Kostenloses Girokonto ohne Mindesteingang: Was es gibt und wann es sich lohnt

„Kostenlos“ heißt bei vielen Girokonten: kostenlos, solange jeden Monat genug Geld eingeht. Wer ein Zweitkonto für Mieteinnahmen, ein Konto für die Kinder oder ein Reservekonto eröffnen will, erfüllt diese Bedingung oft nicht. Hier steht, welche Konten ohne Mindesteingang auskommen, was sie sonst kosten und wann sich die Gebühr trotzdem rechnet.
Was der Mindesteingang ist und warum Banken ihn verlangen
Der Mindesteingang, auch Mindestgeldeingang, ist die Summe, die jeden Monat auf dem Konto ankommen muss, damit die Kontoführung kostenlos bleibt. Üblich sind 700 Euro. Die Bank will damit erkennen, ob das Konto das Hauptkonto des Kunden ist: Dorthin fließt das Gehalt, von dort laufen die Daueraufträge.
Ein reines Zweitkonto erfüllt das oft nicht. Deshalb gilt die Kostenfreiheit dort häufig nicht oder nur eingeschränkt.
Wo der Mindesteingang zum Problem wird
- Zweitkonto für die Vermietung. Bei einer einzelnen Wohnung liegt die Monatsmiete oft unter 700 Euro. Die Bedingung ist dann nicht erfüllt, obwohl das Konto regelmäßig genutzt wird.
- Konto für Kinder oder Auszubildende. Taschengeld und Ausbildungsvergütung erreichen die Grenze nicht immer.
- Reservekonto oder Gemeinschaftskonto. Wer es nur für einzelne Zahlungen nutzt, hat selten regelmäßige Eingänge.
- Rentner mit kleinen Bezügen. Auch hier kann der Eingang unter der Schwelle liegen.
Welche Möglichkeiten es gibt
Die folgende Übersicht stützt sich auf unseren Girokonto-Vergleich für Vermieter mit Stand 04.10.2026. Konditionen ändern sich, prüfen Sie sie vor der Eröffnung beim Anbieter.
| Weg | Beispiel | So funktioniert die Kostenfreiheit |
|---|---|---|
| Basismodell ohne Bedingung | C24 Smart | Keine Bedingung, dafür eingeschränkter Leistungsumfang. Komfortmodelle (Plus 5,90 €, Max 9,90 €) kosten Grundgebühr |
| Altersgrenze | ING, DKB (unter 28), 1822direkt (unter 30) | Kostenlos für junge Kunden, danach Geldeingang ab 700 € |
| Kontoaktivität statt Betrag | comdirect | Kostenlos bei regelmäßiger Kontoaktivität, ohne feste Summe |
| Geldeingang erreichen | ING, DKB, 1822direkt | 700 € im Monat, sonst 4,50 bis 4,90 € |
| Filialbank | Commerzbank, Sparkassen, Volksbanken | Je nach Modell, oft eine Grundgebühr, dafür Beratung vor Ort |
Wichtig: Die Angaben unterscheiden sich je nach Kontomodell. Bei jeder Bank gibt es mehrere Varianten, und die kostenlose ist nicht immer die, die im Vordergrund beworben wird.
Was „ohne Mindesteingang“ trotzdem kosten kann
Auch ohne Bedingung fallen an anderer Stelle Kosten an. Achten Sie auf:
- Leistungsumfang des Basismodells. Manche Funktionen, etwa die Zahl der Girocard-Abhebungen, Kreditkarte oder Echtzeitüberweisung, sind im Komfortmodell enthalten und im Basismodell nicht.
- Bargeld. Einzahlungen und Abhebungen an Fremdautomaten können Gebühren auslösen.
- Posten- oder Kartenpreise. Je Buchung oder für zusätzliche Karten kann etwas berechnet werden.
- Papierauszüge und Zusatzleistungen. Einzeln berechnet, wenn sie nicht zum Modell gehören.
- Modellwechsel durch die Bank. Konditionen können sich ändern. Lesen Sie Mitteilungen der Bank genau, bevor die Änderung gilt.
Die Gebühr rechnen: Wann sich ein Konto mit Grundgebühr lohnt
Ein Konto, das 4,90 Euro im Monat kostet, summiert sich auf 58,80 Euro im Jahr, eines mit 9,90 Euro auf 118,80 Euro. Das ist nicht viel, aber auch nicht nichts. Fragen Sie sich:
- Brauche ich das Konto dauerhaft? Für ein Jahr Übergangslösung lohnt sich Aufwand für ein kostenloses Konto weniger als für eine langfristige Nutzung.
