Wer eine Wohnung neu vermietet, muss sie zuerst sichtbar machen. ImmoScout24 ist dafür die erste Adresse, aber nicht die einzige und nicht immer die günstigste. Dieser Vergleich zeigt, was ein Inserat bei den großen Portalen und ihren Alternativen kostet, wo es kostenlose Wege gibt und welche Angaben in jede Anzeige gehören.
Die Plattformen im Vergleich
| Plattform | Kosten für Privatvermieter | Laufzeit und Grenzen | Stärke |
|---|---|---|---|
| ImmoScout24 | Basis-Inserat kostenlos, Premium-Pakete kostenpflichtig (Preis erst in der Buchung, je nach Region und Objekt) | Basis: bis zu 14 Tage bei Vermietung, 7 Tage bei Nachmietersuche, begrenzte Zahl an Kontaktanfragen, höchstens ein bis zwei kostenlose Anzeigen je sechs Monate | größte Reichweite, bekanntestes Portal |
| ImmoScout24 Vermieten+ | 9,90 € im Monat inkl. einer Wohneinheit, jede weitere 0,99 € | alle drei Monate ein kostenloses Inserat mit 14 Tagen Laufzeit und unbegrenzten Anfragen | Verwaltungssoftware und Inserat in einem Paket |
| immowelt | Paket immoBasis für Private im ersten Monat kostenlos, immoPlus ab 34,99 €, immoPremium ab 54,99 € | Gratis-Monat je Objekt nur einmal innerhalb von drei Monaten, danach automatische Verlängerung zum regulären Preis, wenn nicht gekündigt | Gratis-Start, Reichweite über Partnerportale |
| Kleinanzeigen | bis zu zwei gleichzeitige Anzeigen in „Mietwohnungen“ kostenlos, danach 19,99 € Einstellgebühr | 30 Tage Laufzeit, Verlängerung 19,99 €, zusätzlich bis zu zwei neue Gratis-Anzeigen innerhalb von 30 Tagen | lokale Reichweite, schnell und unkompliziert |
| WG-Gesucht | Inserieren möglich, Hervorhebung kostenpflichtig (laut Anbieterseite ab 35,58 €) | auf Zimmer, WGs und Studentenwohnungen ausgerichtet | Zielgruppe Studierende und Azubis |
| Nunc | 149 bis 249 € je Vermietung, je nach Paket | schreibt das Inserat, schaltet es auf ImmoScout24 (im größten Paket auch immowelt und Kleinanzeigen) und vergibt Besichtigungstermine | Komplettservice statt eigener Arbeit |
Stand der Preise: Oktober 2026, jeweils inklusive Mehrwertsteuer. Anbieter ändern Konditionen und Aktionen häufig, deshalb zählt am Ende die Buchungsübersicht des Portals. Bei ImmoScout24 widersprechen sich die Angaben auf den eigenen Hilfeseiten bei Laufzeit und Zahl der Gratis-Anzeigen. Wir nennen deshalb die Spanne.
ImmoScout24: Reichweite zum Wunschpreis, aber nicht umsonst
Das kostenlose Basis-Inserat reicht, um eine nachgefragte Wohnung in einer Großstadt zu vermieten: Dort gehen binnen Stunden mehr Anfragen ein, als Sie bearbeiten können. Die Grenzen sind die kurze Laufzeit, das Limit bei den Kontaktanfragen und die Beschränkung auf ein bis zwei Gratis-Anzeigen je Halbjahr. Wer mehr Sichtbarkeit oder längere Laufzeit braucht, bucht ein Premium-Paket. Dessen Preis erfährt man erst im Buchungsprozess, er hängt von Region und Objekt ab.
Vermieten+ ist die Alternative für alle, die ohnehin regelmäßig vermieten oder mehrere Einheiten halten: Für 9,90 € im Monat gibt es eine Verwaltungssoftware, und alle drei Monate ein kostenloses Inserat mit 14 Tagen Laufzeit. Was das Paket außer dem Inserat leistet und für wen es sich lohnt, steht im Test von Vermieten+.
Die Alternativen im Detail
immowelt. Seit November 2025 können Privatvermieter den ersten Monat kostenlos inserieren, mit dem vollen Funktionsumfang des Pakets immoBasis. Danach läuft das Inserat zum regulären Preis weiter, sofern man nicht rechtzeitig kündigt: Der Haken liegt in der automatischen Verlängerung. Ein Objekt lässt sich nur einmal innerhalb von drei Monaten kostenfrei einstellen. Wer das Inserat nach der Vermietung nicht beendet, zahlt weiter.
Kleinanzeigen. Für Mietwohnungen sind bis zu zwei Anzeigen gleichzeitig kostenlos. Das reicht für die meisten privaten Vermieter. Der Nachteil ist weniger die Reichweite als die fehlende Vorarbeit: Die Plattform filtert Interessenten nicht, und die Anfragen kommen ungeordnet.
