Rentila: kostenlose Mietverwaltung aus Europa
Rentila ist der älteste Anbieter in diesem Vergleich, der ausschließlich online arbeitet: seit 2008 am Markt, nach eigenen Angaben von über 50.000 Vermietern für knapp 200.000 Immobilien genutzt — und kostenlos. Der Funktionsumfang ist für ein Gratisangebot ungewöhnlich breit. Ein Detail sollten deutsche Vermieter allerdings kennen, bevor sie sich darauf verlassen.
Was Rentila kostet
Nichts. Der Anbieter bewirbt die Plattform durchgehend als „beste kostenlose Software für Mietverwaltung”; eine Preisseite oder Tarifstufen gibt es nicht. Registrierung und Nutzung laufen ohne Zahlungsdaten, nach Anbieterangaben ohne Bindung und mit Start „in 3 Minuten”.
Wie bei Immolert gilt auch hier: Ein Anbieter, der nicht über den Preis finanziert wird, finanziert sich über etwas anderes. Für einen Bestand, dessen Verwaltung über Jahre laufen soll, gehört diese Unsicherheit in die Abwägung — bei Rentila allerdings abgefedert durch eine Marktpräsenz von inzwischen 18 Jahren.
Funktionsumfang
Für ein kostenloses Angebot ist die Liste bemerkenswert lang:
- Banksynchronisation: Bankkonten verbinden und Transaktionen automatisch in die Software importieren
- Nebenkostenabrechnung: Berechnung der umlagefähigen Kosten samt Dokument für den Mieter
- Kontoverwaltung: Einnahmen und Ausgaben erfassen, Finanzberichte zur Unterstützung der Steuererklärung erstellen
- Vorausgefüllte Mietverträge in den Varianten leer, möbliert und gewerblich
- Nachrichtensystem für die Kommunikation zwischen Vermieter und Mieter
- Elektronische Archivierung: gescannte Dokumente ablegen und mit dem Mieter teilen
- Reparatur- und Wartungsverwaltung für Anfragen der Mieter
- Reservierungssystem mit Kalender und Buchungen für Ferienvermietungen
- Elektronische Quittungen, Briefvorlagen, Adressbuch, Aufgaben und Erinnerungen
Die Banksynchronisation ist dabei der eigentliche Ausreißer: Eine automatische Kontoanbindung findet sich sonst nur bei kostenpflichtigen Anbietern.
Die europäische Herkunft — und was sie bedeutet
Rentila wird in mehreren Ländern betrieben, neben Deutschland unter anderem in Frankreich, Spanien, Italien, Portugal und Brasilien. Das erklärt den breiten Funktionsumfang: Die Entwicklungskosten verteilen sich auf mehrere Märkte.
Es erklärt aber auch die Schwachstelle. Das Werkzeug zur jährlichen Mietanpassung rechnet laut Anbieter „auf Basis des IRL- oder ILC-Index” — das sind der französische Indice de référence des loyers und der Indice des loyers commerciaux. Für einen deutschen Indexmietvertrag ist keiner von beiden maßgeblich; hier zählt der Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes. Wer die Mietanpassung nach deutschem Recht berechnen will, nutzt dafür besser den Indexmietvertrag-Rechner oder — bei Anpassung an die ortsübliche Vergleichsmiete — den Mieterhöhungsschreiben-Generator.
Auch bei den vorausgefüllten Mietverträgen ist Zurückhaltung angebracht: Der Anbieter beschreibt sie als den gesetzlichen Anforderungen entsprechend, ohne offenzulegen, auf welche Rechtsordnung sich das bezieht. Für den deutschen Wohnraummietvertrag würden wir eine Vorlage aus dem hiesigen Rechtsraum vorziehen — Anhaltspunkte dazu in der Mietvertrags-Checkliste für Vermieter.
Die Nebenkostenabrechnung dagegen ist rechnerisch weitgehend länderunabhängig; entscheidend ist, dass die richtigen Kostenarten mit den richtigen Schlüsseln umgelegt werden. Was in Deutschland umlagefähig ist, klärt der Nebenkosten-Umlage-Check.
Was nicht dokumentiert ist
- Anlage V: Es gibt Finanzberichte zur Unterstützung der Steuererklärung, aber keine ausgewiesene Aufbereitung des deutschen Formulars V.
- Mieterportal: Statt eines eigenen Zugangs gibt es ein internes Nachrichtensystem und die Möglichkeit, Dokumente mit dem Mieter zu teilen.
- WEG-Verwaltung: nicht Teil des Angebots.
- Mietkaution: keine Angaben. Sie muss nach § 551 BGB getrennt vom Vermögen des Vermieters liegen — das regelt ein Konto, nicht die Software. Übersicht im Vermieterkonto-Vergleich.
Für wen sich Rentila eignet
Für private Vermieter, die eine kostenlose Lösung mit Kontoanbindung suchen und die Mietanpassung ohnehin außerhalb der Software rechnen. In dieser Kombination gibt es derzeit kein vergleichbares Angebot — Objego verlangt für die Nebenkostenabrechnung ein Zusatzmodul, Immolert bietet keine Banksynchronisation.
Besonders interessant ist Rentila zudem für Ferienvermietungen: Das Reservierungssystem mit Kalender und Buchungsverwaltung deckt einen Fall ab, den keiner der anderen Anbieter im Vergleich adressiert.
Weniger passend ist die Software für alle, die eine durchgängig auf deutsches Mietrecht zugeschnittene Lösung brauchen — dort sind Immocloud oder der WISO Hausverwalter die sicherere Wahl.
Quelle: rentila.de, Startseite und Funktionsübersicht, abgerufen am 28. August 2026. Nutzerzahlen und Bewertungen sind Angaben des Anbieters.