
Es passiert öfter, als man denkt: Der Mieter überweist die Kaution auf die Bankverbindung aus dem Mietvertrag, also auf das Mietkonto, statt auf das Kautionskonto. Oder der Vermieter bemerkt Monate später, dass eine Rate nie angelegt wurde. So gehen Sie vor.
Typische Situationen
- Der Mieter zahlt die Kaution auf das Mietkonto, weil die IBAN aus dem Mietvertrag bekannt ist.
- Die Kaution kommt an, wird aber nie weitergeleitet.
- Eine Kautionsrate wird mit der Miete verrechnet und fällt erst bei der Abrechnung auf.
- Der Mieter zahlt auf das Konto eines früheren Anbieters oder eines alten Kautionskontos.
Sofortmaßnahmen
- Eingang prüfen. Kontoauszüge sichten: Wann kam welcher Betrag mit welchem Verwendungszweck an?
- Sofort anlegen. Den vollen Betrag unverändert auf das Kautionskonto übertragen, ohne Verrechnung mit Miete oder Forderungen.
- Dokumentieren. Kopie der Eingangsbuchung, Beleg der Weiterleitung und kurze Notiz zum Anlass aufbewahren.
- Mieter informieren. Transparent mitteilen, was passiert ist und dass die Kaution jetzt angelegt ist. Das vermeidet Streit.
Wie der Durchlauf im Normalfall aussieht, beschreibt der Artikel Kaution über das Vermieterkonto, den Ablauf bei Treuhandkonten dieser Beitrag.
Was ist mit den Zinsen?
Die Zinsen auf die Kaution stehen dem Mieter zu und erhöhen die Sicherheit (§ 551 Abs. 3 BGB). Lag das Geld verspätet nicht auf dem Kautionskonto, ist der Zinsverlust aus dieser Zeit das Risiko des Vermieters. Es ist sinnvoll, ihn auszugleichen, etwa indem Sie den entgangenen Zins nachträglich dem Kautionskonto gutschreiben. Zur Höhe orientieren Sie sich am üblichen Zinssatz für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist. Aktuelle Werte zeigt der Kautionszins-Index.
Haftung und Beweislast
Wie ein solcher Fehler rechtlich zu bewerten ist, hängt vom Einzelfall ab, etwa davon, wie lange das Geld auf dem falschen Konto lag und ob es zwischenzeitlich in Gefahr war. Wichtig sind zwei Dinge:
- Nachweis des Eingangs. Der Mieter muss belegen können, dass er gezahlt hat, der Vermieter, dass er das Geld angelegt hat.
- Offenheit. Wer den Fehler selbst meldet und behebt, steht in einem späteren Streit meist besser da als jemand, bei dem der Mieter ihn aufdeckt.
Bei größeren Beträgen oder Streit empfiehlt sich eine rechtliche Beratung. Typische Stolpersteine bei der Kaution fasst Die 7 häufigsten Fehler bei der Mietkaution zusammen.
So beugen Sie vor
- Zahlungsaufforderung mit IBAN des Kautionskontos und Verwendungszweck verschicken.
- Bankverbindung der Miete im Mietvertrag klar von der Kautionsverbindung trennen.
- Einen Termin im Kalender setzen: Eingang prüfen, Weiterleitung kontrollieren.
- Nach der Anlage dem Mieter eine Bestätigung schicken.
- Bei mehreren Wohnungen alle Termine zentral führen, etwa im Vermieter-Cockpit.
Ein eigenes Konto für Mieteinnahmen erleichtert die Zuordnung, siehe Vermieterkonto.
Häufige Fragen
Was tun, wenn der Mieter die Kaution aufs Mietkonto gezahlt hat?
Den Betrag unverändert und zügig auf das Kautionskonto übertragen, den Vorgang dokumentieren und den Mieter informieren. Eine Verrechnung mit Miete oder anderen Forderungen sollten Sie unterlassen.
Muss ich Zinsen für die Zeit auf dem falschen Konto nachzahlen?
Die Zinsen stehen dem Mieter zu. Ein Ausgleich des Zinsverlusts ist sinnvoll und vermeidet Streit. Orientieren Sie sich am üblichen Spareinlagenzins mit dreimonatiger Kündigungsfrist.
Ist das ein Pflichtverstoß des Vermieters?
Das hängt vom Einzelfall ab, insbesondere davon, wie lange das Geld nicht getrennt angelegt war. Schnelles Handeln und Dokumentation verbessern die Position.
Wie vermeide ich den Fehler künftig?
Mit einer Zahlungsaufforderung, die die IBAN des Kautionskontos nennt, einem festen Prüftermin nach Zahlungseingang und einer Bestätigung an den Mieter.