Smartmiete vs. Deutsche Mietkaution: Welches Kautionskonto passt?

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Heidelberg mit Alter Brücke und Schloss links, Schloss Karlsruhe rechts: die Firmensitze von Smartmiete und Deutscher MietkautionKI-generiert

Smartmiete und die Deutsche Mietkaution sind beide kostenlos und komplett digital. Trotzdem lösen sie unterschiedliche Aufgaben: Das eine ist eine Vermieter-Plattform, in der das Kautionskonto ein Baustein neben Mietvertrag und Übergabeprotokoll ist. Das andere ist ein spezialisiertes Kautionskonto, das auf den Mieter läuft und deutlich mehr Zinsen zahlt. Dieser Vergleich zeigt, worauf es bei der Wahl ankommt.



Die beiden Anbieter im direkten Vergleich

MerkmalSmartmieteDeutsche Mietkaution
AnbieterSmartMiete GmbH, Heidelberg (Rentelligent)DMK Deutsche Mietkaution GmbH, Karlsruhe
PartnerbankInstabank ASA, NorwegenBaader Bank AG, Unterschleißheim
KonstruktionTreuhandkonto auf den VermieterKonto auf den Mieter, an den Vermieter verpfändet
Kosten0 €0 €
Zinssatz0,1 % p. a.2 % p. a. (6 Monate), danach 1 % p. a. variabel
Zugesicherter Mindestzinskeine Angabe0,01 % p. a.
Zinsgutschriftkeine Angabequartalsweise
Wer eröffnetVermieterMieter oder Vermieter
LegitimationNamirialDeutsche Post: eID, Postident, Video-Ident oder Filiale
EinzahlungÜberweisung oder Tink (Open Banking)Überweisung auf die IBAN des Kautionskontos, durch Mieter oder Vermieter
Ratenzahlung (bis zu 3 Raten)Mieter zahlen in 3 Raten, per Überweisung oder LastschriftKaution in Raten zahlbar (Anbieterauskunft)
AuszahlungVermieter zahlt auf ein Konto seiner Wahl ausVermieter startet die Auszahlung im Dashboard, Einbehalt wird auf sein Konto überwiesen, der Rest geht automatisch an den Mieter
Einlagensicherungbis 100.000 € pro Einlegerbis 100.000 € pro Mieter
Unternehmen als Vermieternicht ausdrücklich ausgeschlossenlaut Anbieter private und gewerbliche Vermieter; Verwaltungen auf Anfrage, offizieller Start Ende 2026
Mehrere Kautionenzentral auf der Plattformbeliebig viele Konten über einen Zugang
WertpapieranlageneinGeldmarkt-ETF angekündigt, 9 € je Transaktion
ZusatzfunktionenMietvertrag, Übergabeprotokoll, Mieterhöhung, NebenkostenabrechnungFreigabe oder Teilverwertung im Dashboard, Steuerunterlagen im Mieter-Portal
Marktreifelaut Anbieter über 4.000 Kautionskonten, über 105.000 registrierte VermieterKautionskonto seit August 2026

Zwei Konstruktionen, zwei Blickwinkel

Beide Wege erfüllen, was § 551 Abs. 3 BGB verlangt: Die Kaution muss getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt werden, die Erträge stehen dem Mieter zu. Wie das umgesetzt wird, unterscheidet sich.

Smartmiete: Treuhandkonto auf den Vermieter. Der Vermieter ist Kontoinhaber und hält das Geld treuhänderisch für den Mieter. Er eröffnet das Konto auf der Plattform, lädt den Mieter zur Einzahlung ein und gibt das Guthaben am Ende frei. Für den Vermieter ist das bequem, weil alles an einer Stelle liegt. Der Mieter ist auf die korrekte Abwicklung durch den Vermieter angewiesen.

Deutsche Mietkaution: Konto auf den Mieter, verpfändet an den Vermieter. Das Konto läuft auf den Namen des Mieters. Der Vermieter erhält ein Pfandrecht und kann darüber im Sicherungsfall zugreifen; laut Anbieter hat er dabei vollen Zugriff (100 %) und muss gegenüber dem Anbieter nichts rechtfertigen. Nach Mietende startet der Vermieter die Auszahlung im Dashboard und bestimmt, ob die Kaution vollständig an den Mieter geht oder ein Teil einbehalten wird. Das Guthaben bleibt bis dahin Vermögen des Mieters. Der Mieter sieht Kontostand und Zinsen in einem eigenen Portal und lädt Steuerunterlagen dort selbst herunter.

