
Das Mietkautionskonto, das Smartmiete kostenlos anbietet, wird nicht von einer deutschen Bank geführt, sondern von der norwegischen Instabank ASA. Diese Seite schaut deshalb auf die Bank selbst: Wer sie ist, wer sie beaufsichtigt, wie die Einlagensicherung greift, was der geplante Umzug nach Finnland bedeutet — und welche praktischen Folgen es hat, dass die kontoführende Bank in Oslo sitzt.
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Wer ist die Instabank?
Die Instabank ASA ist eine norwegische Digitalbank mit Vollbanklizenz, gegründet im Herbst 2016 und an der Euronext Growth Oslo notiert. Ihr Kerngeschäft sind Konsumentenkredite, Kreditkarten und Spareinlagen in Norwegen, Finnland und Schweden. In Deutschland ist sie seit 2025 mit einer Kreditkarte und — über die Partnerschaft mit Smartmiete — mit dem Mietkautionskonto präsent.
Wichtig für die Einordnung: Anbieter des Kautionsprodukts ist die SmartMiete GmbH (Rentelligent Group), die Instabank ist die Bank im Hintergrund, die das Geld verwahrt. Wer das Konto eröffnet, schließt den Plattformvertrag mit Smartmiete und bekommt ein Konto bei der Instabank. Das komplette Leistungsspektrum der Plattform beschreibt Smartmiete im Detail.
| Eckdaten | Angabe |
|---|---|
| Firma | Instabank ASA, Drammensveien 175, 0277 Oslo, Norwegen |
| Registernummer | NO 816 914 582 (Brønnøysundregister) |
| Gegründet | 2016 |
| Vorstandsvorsitz / CEO | Mona Cathrine Nylander (Vorsitz) / Robert Berg |
| Aufsicht | Finanstilsynet (Norwegen); für die Fusion zusätzlich die EZB |
| Börsennotierung | Euronext Growth Oslo (INSTA) |
| Märkte | Norwegen, Finnland, Schweden, Deutschland |
| Kunden | über 120.000 (Eigenangabe) |
| Ergebnis 2025 | 122,8 Mio. NOK Jahresüberschuss, Ziel 2026: 160–185 Mio. NOK |
| Produkte in Deutschland | Kreditkarte, Mietkautionskonto über Smartmiete |
Die Bank sitzt in Oslo — das hat praktische Folgen
Die Instabank hat keine deutsche Niederlassung. Sie arbeitet grenzüberschreitend aus Norwegen heraus; das Impressum nennt als Diensteanbieter die Instabank ASA in Oslo, die Kundenhotline ist eine norwegische Nummer. Für den Alltag eines Kautionskontos spielt das kaum eine Rolle — bei zwei Punkten aber schon:
- Beschwerdeweg. Erste Anlaufstelle ist die Bank selbst. Führt das zu nichts, ist die zuständige Schlichtungsstelle das norwegische Finansklagenemnda in Oslo. Es arbeitet kostenlos, nimmt Anfragen aber in norwegischer Sprache entgegen. Die BaFin ist nur für Verstöße gegen das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz zuständig, nicht für den allgemeinen Kundenstreit.
- Servicezeiten. Der Kundenservice ist montags bis freitags von 10 bis 15 Uhr erreichbar — ein schmaleres Fenster als bei den meisten deutschen Banken.
Die Konditionen des Kautionskontos
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Einrichtung | 0 € |
| Jahresgebühr | 0 € |
| Verzinsung | 0,1 % p. a., variabel (Angabe der Instabank, Stand September 2026) |
| Kontoart | Treuhandkonto, eröffnet durch den Vermieter |
| Ratenzahlung | drei Monatsraten nach § 551 Abs. 2 BGB möglich |
| Voraussetzungen | Wohnsitz in Deutschland, gültiges europäisches Ausweisdokument, Identifizierung per Smartphone |
| Einlagensicherung | Bankenes sikringsfond, für Kunden in Deutschland 100.000 € je Einleger |
Einlagensicherung: 100.000 €, nicht mehr
Die Instabank gehört dem Bankenes sikringsfond an, der norwegischen gesetzlichen Einlagensicherung. Für Kunden in Deutschland sind Einlagen dort bis 100.000 € je Einleger und Bank geschützt — genau das Niveau, das auch in Deutschland gilt.
