
Beim Treuhand-Kautionskonto liegt das Geld getrennt vom Vermögen des Vermieters, verwaltet von einem Treuhänder bei einer Partnerbank. Trotzdem fließt es in der Praxis nicht immer direkt dorthin. Dieser Artikel zeigt den Ablauf von der Kontoeröffnung bis zur Bestätigung an den Mieter und die Stellen, an denen es erfahrungsgemäß hakt.
Was ein Treuhand-Kautionskonto ausmacht
Ein Treuhandkonto verwahrt die Kaution für den Mieter, ohne dass sie Teil des Vermieter-Vermögens wird. Die Grundlagen finden Sie im Überblick zum Treuhandkonto, ein Beispiel für ein digitales Angebot im Beitrag SmartMiete im Detail. Dieser Artikel konzentriert sich auf den Ablauf aus Vermietersicht.
Zwei Wege für das Geld
| Weg | So läuft es | Vorteil | Risiko |
|---|---|---|---|
| Direktzahlung | Der Mieter überweist direkt auf das Treuhandkonto | Keine Vermischung, kaum Aufwand | Mieter braucht die IBAN rechtzeitig |
| Zahlung an den Vermieter | Der Mieter zahlt aufs Vermieterkonto, der Vermieter leitet weiter | Funktioniert mit der Bankverbindung aus dem Mietvertrag | Vermischung, Verzögerung, Fehler bei der Weiterleitung |
Beide Wege sind in der Praxis üblich. Bei Weg 2 ist die Dokumentation entscheidend, siehe Kaution über das Vermieterkonto.
Der Ablauf im Zeitstrahl
- Vor Mietbeginn: Der Vermieter wählt Anbieter, eröffnet das Kautionskonto und legt Mieter und Betrag fest. Teilen Sie dem Mieter die Kontodaten rechtzeitig mit.
- Zahlungsaufforderung: Verwendungszweck und IBAN stehen eindeutig in der Aufforderung. Bei Ratenzahlung sind es drei Termine (siehe Kaution in Raten).
- Zahlungseingang: Kommt das Geld auf dem Treuhandkonto an, ist der Fall erledigt. Kommt es auf dem Girokonto an, folgt Schritt 4.
- Weiterleitung: Der Vermieter überweist den vollen Betrag zügig weiter, ohne Verrechnung.
- Bestätigung: Der Mieter erhält eine Mitteilung mit Kontodaten, Betrag und Anlagedatum.
- Laufzeit: Zinsen werden dem Konto gutgeschrieben und stehen dem Mieter zu.
- Auszug: Nach Abrechnung wird die Kaution samt Zinsen freigegeben, siehe Rückzahlung der Mietkaution.
Typische Fehlerquellen
- Falscher Verwendungszweck. Das Geld kommt an, lässt sich aber keinem Mieter zuordnen.
- Verspätete Weiterleitung. Aus Tagen werden Wochen, weil die Aufgabe untergeht.
- Teilbeträge. Die Weiterleitung erfolgt in einer Summe, die nicht zu den Raten passt.
- Kein Nachweis an den Mieter. Der Mieter fragt später nach und niemand findet die Bestätigung.
- Falsches Konto. Der Mieter zahlt versehentlich auf das Mietkonto.
So bleibt der Ablauf nachvollziehbar
- Ein Zahlungsplan pro Mietverhältnis.
- Zahlungseingang und Weiterleitung mit Datum notieren.
- Kontoauszüge beider Konten aufbewahren.
- Mieter nach der Anlage schriftlich informieren.
Wer die Kaution auf einem eigenen Sammelkonto bündelt, findet Details im Artikel zum Kautionssammelkonto. Eine Übersicht, wer die Anlage grundsätzlich übernimmt, bietet Wer legt die Mietkaution an?.
Häufige Fragen
Wohin zahlt der Mieter bei einem Treuhand-Kautionskonto?
Am einfachsten direkt auf das Treuhandkonto. Wird stattdessen auf das Vermieterkonto gezahlt, leitet der Vermieter den Betrag zügig und unverändert weiter.
Muss der Mieter über die Anlage informiert werden?
Der Vermieter sollte dem Mieter mitteilen, wo die Kaution angelegt ist. Eine Bestätigung mit Kontodaten und Betrag hilft später bei Rückzahlung und Abrechnung.
Wem gehören die Zinsen auf dem Treuhandkonto?
Die Zinsen stehen dem Mieter zu und erhöhen die Sicherheit.
Was tun, wenn die Weiterleitung vergessen wurde?
Leiten Sie den Betrag sofort weiter, dokumentieren Sie den Zeitpunkt und informieren Sie den Mieter. Prüfen Sie, ob Zinsen für die Zwischenzeit auszugleichen sind, und holen Sie sich im Zweifel rechtlichen Rat.