Was der Vermieter mit der Kaution tun darf, hängt nicht vom Modell ab. Während des Mietverhältnisses darf er sie nur für unstreitige oder rechtskräftig festgestellte Forderungen verwenden (BGH, Urteil vom 7. Mai 2014, VIII ZR 234/13). Was bei Streit um einen Einbehalt hilft, steht in Vermieter zahlt Kaution nicht zurück.

Buchhaltung: ein Unterschied für Vermieter

Nach Angabe der Deutschen Mietkaution läuft bei ihrem Modell kein Kautionsgeld über die Geschäftskonten des Vermieters, weil das Konto auf den Mieter lautet. Bei einem Treuhandkonto ist der Vermieter dagegen Kontoinhaber, sodass Einzahlungen, Zinsen und Rückzahlungen in seiner Buchhaltung erscheinen. Das ist eine Anbieterangabe. Wie sich das steuerlich auswirkt, klärt der Steuerberater. Für Vermieter mit vielen Einheiten oder einer Gesellschaft kann der Unterschied im Alltag spürbar sein.


Zinsen: 0,1 % gegen 2 %

Die Zinsen stehen nach § 551 Abs. 3 BGB dem Mieter zu. Der Abstand zwischen den beiden Anbietern ist groß. Die folgende Tabelle rechnet ohne Zinseszins und vor Steuern, bei der Deutschen Mietkaution mit 2 % für sechs Monate und danach mit 1 %.

KautionNach 1 Jahr: Smartmiete / DMKNach 3 Jahren: Smartmiete / DMKNach 5 Jahren: Smartmiete / DMK
1.500 €1,50 € / 22,50 €4,50 € / 52,50 €7,50 € / 82,50 €
2.400 €2,40 € / 36,00 €7,20 € / 84,00 €12,00 € / 132,00 €
3.600 €3,60 € / 54,00 €10,80 € / 126,00 €18,00 € / 198,00 €

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Erstens ist der Zins der Deutschen Mietkaution variabel. Das Preis- und Leistungsverzeichnis sichert nur einen Mindestzins von 0,01 % p. a. zu, die 2 % gelten nur für die ersten sechs Monate. Zweitens sind die Summen absolut klein. Für die eigene Rechnung hilft der Zinsrechner für die Mietkaution. Zinsen auf die Kaution sind steuerpflichtig, ein Freistellungsauftrag kann sie abdecken.

Beide Anbieter finanzieren sich über die Zinsmarge: Sie legen das Kautionsguthaben an und geben nur einen Teil des Ertrags weiter. Bei der Deutschen Mietkaution kommt derzeit deutlich mehr davon beim Mieter an.


Eröffnung und Ratenzahlung

Smartmiete: Der Vermieter legt das Konto in der Plattform an, entweder direkt beim Erstellen des Mietvertrags oder nachträglich für ein bestehendes Mietverhältnis. Er legt Kautionshöhe und Zahl der Raten fest. Die Identität prüft Namirial. Der Mieter zahlt per Überweisung, Lastschrift oder über Tink ein. Bereits erhaltene Kautionen lassen sich übertragen.

Deutsche Mietkaution: Der Vermieter gibt die E-Mail-Adresse des Mieters und die Kautionshöhe an, der Mieter erhält eine Einladung, verifiziert sich online und zahlt auf die IBAN des Kautionskontos. Alternativ startet der Mieter selbst. Die Legitimation läuft über die Deutsche Post (eID, Postident, Video-Ident oder Filiale).

Ratenzahlung: Der Mieter darf die Kaution in drei Monatsraten zahlen (§ 551 Abs. 2 BGB): die erste zu Beginn des Mietverhältnisses, die weiteren mit den folgenden Mietzahlungen. Das Recht besteht unabhängig vom Anbieter. Smartmiete bildet es direkt ab, die Deutsche Mietkaution bestätigt nach eigener Auskunft ebenfalls, dass die Kaution in Raten bezahlt werden kann. Wer Raten nutzen will, sollte das mit dem Vermieter klären.


Partnerbank und Sicherheit

Keiner der beiden Anbieter ist selbst eine Bank. Entscheidend ist das Partnerinstitut:

  • Smartmiete arbeitet mit der Instabank ASA, einer norwegischen Digitalbank in Oslo unter Aufsicht der Finanstilsynet. Für Kunden in Deutschland gilt die Einlagensicherung bis 100.000 € pro Einleger. Mehr dazu in Mietkautionskonto bei der Instabank.
  • Die Deutsche Mietkaution führt die Konten bei der Baader Bank AG, einer von der BaFin beaufsichtigten Wertpapierbank. Die Einlagensicherung beträgt 100.000 € pro Mieter. Wer dort weitere Guthaben hat, teilt sich diese Obergrenze.