Häufig liest man von der höheren norwegischen Deckung von 2 Millionen norwegischen Kronen (rund 170.000 €). Die gibt es tatsächlich, sie hilft deutschen Sparern aber nicht: Seit 2019 gilt sie nur noch für Einleger in Norwegen. Wer von Deutschland aus bei einer norwegischen Bank anlegt — ob über eine Zweigstelle oder grenzüberschreitend wie bei der Instabank —, fällt unter den EU-weit harmonisierten Betrag von 100.000 €. Smartmiete nennt diese Zahl auf der Produktseite auch ausdrücklich; die Instabank selbst wirbt auf ihren deutschen Seiten mit „Europas bester Schutz für deine Mietkaution”, ohne eine Summe zu nennen — für deutsche Kunden ist dieser Schutz nicht besser als der deutsche, sondern gleich hoch.
Für eine Mietkaution, die selten über 3.000 € liegt, ist das ohne praktische Bedeutung. Wer daneben noch Tages- oder Festgeld bei derselben Bank hält, sollte die 100.000 € aber als gemeinsame Obergrenze im Blick behalten.
Davon strikt zu trennen sind zwei verschiedene Risiken:
| Risiko | Was schützt |
|---|---|
| Vermieter wird insolvent | die Treuhandkonstruktion — das Guthaben ist vom Vermögen des Vermieters getrennt und fällt nicht in die Insolvenzmasse |
| Bank wird insolvent | die Einlagensicherung — Bankenes sikringsfond, unabhängig davon, wer das Konto führt |
| Plattform Smartmiete stellt den Betrieb ein | weder das eine noch das andere ist betroffen: Das Geld liegt bei der Bank, nicht bei der Plattform |
Mehr zur Systematik steht unter Einlagensicherung bei der Mietkaution.
Geplant: der Umzug nach Finnland
Ein Punkt, der auf den Produktseiten nicht auftaucht, für die Einordnung der Einlagensicherung aber wesentlich ist: Die Instabank ASA will Norwegen als Sitzstaat verlassen. Am 27. Juni 2025 haben die Vorstände einen Fusionsplan unterzeichnet, nach dem die Instabank ASA auf ihre finnische Tochter Instafin Oy — künftig Instabank Oy — verschmolzen wird. Die norwegische Gesellschaft würde dabei als Rechtsträger erlöschen; die finnische Gesellschaft übernimmt sämtliche Vermögenswerte, Rechte und Pflichten und beantragt eine finnische Banklizenz.
Der Schritt steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung von EZB und norwegischer Finanzaufsicht und war für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen. Stand 23. September 2026 ist er nicht vollzogen: Die Bank firmiert in ihren Quartalsmitteilungen und im deutschen Impressum weiterhin als Instabank ASA mit Sitz in Oslo.
Rechtliche Einordnung: passt das zu § 551 BGB?
§ 551 Abs. 3 BGB verlangt drei Dinge: Der Vermieter muss die Kaution getrennt von seinem Vermögen anlegen, bei einem Kreditinstitut, und zu dem üblichen Zinssatz für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist, sofern nichts anderes vereinbart ist.
- Getrennt vom Vermögen: erfüllt — das Treuhandkonto dient ausschließlich der Kaution.
- Kreditinstitut: erfüllt — die Instabank ist eine beaufsichtigte Vollbank. Das Gesetz schreibt kein deutsches Institut vor, und ein Institut im Europäischen Wirtschaftsraum genügt.
- Verzinsung: Die Zinsen stehen dem Mieter zu und erhöhen die Kaution. Mit 0,1 % liegt das Konto in der Größenordnung dessen, was Banken derzeit für Spareinlagen mit dreimonatiger Kündigungsfrist zahlen. Den Vergleich zeigt die Übersicht zu Mietkaution-Zinsen.
Die Einlagensicherung gehört ausdrücklich nicht zu den Anforderungen des § 551 BGB. Sie ist eine zusätzliche Absicherung gegen den Ausfall der Bank, kein Tatbestandsmerkmal der Anlagepflicht.
Zinsen und Steuern: der Ablauf
Beim Smartmiete-Kautionskonto läuft die Verzinsung anders, als man es von einem eigenen Sparkonto kennt. Nach Auskunft des Anbieters sieht der Ablauf so aus:
- Gutschrift einmal im Jahr. Die Zinsen werden jeweils zum 1. Januar dem Kautionskonto gutgeschrieben und erhöhen damit das Guthaben.
- Keine Meldung ans Finanzamt. Die Bank führt keine Abgeltungsteuer ab und meldet die Erträge auch nicht. Der Vermieter als Kontoinhaber erhält lediglich die üblichen Kontounterlagen.
- Der Sparer-Pauschbetrag spielt hier keine Rolle. Weil an der Quelle nichts einbehalten wird, gibt es auch nichts freizustellen — ein Freistellungsauftrag läuft für dieses Konto ins Leere.
- Versteuert wird am Ende. Erst mit dem Mietende zahlt der Vermieter die aufgelaufenen Zinsen an den Mieter aus. Der Mieter gibt sie dann in seiner Steuererklärung an, weil ihm die Erträge zustehen.