- Spart es mir Zeit oder Fehler? Ein eigenes Konto trennt Belege und zeigt Zahlungsverzug sofort. Das kann die Gebühr aufwiegen.
- Gibt es eine kostenlose Alternative, die dasselbe leistet? Dann ist die Gebühr nur der Preis für Bequemlichkeit.
Für Vermieter: Mindesteingang und Mieteinnahmen
Wer ein Girokonto nur für die Vermietung führt, stößt am häufigsten auf die 700-Euro-Grenze. Drei Punkte helfen weiter:
- Mieteingänge zählen nicht überall. Manche Banken werten nur Gehalt, Rente oder ähnliche Bezüge als Geldeingang. Fragen Sie vor der Eröffnung nach, ob regelmäßige Mietzahlungen reichen, und lassen Sie sich die Bedingung schriftlich geben.
- Gebühren sind absetzbar. Kontoführungsgebühren für ein Konto, das Sie ausschließlich für die Vermietung nutzen, sind Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung. Bei einem gemischt genutzten Konto lässt sich nur der Anteil ansetzen, der auf die Vermietung entfällt. Mehr dazu in unserem Beitrag zur Anlage V.
- Die Kaution gehört nicht aufs Girokonto. Nach § 551 Abs. 3 BGB muss sie getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt werden. Für sie gibt es ein eigenes Mietkautionskonto.
Ob ein Zweitkonto überhaupt sinnvoll ist, hängt von der Zahl der Objekte ab. Die Entscheidungshilfe finden Sie im Abschnitt zu Privatkonto oder Zweitkonto auf der Seite Vermieterkonto.
Auf diese Punkte vor der Eröffnung achten
- Welche Bedingung gilt genau? Betrag, Art der Eingänge und Prüfzeitraum.
- Welches Kontomodell ist kostenlos? Und was fehlt im Vergleich zum Komfortmodell?
- Was passiert bei Verfehlen der Bedingung? Gebühr, Hinweis der Bank, Kündigungsrecht.
- Wie hoch ist die Einlagensicherung? Bei Banken in Deutschland und der EU gilt die gesetzliche Einlagensicherung von 100.000 Euro je Kunde und Bank. Größere Beträge besser nicht auf dem Girokonto parken.
- Wie sind Online-Banking und Export? CSV- oder CAMT-Export spart bei Buchhaltung und Steuererklärung Zeit.
- Wie komme ich an Bargeld? Eigene Automaten, Partnernetz oder Gebühr je Abhebung.
Häufige Fragen
Was bedeutet „ohne Mindesteingang“ bei einem Girokonto?
Die Bank knüpft die Kostenfreiheit nicht an einen monatlichen Geldeingang, etwa 700 Euro Gehalt oder Rente. Das Konto bleibt auch dann ohne Grundgebühr, wenn kaum oder nichts eingeht.
Gibt es ein dauerhaft kostenloses Girokonto ganz ohne Bedingung?
Ja, aber meist nur in einem Basismodell mit eingeschränktem Leistungsumfang, zum Beispiel bei C24 im Modell Smart. Komfortmodelle kosten dort etwa 5,90 bis 9,90 Euro im Monat. Konditionen ändern sich, prüfen Sie sie vor der Eröffnung beim Anbieter.
Zählen Mieteingänge als Geldeingang?
Das legt jede Bank in ihren Bedingungen selbst fest. Manche zählen jeden Eingang, andere nur Gehalt, Rente oder ähnliche Bezüge. Fragen Sie vor der Kontoeröffnung nach, ob regelmäßige Mieteingänge die Bedingung erfüllen.
Sind Kontoführungsgebühren für ein Vermieterkonto absetzbar?
Ja, als Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und Verpachtung, wenn das Konto ausschließlich für die Vermietung genutzt wird. Bei einem gemischt genutzten Konto lässt sich nur der Anteil ansetzen, der auf die Vermietung entfällt.
Eignet sich ein Girokonto auch für die Mietkaution?
Nein. Die Kaution muss nach § 551 Abs. 3 BGB getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt werden. Dafür braucht es ein eigenes Mietkautionskonto, kein laufendes Girokonto.