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Smartmiete im Detail: Mietkautionskonto, Mietvertrag und Übergabeprotokoll

Fokus: Start des MietverhältnissesKautionskonto kostenlosSmartMiete GmbH, Heidelberg

Die meisten kennen Smartmiete als Anbieter eines digitalen Mietkautionskontos. Seit Oktober 2026 ist das auch der Kern: Der Anbieter richtet sich neu auf den Start des Mietverhältnisses aus — Kautionskonto, Mietvertrag, Übergabeprotokoll und Mieteingangscheck.


Wer steht hinter Smartmiete?

Anbieter und Betreiber ist die SmartMiete GmbH mit Sitz in Heidelberg, ein Unternehmen der norwegischen Rentelligent Group. Die Muttergesellschaft betreibt seit 2017 die Plattform Husleie.no in Norwegen; die deutsche Beta startete 2021. Das Mietkautionskonto kam im März 2025 als vollintegriertes Modul dazu.

Wichtig für die Einordnung: Beim Kautionskonto ist Instabank lediglich die Partnerbank im Hintergrund, die das Geld verwahrt und die Einlagensicherung stellt. Vertragspartner und Produktverantwortlicher gegenüber Vermieter und Mieter ist die SmartMiete GmbH.

Wie sich das Konto im Markt einordnet, zeigt der Mietkautionskonto-Anbietervergleich.

MerkmalAngabe
AnbieterSmartMiete GmbH, Rudolf-Diesel-Straße 11, 69115 Heidelberg
MuttergesellschaftRentelligent Group (Norwegen), Schwesterprodukt Husleie.no
Deutscher Marktstart2021 (Beta), Kautionskonto seit März 2025
Teamüber 27 Mitarbeitende, Standorte u. a. Oslo und Heidelberg
Nutzerbasis (Eigenangabe)über 105.000 private Vermieter, über 38.000 Mietverträge, über 4.000 Kautionskonten
Partnerbank KautionInstabank ASA (Norwegen), Aufsicht Finanstilsynet
Weitere PartnerNamirial (Identifizierung/Signatur), Tink (Open Banking)
HostingRechenzentrum Frankfurt am Main
Zielgruppe ist der private Vermieter. Smartmiete richtet sich ausdrücklich an Kleinvermieter und Selbstverwalter, nicht an gewerbliche Hausverwaltungen mit großem Bestand. Wer Hunderte Einheiten betreut, findet in klassischer Hausverwaltungs-Software mehr Funktionstiefe.

Die Module bei Smartmiete

Smartmiete hat sich im Oktober 2026 neu ausgerichtet: Der Anbieter konzentriert sich auf den Start eines Mietverhältnisses. Aktuell gehören vier Bausteine zum Angebot:

BausteinFunktionKosten
MietkautionskontoTreuhandkonto nach § 551 BGB bei der Partnerbank Instabankkostenlos
MietvertragGenerator für Wohnraummietverträge inklusive digitaler Signaturkostenlos
Wohnungsübergabeprotokollmobile Dokumentation mit Fotos, Zählerständen und Unterschriftkostenlos
MieteingangscheckÜberwachung der Mietzahlungen je Mietverhältnis, Zahlungserinnerungenkostenlos

Die früheren Zusatzmodule wie Nebenkostenabrechnung, Mieterhöhung, Finanzkompass, Anlage V und Inkasso hat der Anbieter eingestellt oder stellt sie gerade ein. Wer sie braucht, findet Alternativen im Vergleich der Hausverwaltungssoftware.

1. Das Mietkautionskonto

Das Kautionskonto ist der Grund, warum Smartmiete auf dieser Seite überhaupt auftaucht — und gleichzeitig das einzige Modul, bei dem eine Bank im Hintergrund steht.

Wie es funktioniert

1

Registrierung

Der Vermieter legt ein kostenloses Konto auf smartmiete.de an.

2

Kaution anlegen

Im Dashboard wird eine Kaution eingerichtet — optional direkt aus einem dort erstellten Mietvertrag heraus.

3

Mieter einladen

Der Vermieter hinterlegt die E-Mail-Adresse des Mieters, die Identifizierung läuft über Namirial.

4

Einzahlung

Per Überweisung oder über die Open-Banking-Schnittstelle Tink — auch in bis zu drei Monatsraten.

5

Verwahrung

Das Geld liegt getrennt vom Vermögen des Vermieters bei der Instabank und wird verzinst.

6

Rückzahlung

Nach Mietende digitale Freigabe und Auszahlung, dokumentiert im Dashboard. Der Vermieter kann die Auszahlung nach Auskunft von Smartmiete auf ein Konto seiner Wahl vornehmen.

Bei der Kaution selbst wählt der Vermieter im Vertragsassistenten die Zahl der Monatsmieten (1, 2 oder 3 Kaltmieten) als Berechnungsgrundlage oder gibt den Betrag manuell ein. Smartmiete weist darauf hin, dass Änderungen mit den Vereinbarungen mit dem Mieter übereinstimmen sollen und keine Änderung des Originalvertrags darstellen. Gesetzlich zulässig sind höchstens drei Nettokaltmieten (§ 551 Abs. 1 BGB).