Praktisch heißt das: Während der Mietzeit muss keine Seite jedes Jahr etwas erklären. Der steuerlich relevante Moment ist die Auszahlung nach dem Auszug — zusammen mit der Rückzahlung der Kaution. Mieter sollten den Zinsanteil in der Kautionsabrechnung deshalb nicht übersehen; wie hoch er über eine typische Mietdauer ausfällt, zeigt der Mietkautionsrechner.
Ein Sonderthema entfällt immerhin: Norwegen erhebt auf Zinsen an ausländische Privatanleger keine Quellensteuer. Es gibt also nichts zurückzufordern, anders als bei norwegischen Dividenden. Grundsätzliches zur Besteuerung von Kautionszinsen steht unter Freistellungsauftrag für Zinsen auf die Mietkaution.
Was das für Mieter bedeutet
- Schutz vor einer Insolvenz des Vermieters: Das Konto läuft zwar auf den Vermieter, das Guthaben ist aber vom Vermögen des Vermieters getrennt und wirtschaftlich dem Mieter zugeordnet. Der Vermieter darf es nur für berechtigte Forderungen aus dem Mietverhältnis verwenden.
- Ratenzahlung: Mieter dürfen die Kaution in drei Monatsraten zahlen, die erste zu Beginn des Mietverhältnisses.
- Nachweis: Mieter erhalten eine Bestätigung über die hinterlegte Kaution — diese gehört zu den Unterlagen, die man bis zur Rückzahlung aufbewahrt.
- Rückzahlung nach Mietende: Der Vermieter gibt die Kaution digital frei, soweit keine berechtigten Ansprüche bestehen. Wie lange er dafür Zeit hat, steht unter Vermieter zahlt Kaution nicht zurück.
Schritt für Schritt zur Kontoeröffnung
Registrieren
Der Vermieter registriert sich online bei Smartmiete — ein Wohnsitz in Deutschland ist Voraussetzung.
Identifizieren
Die digitale Identifizierung läuft per Smartphone mit einem europäischen Ausweisdokument.
Konto wird eingerichtet
Im Hintergrund richtet die Partnerbank Instabank ein Treuhandkonto ein.
Mieter zahlt ein
Der Mieter überweist die Kaution auf das Konto bei der Instabank, auf Wunsch in drei Monatsraten.
Verwaltung im Dashboard
Der Vermieter behält über das Smartmiete-Dashboard jederzeit den Überblick.
Digitale Freigabe
Nach Mietende erteilt der Vermieter die Freigabe — vollständig papierlos.
Was gegen das Konto spricht
Damit das Bild vollständig ist — drei Punkte, die man vor der Eröffnung kennen sollte:
- Der Beschwerdeweg führt nach Norwegen. Die zuständige Schlichtungsstelle arbeitet auf Norwegisch. Bei einer deutschen Bank wäre es der deutschsprachige Ombudsmann des jeweiligen Bankenverbands.
- 0,1 % sind wenig. Als Verwahrung in Ordnung, als Geldanlage nicht — wer mehr will, muss über andere Anlageformen nachdenken, etwa ein Mietkautionsdepot.
- Kein direkter Zugang. Das Konto ist nur über die Smartmiete-Plattform erreichbar, nicht als eigenständiges Bankprodukt. Und eröffnen kann es nur der Vermieter, nicht der Mieter.
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Häufige Fragen
Was passiert, wenn die Instabank insolvent wird?
Dann greift die norwegische Einlagensicherung (Bankenes sikringsfond). Für Kunden in Deutschland sind Guthaben bis 100.000 € je Einleger und Bank geschützt — dem Niveau, das auch in Deutschland gilt. Die höhere norwegische Deckung von 2 Millionen Kronen gilt seit 2019 nur noch für Einleger in Norwegen und greift hier nicht. Eine Mietkaution liegt ohnehin weit darunter. Die Trennung als Treuhandkonto schützt die Kaution dagegen vor einer Insolvenz des Vermieters, nicht vor einer Insolvenz der Bank. Mehr dazu unter Einlagensicherung bei der Mietkaution.
Zieht die Instabank nach Finnland um?
Das ist geplant. Seit dem Fusionsplan vom 27. Juni 2025 soll die Instabank ASA auf ihre finnische Tochter Instabank Oy verschmolzen werden, die norwegische Gesellschaft würde erlöschen. Der Schritt braucht die Zustimmung der EZB und der norwegischen Finanzaufsicht und war für das erste Halbjahr 2026 vorgesehen. Stand 23. September 2026 firmiert die Bank weiterhin als Instabank ASA mit Sitz in Oslo. Nach einem Vollzug träte die finnische Einlagensicherung an die Stelle der norwegischen — am Betrag von 100.000 € je Einleger ändert sich für deutsche Kunden nichts.
