Casavi vs. Fairwalter: Welches Property-Management-Tool passt zu Ihnen?

Casavi und Fairwalter tauchen in Suchergebnissen regelmäßig nebeneinander auf — als wären es zwei Angebote für dieselbe Entscheidung. Das sind sie nicht. Sie liegen in unterschiedlichen Ländern und auf unterschiedlichen Ebenen der Softwarelandschaft. Wer das vorher weiß, spart sich zwei Demo-Termine.
Der erste Unterschied: das Land
Fairwalter ist eine Schweizer Software. Der Anbieter sitzt in Zürich, speichert die Daten ausschließlich in der Schweiz, rechnet in Franken ab und ist Partner des Hauseigentümerverbands Schweiz. Die Funktionen sind auf das Schweizer Mietrecht ausgelegt — Mietzinsabrechnung, die dortige Nebenkostenlogik, die dortigen Fristen.
Für eine deutsche Verwaltung ist das kein Detail, sondern das Ausschlusskriterium. Die deutsche Betriebskostenabrechnung folgt der Betriebskostenverordnung mit ihren siebzehn Kostenarten, die Heizkostenabrechnung der Heizkostenverordnung, und die Steuerseite endet in der Anlage V. Eine Software, die das nicht kennt, erzeugt Mehrarbeit statt weniger.
casavi dagegen ist im deutschsprachigen Markt mit Schwerpunkt Deutschland zu Hause und nennt über 2.200 Kunden mit zusammen 3,8 Millionen verwalteten Einheiten.
Der zweite Unterschied: die Ebene
Auch ohne die Ländergrenze wären die beiden schwer zu vergleichen, weil sie unterschiedliche Aufgaben übernehmen.
Fairwalter ist eine Komplettlösung. Objekt- und Mieterverwaltung, Buchhaltung mit Debitoren und Kreditoren, Nebenkostenabrechnung, Mietverträge, Ein- und Auszug, Dokumentenmanagement — alles in einem System. Wer Fairwalter einführt, braucht daneben nichts weiter.
casavi ist ein Aufsatz. Der Anbieter formuliert es selbst so: casavi ersetzt das ERP-System nicht. Die Software übernimmt, was klassische Verwaltungssysteme traditionell schlecht können — Kommunikation über alle Kanäle, Vorgangs- und Handwerkersteuerung, Portale und Apps für Mieter und Eigentümer — und bindet sich dafür an das bestehende ERP an. Genannt werden unter anderem Aareon, CREM Solutions, easimo, EverReal, Impower, ista, Win-CASA und WOWIPORT.
Eine Verwaltung, die casavi einsetzt, betreibt also zwei Systeme. Eine Verwaltung mit Fairwalter eines. Das ist weder besser noch schlechter, aber es verändert die Kostenrechnung vollständig.
casavi im Detail
casavi richtet sich nach eigener Aussage an „Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen jeder Größe, vom Einzelobjekt bis zum großen Bestandshalter” — der Schwerpunkt liegt erkennbar bei professionellen Verwaltungen mit mehreren Hundert Einheiten aufwärts.
Funktionen:
- Vorgangsmanagement: eingehende Anliegen als nachvollziehbare Tickets statt als E-Mail-Flut
- Kommunikation über mehrere Kanäle in einem Strang — Telefon, E-Mail, Post und WhatsApp
- Dokumentenmanagement mit Zugriff für Eigentümer und Mieter
- Handwerkersteuerung: Aufträge vergeben, Rückmeldungen dokumentieren
- Kunden-Apps für Mieter und Eigentümer
- KI-Module unter den Namen Answer, Assist und Automate für die Bearbeitung eingehender Anfragen
Preise: nicht öffentlich. Abgerechnet wird je verwalteter Einheit, die Zahl kommt im Vertriebsgespräch.
Der Haken: Die Einführung ist kein Wochenendprojekt. Wer Kommunikation, Dokumente und Vorgänge aus gewachsenen Postfächern in ein Ticketsystem überführt, ändert Arbeitsabläufe im ganzen Haus. Der Nutzen skaliert mit der Zahl der Anliegen — bei wenigen Einheiten entsteht er gar nicht erst.
