|---|
| Bürgeramt, Einwohnermeldeamt | Wohnungsgeberbestätigung | § 19 BMG | online ausfüllen oder PDF |
| Jobcenter, Sozialamt, Wohngeldstelle | Mietbescheinigung | § 60 SGB II, § 117 SGB XII, § 23 WoGG | Vordruck der Behörde |
| Ausländerbehörde, Auslandsvertretung | Wohnraumbescheinigung | § 29 i. V. m. § 2 Abs. 4 AufenthG | Vordruck der Ausländerbehörde |
| Bank bei einer Finanzierung | Nachweis über Mieteinnahmen | – | Mietverträge, Kontoauszüge, Anlage V |
Fürs Bürgeramt: die Wohnungsgeberbestätigung
Das ist die mit Abstand häufigste Bedeutung. Ohne diese Bestätigung kann sich niemand anmelden, der in eine Wohnung einzieht. Die wichtigsten Punkte:
- Wer stellt aus: der Wohnungsgeber – der Vermieter oder seine Hausverwaltung, bei Untermiete der Hauptmieter, bei selbst genutztem Eigentum der Eigentümer selbst.
- Frist: zwei Wochen nach dem Einzug. In derselben Frist muss sich der Mieter anmelden.
- Inhalt: nur vier Angaben – Wohnungsgeber (und Eigentümer, falls abweichend), Einzugsdatum, Anschrift der Wohnung und die Namen der eingezogenen Personen. Miethöhe und Kaution gehören nicht hinein.
- Kein Auszug: Einen Auszug muss der Vermieter nicht bestätigen.
- Verweigerung: Stellt der Vermieter sie nicht aus, muss der Mieter das der Meldebehörde unverzüglich mitteilen; dem Vermieter droht ein Bußgeld bis 1.000 €.
Nach der Anmeldung erhalten Sie vom Amt die Meldebestätigung – das ist das Dokument, das später Bank oder Arbeitgeber sehen wollen, nicht die Bescheinigung des Vermieters.
Zum Formular: Wohnungsgeberbestätigung online ausfüllen – mit allen Pflichtangaben, Sonderfällen und Mustern als PDF und Word.
Für Jobcenter, Sozialamt und Wohngeld: die Mietbescheinigung
Wer Bürgergeld, Sozialhilfe oder Wohngeld beantragt, muss die Wohnkosten belegen. Viele Jobcenter nennen ihren Vordruck dafür ausdrücklich „Vermieterbescheinigung”. Darin bestätigt der Vermieter typischerweise:
- Kaltmiete, Betriebskosten- und Heizkostenvorauszahlung
- Wohnfläche und Zahl der Räume
- Beginn des Mietverhältnisses und Zahl der Bewohner
- Art der Heizung und Warmwasserbereitung
Der Vermieter ist gegenüber der Behörde zur Auskunft verpflichtet – beim Bürgergeld nach § 60 SGB II, beim Wohngeld nach § 23 WoGG. Nutzen Sie den Vordruck der Stelle, die ihn anfordert: Frei formulierte Schreiben werden oft zurückgeschickt, weil Felder fehlen. Alles Weitere steht unter Mietbescheinigung: Was sie ist, wofür man sie braucht.
Für die Ausländerbehörde: die Wohnraumbescheinigung
Für manche Aufenthaltstitel – vor allem beim Familiennachzug – muss ausreichender Wohnraum vorhanden sein (§ 29 AufenthG). Den Nachweis verlangen Ausländerbehörden und Auslandsvertretungen meist über einen eigenen Vordruck, die Wohnraumbescheinigung. Darin bestätigt der Vermieter oder Eigentümer unter anderem:
- Anschrift und Gesamtwohnfläche der Wohnung
- Größe der einzelnen Räume sowie Küche, Bad und WC
- Zahl der Personen, die in der Wohnung leben oder einziehen sollen
- Mietverhältnis und Miethöhe
Das Gesetz selbst nennt keine Quadratmeterzahl: Gefordert wird nicht mehr, als für eine öffentlich geförderte Sozialmietwohnung genügt (§ 2 Abs. 4 AufenthG). In den Vordrucken vieler Ausländerbehörden wird mit 12 m² je Person ab sechs Jahren und 10 m² je Kind unter sechs Jahren gerechnet.