Smartmiete: Berechnung der Kaution mit Auswahl von 1, 2 oder 3 Monatsmieten und berechneter Kaution von 1.500,00 Euro
Berechnung der Kaution: Bei drei Monatskaltmieten ergibt sich im Beispiel ein Betrag von 1.500 €. Screenshot vom 28.10.2026.

Konditionen

MerkmalSmartmiete
Kontoführung0 € für Vermieter und Mieter
Verzinsung0,1 % p. a. variabel (Stand September 2026)
AnlageformTreuhandkonto nach § 551 Abs. 3 BGB, getrennt vom Vermögen des Vermieters
Ratenzahlungbis zu drei gleiche Monatsraten nach § 551 Abs. 2 BGB
Einlagensicherungnorwegische Einlagensicherung (Bankenes sikringsfond), 100.000 € je Einleger
Eröffnung durchVermieter (Mieter wird eingeladen)
Zinsangabe nachgerechnet. Die Produktseite nennt nur „gesetzlich verzinst nach § 551 BGB" ohne Zahl. Bei 0,1 % p. a. und einer Kaution von 1.800 € sind das rund 1,80 € Zinsen im Jahr — vor Steuern. Das ist marktüblich für Treuhandkonten dieser Art, aber deutlich weniger, als ein Tagesgeldkonto derzeit bringt. Wie sich das über eine typische Mietdauer auswirkt, zeigt der Mietkautionsrechner.

2. Mietvertrag und Übergabeprotokoll

Mietvertrag. Ein Generator für Wohnraummietverträge, der durch Mieterdaten, Mietobjekt, individuelle Vereinbarungen und Hausordnung führt. Die Vorlagen werden nach Anbieterangabe regelmäßig anwaltlich geprüft und an Gesetzesänderungen angepasst. Auch Wohngemeinschaften mit mehreren Mietern sind abgedeckt.

Im Konto sieht der Ablauf so aus: Smartmiete veranschlagt 6 bis 12 Minuten und teilt den Weg in drei Schritte — Details und Vorschau, Unterschreiben (offline oder online über Namirial) und Mietkaution. Pausieren ist jederzeit möglich, den Vertrag kann man später wieder zum Bearbeiten öffnen.

Smartmiete-Dashboard: Übersichtsseite Mietvertrag mit den drei Schritten Details und Vorschau, Unterschreiben, Mietkaution und einer Liste der wichtigsten Angaben
Startseite des Mietvertrag-Assistenten mit den drei Schritten und der Liste der nötigen Angaben. Screenshot vom 28.10.2026.

Vorab verlangt der Assistent sieben Angaben: Mieter und Mitmieter, Details zum Mietobjekt, Mietdauer, Miete mit Neben- und Heizkosten, die Art des Mietvertrags, Angaben zur Mietpreisbremse (falls erforderlich) sowie Art und Höhe der Kaution. Bei der Art des Mietvertrags stehen Vergleichsmiete, Staffelmiete und Indexmiete zur Auswahl — wer eine Staffel- oder Indexklausel plant, findet dazu unseren Staffelmiete-Rechner und den Indexmietvertrag-Rechner.

Danach folgt ein mehrstufiges Formular (im Test acht Schritte, beginnend mit dem Mietverhältnis, dann dem Vermieter). Im ersten Schritt tragen Vermieter Mietbeginn, Kautionsbetrag und die Adresse des Mietobjekts ein.

Smartmiete-Formular Ergänze Details zum Mietverhältnis mit den Feldern Mietbeginn, Kautionsbetrag, Straße und Hausnummer, Postleitzahl und Stadt
Schritt 1 von 8: Mietbeginn, Kautionsbetrag und Mietobjekt. Screenshot vom 28.10.2026.

Wohnungsübergabeprotokoll. Das mobil gedachte Modul: Räume einzeln dokumentieren, Fotos von Mängeln und Zählerständen hochladen, beide Seiten unterschreiben direkt auf dem Gerät, danach geht das PDF automatisch per E-Mail an Mieter und Vermieter. Liegt bereits ein Mietvertrag im Konto, sind die Objektdaten vorausgefüllt. Was im Protokoll inhaltlich stehen sollte, steht in unserem Leitfaden zum Wohnungsübergabeprotokoll.

3. Der Mieteingangscheck

Die Mietzahlungen werden je Mietverhältnis erfasst, sodass offene Posten sichtbar werden. Bleibt eine Zahlung aus, lassen sich zwei Vorlagen für Zahlungserinnerungen auswählen und versenden. Eine automatische Kontoabfrage per Open Banking wird auf der Produktseite nicht beschrieben — in der aktuellen Darstellung ist das eine manuelle Erfassung mit Erinnerungsfunktion. Was bei ausbleibender Miete rechtlich möglich ist, erklärt Was kann man bei Mietrückstand tun?.