Für eine übliche Kaution von zwei bis drei Nettokaltmieten reicht die Sicherung bei beiden aus. Der Name „Deutsche Mietkaution“ sagt nichts über die Sicherheit: Maßgeblich sind Partnerbank und Einlagensicherung, und die ist in der EU nach denselben Regeln aufgebaut. Ein Unterschied liegt im Alltag: Die Instabank hat keine deutsche Niederlassung, ein Beschwerdeweg würde über Norwegen führen. Was das bedeutet, steht im Instabank-Artikel.


Für wen passt welcher Anbieter?

Ihre SituationPassender Anbieter
Mieter, der selbst ein Konto eröffnen willDeutsche Mietkaution
Möglichst hohe Zinsen für den MieterDeutsche Mietkaution
Mietvertrag, Übergabe und Kaution in einem WerkzeugSmartmiete
Mieter zahlt in drei Raten, direkt im Prozess abgebildetSmartmiete (bei der Deutschen Mietkaution laut Anbieter ebenfalls möglich)
Bestehende Kaution von Sparbuch oder Girokonto umziehenSmartmiete
Kautionen sollen nicht in der Vermieter-Buchhaltung erscheinenDeutsche Mietkaution (Anbieterangabe)
Vermietung über eine GmbHbeide möglich, Deutsche Mietkaution mit Vorbehalt bei Verwaltungen
Hausverwaltung mit großem Bestandvorerst keiner der beiden, siehe Konten für die Immobilienverwaltung

Stärken und Schwächen

Smartmiete

Mietkaution gesetzeskonform & ohne Aufwand verwalten

Digitale Treuhandkonten für Vermieter – gesetzeskonform & schnell eingerichtet

  • In 5 Minuten online eingerichtet – ohne Papierkram
  • 100 % gesetzeskonform gemäß § 551 BGB
  • Alle Mietkautionen zentral & übersichtlich verwalten
  • Sofort einsatzbereit – kein Banktermin nötig
  • Nach Mietende schnell & unkompliziert auflösen

✔ Europäischer Bankpartner · ✔ DSGVO-konform · ✔ Gesetzeskonform

Treuhandkonto jetzt einrichten

  • Stärken: Plattform mit Mietvertrag, Übergabeprotokoll, Mieterhöhung und Nebenkostenabrechnung, Ratenzahlung im Prozess, Übernahme bestehender Kautionen, zentrale Verwaltung, etabliert (laut Anbieter über 4.000 Kautionskonten).
  • Schwächen: Nur 0,1 % Zinsen, Mieter kann nicht selbst eröffnen, Partnerbank im Ausland mit norwegischem Beschwerdeweg. Mehr unter Smartmiete im Detail.

Deutsche Mietkaution

Mietkautionskonto ohne Gebühren – volldigital eröffnen

Konto bei der Baader Bank, auf den Namen des Mieters, verpfändet an den Vermieter

  • 0 € für Eröffnung, Kontoführung, Ein- und Auszahlungen
  • 2,00 % p. a. in den ersten 6 Monaten, danach 1,00 % p. a. variabel
  • Mieter oder Vermieter können die Eröffnung starten
  • Konto- und depotführende Bank: Baader Bank AG
  • Gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €

✔ Partnerbank: Baader Bank · ✔ Ohne Banktermin · ✔ Team hinter Oskar & finanzen.net

Zu miet-kaution.de →

  • Stärken: Deutlich höchster Zins, Mieter kann selbst eröffnen, Guthaben bleibt Vermögen des Mieters, Kaution in Raten zahlbar, Vermieter hat laut Anbieter vollen Zugriff ohne Rechtfertigung, beliebig viele Konten über einen Zugang, Kaution läuft nicht über die Buchhaltung des Vermieters (Anbieterangabe), Geldmarkt-ETF angekündigt.
  • Schwächen: Variabler Aktionszins mit nur 0,01 % Mindestverzinsung, Anbieter erst seit August 2026 am Markt, Verwaltungszugang erst Ende 2026 offiziell. Mehr unter Deutsche Mietkaution im Detail.

Fazit

Für Mieter ist die Deutsche Mietkaution die naheliegende Wahl, wenn der Vermieter mitspielt: Sie ist der einzige der beiden Anbieter, bei dem der Mieter selbst starten kann, und sie zahlt ein Vielfaches an Zinsen. Der Zins ist aber variabel, und der Anbieter ist neu.