Wie werden die Zinsen versteuert?
Die Zinsen werden jeweils zum 1. Januar dem Kautionskonto gutgeschrieben. Die Bank führt keine Abgeltungsteuer ab und meldet die Erträge auch nicht ans Finanzamt; der Vermieter als Kontoinhaber erhält nur die üblichen Kontounterlagen. Ein Freistellungsauftrag oder der Sparer-Pauschbetrag spielen deshalb keine Rolle. Steuerlich relevant wird es erst am Ende des Mietverhältnisses: Dann zahlt der Vermieter die aufgelaufenen Zinsen an den Mieter aus, und der Mieter gibt sie in seiner Steuererklärung an — siehe Freistellungsauftrag für Zinsen auf die Mietkaution.
An wen wende ich mich bei einer Beschwerde?
Zuerst an die Bank selbst (beschwerde@instabank.de). Kommt es zu keiner Einigung, ist die zuständige Schlichtungsstelle das norwegische Finansklagenemnda in Oslo — kostenlos, aber in norwegischer Sprache. Die BaFin ist nur für Verstöße gegen das Zahlungsdiensteaufsichtsgesetz und die zugehörigen BGB-Vorschriften zuständig, nicht für den allgemeinen Kundenstreit.
Was passiert, wenn die SmartMiete GmbH den Betrieb einstellt?
Das Guthaben liegt nicht bei der SmartMiete GmbH, sondern auf dem Konto bei der Partnerbank Instabank. Ein Ende der Plattform berührt die Kaution selbst deshalb nicht. Wie die Freigabe in diesem Fall abläuft, regeln die Vertragsbedingungen. Vermieter sollten die Kontobestätigung mit IBAN in den Mietunterlagen aufbewahren.
Warum verwahrt eine norwegische statt einer deutschen Bank die Kaution?
Die SmartMiete GmbH arbeitet mit der Instabank als Bankpartner, um das Konto vollständig digital und kostenlos anbieten zu können. § 551 Abs. 3 BGB verlangt ein Kreditinstitut, schreibt aber kein deutsches Institut vor. Norwegen gehört nicht zur EU, aber zum Europäischen Wirtschaftsraum und hat die europäischen Regeln zur Einlagensicherung übernommen.
Kann ich bei der Instabank auch ohne Smartmiete ein Kautionskonto eröffnen?
Nein. Das Mietkautionskonto ist in Deutschland ausschließlich über die Partnerplattform Smartmiete erreichbar. Direkt bei der Instabank gibt es in Deutschland derzeit nur die Kreditkarte.
Fazit
Das Mietkautionskonto „bei der Instabank” ist ein Produkt der SmartMiete GmbH, die Instabank ist die kontoführende Partnerbank. Für Vermieter ist es seit der Einstellung des DKB-Vermieterpakets eine der wenigen kostenlosen, rein digitalen Alternativen, und die Bank ist beaufsichtigt, profitabel und durch eine Einlagensicherung gedeckt, die mit 100.000 € je Einleger dem deutschen Niveau entspricht.
Drei Dinge sollte man mitnehmen: Die Zinsen werden jährlich gutgeschrieben, aber erst am Mietende an den Mieter ausgezahlt und von ihm versteuert. Der Beschwerdeweg führt im Ernstfall nach Norwegen. Und die Bank plant, ihren Sitz nach Finnland zu verlegen — kein Grund zur Sorge um das Schutzniveau, aber ein Grund, Post der Bank zu lesen und Kontobestätigung samt IBAN in den Mietunterlagen aktuell zu halten.
Quellen
- Primärquelle § 551 BGB – Begrenzung und Anlage von Mietsicherheiten — Bundesministerium der Justiz
- Primärquelle Bankenes sikringsfond – norwegische Einlagensicherung — Bankenes sikringsfond, abgerufen am 23.09.2026
- Anbieterangabe „Einlagen bei Instabank sind durch das norwegische Einlagensicherungssystem geschützt und bis zu einem Betrag von 100.000 EUR pro Einleger abgesichert." — SmartMiete GmbH, abgerufen am 23.09.2026
- Anbieterangabe Mietkautionskonto – Konditionen und Voraussetzungen — Instabank ASA, abgerufen am 23.09.2026
- Anbieterangabe Impressum: Sitz, Aufsicht und Beschwerdestellen — Instabank ASA, abgerufen am 23.09.2026
- Unternehmensmitteilung Merger Information: Verschmelzung auf Instabank Finland — Instabank ASA Investor Relations, Fusionsplan vom 27.06.2025, abgerufen am 23.09.2026