Die Angaben sollten stimmen: Die Vordrucke weisen darauf hin, dass falsche oder unvollständige Angaben strafrechtlich verfolgt werden können. Eine ausdrückliche gesetzliche Pflicht des Vermieters, die Bescheinigung auszufüllen, gibt es nicht – der Mieter ist aber in der Regel auf seine Mitwirkung angewiesen.
Für die Bank: Nachweis über Mieteinnahmen
Seltener meint eine Bank mit „Vermieterbescheinigung” einen Nachweis, den der Vermieter selbst für eine Finanzierung vorlegen soll – etwa beim Kauf einer weiteren Immobilie. Ein amtliches Formular gibt es dafür nicht. Üblich sind die Mietverträge, Kontoauszüge mit den Mieteingängen und die Steuererklärung mit Anlage V.
Muss der Vermieter die Bescheinigung ausstellen?
| Dokument | Pflicht? | Wenn nicht |
|---|---|---|
| Wohnungsgeberbestätigung | ja, binnen zwei Wochen (§ 19 BMG) | Bußgeld bis 1.000 € |
| Mietbescheinigung | Auskunftspflicht gegenüber der Behörde (§ 60 SGB II, § 23 WoGG) | Behörde kann direkt anfragen, beim Wohngeld Bußgeld möglich |
| Wohnraumbescheinigung | keine ausdrückliche gesetzliche Pflicht | Nachweis über Mietvertrag und Grundriss versuchen |
| Nachweis über Mieteinnahmen | Sache des Vermieters selbst | – |
Geld verlangen darf der Vermieter für die Wohnungsgeberbestätigung und die Mietbescheinigung nicht.
Häufige Fragen
Ist die Vermieterbescheinigung dasselbe wie die Wohnungsgeberbestätigung?
Meistens ja. Wer für die Anmeldung beim Bürgeramt eine Vermieterbescheinigung braucht, meint die Wohnungsgeberbestätigung nach § 19 Bundesmeldegesetz. Jobcenter und Ausländerbehörden verwenden den Begriff aber auch für ihre eigenen Vordrucke.
Welche Vermieterbescheinigung brauche ich fürs Jobcenter?
Die Mietbescheinigung mit Kaltmiete, Nebenkosten, Heizkosten und Wohnfläche. Jobcenter geben dafür einen eigenen Vordruck aus, oft unter dem Namen Vermieterbescheinigung. Die Wohnungsgeberbestätigung fürs Bürgeramt reicht dort nicht.
Was ist eine Wohnraumbescheinigung?
Ein Vordruck der Ausländerbehörde, in dem der Vermieter Wohnfläche, Räume und Zahl der Bewohner bestätigt. Er belegt, dass ausreichender Wohnraum vorhanden ist – etwa beim Familiennachzug nach § 29 Aufenthaltsgesetz.
Gibt es die Vermieterbescheinigung als PDF-Muster?
Für die Anmeldung beim Bürgeramt ja: Die Wohnungsgeberbestätigung gibt es kostenlos als ausfüllbares PDF, als Word-Vorlage oder direkt zum Online-Ausfüllen. Für Jobcenter, Wohngeldstelle und Ausländerbehörde sollten Sie den Vordruck der jeweiligen Behörde verwenden.
Muss der Vermieter die Bescheinigung ausstellen?
Die Wohnungsgeberbestätigung muss er ausstellen, sonst droht ein Bußgeld von bis zu 1.000 Euro. Gegenüber Jobcenter und Wohngeldstelle ist er zur Auskunft über die Wohnkosten verpflichtet. Für die Wohnraumbescheinigung gibt es keine vergleichbare ausdrückliche Pflicht.
Kostet eine Vermieterbescheinigung etwas?
Nein. Für die Wohnungsgeberbestätigung und die Mietbescheinigung für Jobcenter oder Wohngeldstelle sieht das Gesetz kein Entgelt vor.
Quellen
- Primärquelle § 19 BMG – Mitwirkung des Wohnungsgebers — Bundesministerium der Justiz
- Primärquelle § 60 SGB II – Auskunftspflicht Dritter — Bundesministerium der Justiz
- Primärquelle § 23 WoGG – Auskunftspflicht — Bundesministerium der Justiz
- Primärquelle § 29 AufenthG – Familiennachzug zu Ausländern — Bundesministerium der Justiz
- Primärquelle § 2 AufenthG – Begriffsbestimmungen (Abs. 4: ausreichender Wohnraum) — Bundesministerium der Justiz