Für Vermieter, die digital arbeiten, ist Smartmiete das vollständigere Paket: Mietvertrag, Übergabe, Nebenkosten und Kaution an einem Ort, dazu Ratenzahlung im Prozess. Der niedrige Zins fällt dabei weniger ins Gewicht, weil er dem Mieter zusteht und die Summen klein sind.

Ein klarer Gesamtsieger existiert nicht: Wer vor allem Zinsen und Eigenständigkeit will, wählt die Deutsche Mietkaution, wer eine Vermieter-Plattform braucht, Smartmiete. Den dritten Anbieter im Bunde, heykaution, stellt der Dreiervergleich daneben; weitere Zweiervergleiche: heykaution vs. Smartmiete und heykaution vs. Deutsche Mietkaution. Alle weiteren Banken stehen im Vergleich der Mietkautionskonten.


Häufige Fragen

Was ist der Hauptunterschied zwischen Smartmiete und der Deutschen Mietkaution?

Die Konstruktion. Bei Smartmiete eröffnet der Vermieter ein Treuhandkonto auf seinen Namen, der Mieter zahlt nur ein. Bei der Deutschen Mietkaution läuft das Konto auf den Namen des Mieters und wird an den Vermieter verpfändet. Dazu kommen der Zins (0,1 % gegenüber 2 % im ersten halben Jahr und danach 1 % variabel) und der Umfang: Smartmiete ist eine Vermieter-Plattform, die Deutsche Mietkaution ein spezialisiertes Kautionskonto.

Welcher Anbieter zahlt mehr Zinsen?

Die Deutsche Mietkaution: 2 % p. a. in den ersten sechs Monaten, danach 1 % p. a. variabel. Smartmiete zahlt 0,1 % p. a. Bei 2.400 € Kaution sind das nach drei Jahren rund 84 € gegenüber rund 7 €, jeweils vor Steuern. Zugesichert ist bei der Deutschen Mietkaution laut Preis- und Leistungsverzeichnis nur ein Mindestzins von 0,01 % p. a.

Kann ich als Mieter das Konto selbst eröffnen?

Bei der Deutschen Mietkaution ja: Mieter oder Vermieter können den Prozess starten, der Vermieter muss aber beteiligt sein, weil das Konto an ihn verpfändet wird. Bei Smartmiete eröffnet ausschließlich der Vermieter das Treuhandkonto und lädt den Mieter zur Einzahlung ein.

Wer bietet die Ratenzahlung der Kaution an?

Mieter dürfen die Kaution in drei gleichen Monatsraten zahlen (§ 551 Abs. 2 BGB). Bei Smartmiete können Mieter die Kaution in bis zu drei Raten zahlen, wie gesetzlich vorgesehen: Der Vermieter legt die Zahl der Raten fest, gezahlt wird per Überweisung oder Lastschrift. Auch die Deutsche Mietkaution bestätigt nach eigener Auskunft, dass die Kaution in Raten bezahlt werden kann.

Sind beide Anbieter wirklich kostenlos?

Ja. Für Eröffnung und Kontoführung zahlen weder Mieter noch Vermieter etwas. Beide Anbieter finanzieren sich über die Zinsmarge, also den Teil des Anlageertrags, den sie nicht weitergeben. Bei der Deutschen Mietkaution fallen nur Kosten an, wenn der Mieter die angekündigte Geldmarkt-ETF-Anlage nutzt: 9 € je Kauf oder Verkauf.

Wie sicher ist die Kaution bei der Instabank und der Baader Bank?

Bei beiden greift die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 €. Die Instabank ist eine norwegische Bank unter Aufsicht der Finanstilsynet, die Baader Bank eine von der BaFin beaufsichtigte deutsche Wertpapierbank. Die Sicherungshöhe ist im gesamten EWR einheitlich.

Können Vermieter mit GmbH oder größerem Bestand beide Anbieter nutzen?

Smartmiete schließt Unternehmen nicht ausdrücklich aus und bündelt mehrere Kautionen zentral. Die Deutsche Mietkaution nennt laut Anbieter private und gewerbliche Vermieter als Zielgruppe und bietet beliebig viele Konten über einen Zugang; der offizielle Start für Hausverwaltungen ist Ende 2026, bis dahin nur auf Anfrage.

Quellen

Der Zinssatz der Deutschen Mietkaution ist variabel, alle Konditionen können sich ändern. Die Zinsbeispiele sind Rechenwerte ohne Zinseszins und vor Steuern. Stand der Angaben: 29. September 2026.


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