Fairwalter im Detail
Fairwalter nennt über 1.500 aktive Nutzer und adressiert professionelle Verwaltungen, private Vermieter, Unternehmen mit eigenem Bestand und öffentliche Verwaltungen — alle in der Schweiz.
Funktionen:
- Objekt- und Mieterverwaltung
- Buchhaltung samt Debitoren, Kreditoren und Finanzauswertungen
- Nebenkostenabrechnung nach Schweizer Logik
- Mietverträge, Ein- und Auszugsabwicklung
- Dokumentenmanagement mit KI-Unterstützung
- KI-Assistent „Walter” für Rückfragen im System
- Schnittstellen über eine API
Preise (Stand September 2026, Angaben des Anbieters):
| Paket | Preis je Monat | Mietobjekte | Nutzer |
|---|---|---|---|
| Light | 29 CHF | 10 | 1 |
| Privat | 69 CHF | 25 | 2 |
| Basic | 99 CHF | 100 | 3 |
| Professional | 299 CHF | 300 | 10 |
| Enterprise | 699 CHF | ab 1.000 | unbegrenzt |
Aufschaltgebühr, Updates, Datensicherung, Hosting in der Schweiz und das Helpcenter sind in jedem Paket enthalten. Zusätzlicher Speicher kostet 9,90 CHF im Monat je 50 GB, weitere 100 Mietobjekte je nach Paket zwischen 40 und 60 CHF.
Dass Fairwalter Preise veröffentlicht, ist in diesem Markt bemerkenswert — die meisten Anbieter für professionelle Verwaltungen tun das nicht.
Die Gegenüberstellung
| casavi | Fairwalter | |
|---|---|---|
| Markt | Deutschland, DACH | Schweiz |
| Ebene | Aufsatz auf bestehendes ERP | Komplettlösung mit eigener Buchhaltung |
| Buchhaltung | nein, im angebundenen ERP | ja, inklusive Debitoren und Kreditoren |
| Nebenkostenabrechnung | nein, im angebundenen ERP | ja, nach Schweizer Recht |
| Mieter- und Eigentümerportal | ja, Schwerpunkt des Produkts | ja |
| Vorgangs- und Handwerkersteuerung | ja, umfangreich | grundlegend |
| KI-Funktionen | Answer, Assist, Automate | Assistent „Walter”, Dokumentenerkennung |
| Preise öffentlich | nein | ja, 29–699 CHF im Monat |
| Größenordnung | 2.200 Kunden, 3,8 Mio. Einheiten | über 1.500 aktive Nutzer |
Angaben aus den öffentlichen Produkt- und Preisseiten beider Anbieter, abgerufen im September 2026.
Was das für deutsche Verwaltungen heißt
Wer in Deutschland verwaltet, steht praktisch nicht vor der Wahl zwischen diesen beiden. Die tatsächliche Entscheidung sieht anders aus:
Eigener Bestand, wenige Einheiten. Dann ist keines der beiden Systeme richtig. Die Anbieter für private Vermieter liegen zwischen kostenlos und rund 75 Euro im Monat — die Gegenüberstellung steht im Hausverwaltungssoftware-Vergleich, und welcher Anbieter zum eigenen Bestand passt, klärt der Software-Finder in drei Angaben.
Fremde Mandate, professionelle Verwaltung. Dann steht zuerst die ERP-Frage an — Impower, Domus, Haufe PowerHaus, Immoware24 — und erst danach die nach einem Aufsatz wie casavi, facilioo, etg24 oder heytalo. Die Einordnung beider Schichten samt Preislogik steht unter Software für Hausverwaltungen.
WEG-Selbstverwaltung. Eine Gemeinschaft ohne externen Verwalter fällt zwischen die Stühle. Aus dem Vermieter-Vergleich decken nur der WISO Hausverwalter 365 und Immoware24 die Eigentümerabrechnung ab; auf der Profi-Seite ist etg24 der naheliegende Einstieg, weil es eigene Tarife für Selbstverwalter ausweist. Mehr dazu unter Digitale WEG-Verwaltung.