Was Smartmiete nicht abdeckt

  • Keine Mietkautionsbürgschaft. Wer die Kaution nicht binden will, braucht einen anderen Weg — siehe Mietkautionsbürgschaft.
  • Keine Nebenkostenabrechnung, Mieterhöhung und Anlage V mehr. Diese Module sind laut Anbieter eingestellt oder laufen aus (Stand Oktober 2026). Alternativen: Hausverwaltungssoftware im Vergleich.
  • Keine Rechts- oder Steuerberatung. Vorlagen ja, individuelle Beratung nein.
  • Keine Verwaltung großer Bestände. Keine WEG-Verwaltung, keine Mandantenfähigkeit, keine Objektbuchhaltung im klassischen Sinn.
  • Keine Eröffnung des Kautionskontos durch den Mieter. Der Vermieter muss den Prozess starten.
  • Nur Wohnraum. Für Gewerbeobjekte gelten andere Regeln, siehe Gewerbe-Mietkaution.

Für wen sich die Plattform lohnt

ProfilEinschätzung
Private Vermieter mit 1–5 WohnungenPasst für den Start: Kaution, Vertrag, Übergabe und Zahlungskontrolle in einem Konto
Vermieter mit erstem MietverhältnisSinnvoll, weil Vertrag, Kaution und Übergabeprotokoll aufeinander aufbauen
Vermieter mit 10+ EinheitenGrenzwertig — für laufende Verwaltung und Abrechnung eher Hausverwaltungs-Software prüfen
Hausverwaltungen, WEGNicht die Zielgruppe
MieterNur passiv beteiligt: Sie werden eingeladen, zahlen ein und sehen den Kontostand

Smartmiete im Vergleich zu anderen Anbietern

Beim Kautionskonto ist Smartmiete nicht allein. Der direkte Wettbewerber heykaution (plusForta) unterscheidet sich bei Zinsen, Einrichtung und Zielgruppe — der Vergleich steht in heykaution vs. Smartmiete. Details zur Partnerbank, ihrer Regulierung und der norwegischen Einlagensicherung liefert Mietkautionskonto bei der Instabank.

Der entscheidende Unterschied liegt neben dem Konto: Die Wettbewerber verkaufen ein reines Kautionsprodukt, Smartmiete verknüpft das Konto mit Mietvertrag, Übergabeprotokoll und Mieteingangscheck — also mit dem Start des Mietverhältnisses. Wer nur ein Kautionskonto sucht, nutzt einen kleinen Teil des Angebots. Für die laufende Verwaltung und die Nebenkostenabrechnung braucht es weiterhin eine andere Lösung.

Häufige Fragen

Ist Smartmiete wirklich komplett kostenlos?

Mietkautionskonto, Mietvertrag, Übergabeprotokoll und Mieteingangscheck sind laut Anbieter ohne Gebühr und ohne Abo nutzbar. Das Kautionskonto ist für Vermieter und Mieter kostenlos; die Verzinsung steht dem Mieter zu.

Muss ich alle Module nutzen?

Nein. Die Bausteine bauen zwar aufeinander auf — ein im Konto angelegter Mietvertrag füllt Übergabeprotokoll und Kautionskonto vor —, lassen sich aber einzeln verwenden. Ein Kautionskonto geht auch ohne Mietvertrag aus dem System.

Wie hoch ist die Verzinsung des Kautionskontos?

0,1 % p. a. variabel (Stand September 2026). Die Produktseite nennt nur „gesetzlich verzinst nach § 551 BGB" ohne Zahl; die konkrete Angabe steht im Hilfecenter des Anbieters. Die Zinsen stehen dem Mieter zu — siehe Verzinsungspflicht der Mietkaution.

Kann die Kaution in Raten gezahlt werden?

Ja. Die gesetzlich vorgesehene Ratenzahlung in bis zu drei gleichen Monatsraten nach § 551 Abs. 2 BGB ist im Zahlungsprozess vorgesehen, auch wenn die Produktseite sie aktuell nicht mehr ausdrücklich bewirbt. Mehr dazu: Ratenzahlung der Mietkaution.

Was passiert, wenn Smartmiete oder die Instabank insolvent wird?

Die Kaution ist Treuhandvermögen und damit vom Vermögen des Vermieters getrennt — das schützt vor dessen Insolvenz. Gegen eine Bankeninsolvenz greift die norwegische Einlagensicherung (Bankenes sikringsfond) mit 100.000 € je Einleger — dem Niveau, das auch in Deutschland gilt. Details: Mietkautionskonto bei der Instabank.

Ersetzt Smartmiete eine Hausverwaltungs-Software?

Nein. Smartmiete deckt den Start des Mietverhältnisses ab, nicht die laufende Verwaltung: Nebenkostenabrechnung, Mieterhöhung und Anlage V hat der Anbieter eingestellt oder stellt sie ein. Dafür bietet sich eine Hausverwaltungs-Software an.

Können Mieter Smartmiete selbst nutzen?

Nur eingeschränkt. Die Plattform ist auf Vermieter ausgelegt; Mieter werden zum Kautionskonto eingeladen, identifizieren sich, zahlen ein und sehen anschließend Kontostand und Transaktionen. Ein Mieter kann kein Kautionskonto eigenständig eröffnen.

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Quellen


Weiterführende Themen

Erfahrungen mit Smartmiete

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