Bestand in der Schweiz. Dann ist Fairwalter ein ernsthafter Kandidat — und zwar der einzige der beiden.
Und die Mietkaution?
Beide Systeme führen Kautionen buchhalterisch, keines legt sie an. Die Anlage getrennt vom Vermögen des Vermieters nach § 551 BGB leistet ein Konto. Für Verwaltungen mit mehreren Mandaten führt der Weg über ein offenes Treuhandkonto je Mandat oder ein Sammelkonto mit klarer Zuordnung je Mieter:
- Kautionssammelkonto für mehrere Mietobjekte
- Konten für die Immobilienverwaltung
- Mietkautionskonto-Anbieter im Vergleich
Häufige Fragen
Kann man casavi und Fairwalter überhaupt vergleichen?
Nur eingeschränkt. Fairwalter ist eine Komplettlösung mit eigener Buchhaltung, casavi ausdrücklich kein ERP-Ersatz, sondern eine Schicht darüber für Kommunikation, Vorgänge und Portale. Dazu kommt der Markt: Fairwalter ist eine Schweizer Software mit Schweizer Mietrecht und Preisen in Franken, casavi ist im deutschen Markt zu Hause.
Ist Fairwalter für deutsche Vermieter geeignet?
In der Regel nicht. Fairwalter sitzt in Zürich, hostet in der Schweiz, rechnet in Schweizer Franken ab und ist auf das Schweizer Mietrecht ausgelegt. Deutsche Besonderheiten wie die Betriebskostenabrechnung nach Betriebskostenverordnung oder die Vorbereitung der Anlage V bildet die Software nicht zugeschnitten ab. Für einen deutschen Bestand führt der Weg über die Anbieter im Hausverwaltungssoftware-Vergleich.
Was kostet Fairwalter?
Fairwalter veröffentlicht fünf Pakete: Light für 29 CHF im Monat (10 Mietobjekte, 1 Nutzer), Privat für 69 CHF (25 Objekte, 2 Nutzer), Basic für 99 CHF (100 Objekte, 3 Nutzer), Professional für 299 CHF (300 Objekte, 10 Nutzer) und Enterprise für 699 CHF (ab 1.000 Objekte, unbegrenzt Nutzer). Aufschaltgebühr, Updates, Hosting und Datensicherung sind enthalten.
Was kostet casavi?
Der Anbieter veröffentlicht keine Preisliste. Abgerechnet wird je verwalteter Einheit, der konkrete Satz kommt nach einem Demo-Termin. Das ist im Markt für professionelle Verwaltersoftware der Normalfall — von den gängigen Anbietern nennt nur etg24 offene Tarife.
Braucht man neben casavi noch ein anderes System?
Ja. casavi schreibt selbst, es ersetze das ERP-System nicht. Buchhaltung, Hausgeld- und Betriebskostenabrechnung bleiben im ERP — casavi bindet sich unter anderem an Aareon, CREM Solutions, EverReal, Impower, ista, Win-CASA und WOWIPORT an. Die Einordnung beider Schichten steht unter Software für Hausverwaltungen.
Verwaltet eines der beiden Tools die Mietkaution?
Buchhalterisch ja, tatsächlich nein. Die Kaution muss nach § 551 BGB getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt werden, und das leistet ein Konto. Bei mehreren Mandaten kommt dafür ein Kautionssammelkonto oder je Mandat ein offenes Treuhandkonto infrage.
Angaben aus den öffentlichen Produkt-, Preis- und Unternehmensseiten von casavi und Fairwalter, abgerufen im September 2026. Preise und Funktionsumfang können sich ändern; Frankenbeträge sind nicht umgerechnet.
Weiterführende Themen
- Software für Hausverwaltungen: die Profi-Systeme im Überblick
- Hausverwaltung Software im Vergleich — die Anbieter für private Vermieter
- Software-Finder: Was passt zu Ihrem Bestand?
- Digitale WEG-Verwaltung
- objego Hausverwaltung
- Selbst verwalten oder Hausverwaltung?
- Kautionssammelkonto für mehrere Mietobjekte