WG-Gesucht. Das richtige Portal für WG-Zimmer, möblierte Wohnungen und Apartments in Universitätsstädten. Wer an Studierende oder Azubis vermietet, erreicht dort die Zielgruppe direkter als auf den großen Portalen. Für ganz normale Familienwohnungen ist es zweite Wahl.
Vermietungstools wie Nunc. Statt selbst zu inserieren, übergibt man die Arbeit: Das Tool schreibt den Text, bearbeitet Fotos, schaltet das Inserat und vergibt die Besichtigungstermine. Bezahlt wird einmalig pro Vermietung. Der Preis steht gegen die eigene Zeit. Mehr dazu im Überblick über Vermieter-Software.
Ohne Portal. In Kleinstädten und im Bestand funktionieren Aushang, Bekanntenkreis oder die Hausverwaltung oft besser. Ein Makler übernimmt Inserat, Besichtigungen und Auswahl. Nach dem Bestellerprinzip zahlt aber, wer ihn beauftragt, also der Vermieter.
Welche Plattform für welche Wohnung?
- Gefragte Wohnung in der Großstadt: Basis-Inserat auf ImmoScout24, dazu der Gratis-Monat bei immowelt. Mehr braucht es selten.
- Wohnung in der Kleinstadt oder im ländlichen Raum: Kleinanzeigen und lokale Kanäle zuerst, ImmoScout24 oder immowelt ergänzend.
- WG-Zimmer, Apartment oder Studentenwohnung: WG-Gesucht, parallel ein Gratis-Inserat bei Kleinanzeigen.
- Schwer vermietbares Objekt: Premium-Inserat mit längerer Laufzeit, dazu ein überarbeitetes Exposé.
- Keine Zeit für die Vermarktung: Vermietungstool oder Makler gegen Festpreis.
- Mehrere Einheiten mit regelmäßigem Wechsel: Vermieten+ rechnet sich, weil Verwaltung und Gratis-Inserat zusammenkommen.
Was in jede Anzeige gehört
Energieausweis-Angaben. Liegt bei Beginn der Vermarktung ein Energieausweis vor oder ist er vorgeschrieben, müssen Art des Ausweises, Energiebedarf oder -verbrauch, wesentlicher Energieträger, Baujahr und bei Wohngebäuden die Effizienzklasse in die Anzeige. Wer sie weglässt, riskiert ein Bußgeld. Die Vorschrift steht im GModG, früher GEG, mit unveränderten Paragrafen.
Die Miete. Angegeben werden Kaltmiete, Nebenkosten und Kaution. In Gebieten mit Mietpreisbremse darf die Miete bei Neuvermietung höchstens zehn Prozent über der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen, sofern keine Ausnahme greift. Wer sich auf eine Ausnahme beruft, etwa eine höhere Vormiete, sollte das früh mitteilen. Siehe Mietpreisbremse einfach erklärt und Wie viel Miete kann ich verlangen?.
Fotos und Text. Wenige gute Bilder bei Tageslicht schlagen viele mittelmäßige. Der Text nennt konkrete Merkmale statt Floskeln. Wer Abkürzungen nutzt, findet die gängigen im Glossar der Anzeigenabkürzungen. Ein fertiges Exposé mit den Pflichtangaben erzeugt der Exposé-Generator.
Sensible Daten. Die genaue Adresse und Namen gehören nicht in die Anzeige, sondern erst in die Einladung zur Besichtigung. Auch Formulierungen, die Gruppen von vornherein ausschließen, sind unnötig riskant, selbst wenn das Gleichbehandlungsgesetz bei kleinen Vermietern in der Regel nicht greift.
Nach der Veröffentlichung: die Anfragen
Die Anzeige ist der leichtere Teil. Auf eine attraktive Wohnung gehen schnell Dutzende bis über hundert Anfragen ein. Parallele Inserate vervielfachen den Aufwand, wenn jede Plattform eine eigene Inbox hat. Ein Plan für Sortieren, Besichtigungen und Absagen spart Stunden und beugt Fehlern vor: der Ratgeber Mietinteressenten-Anfragen managen beschreibt den Ablauf in Schritten. Welche Angaben Bewerber machen müssen, regelt die Mieterselbstauskunft.
Mit der Zusage steht auch die Kaution an. Zulässig sind höchstens drei Nettokaltmieten, anzulegen getrennt vom eigenen Vermögen. Wie hoch sie im Einzelfall ausfällt, zeigt der Mietkautionsrechner.
Mietkaution gesetzeskonform & ohne Aufwand verwalten
Digitale Treuhandkonten für Vermieter – gesetzeskonform & schnell eingerichtet
- In 5 Minuten online eingerichtet – ohne Papierkram
- 100 % gesetzeskonform gemäß § 551 BGB
- Alle Mietkautionen zentral & übersichtlich verwalten
- Sofort einsatzbereit – kein Banktermin nötig
- Nach Mietende schnell & unkompliziert auflösen
Steuer: Inseratskosten absetzen
Die Kosten für Anzeigen und Vermietungsservice zählen zu den Werbungskosten bei den Einkünften aus Vermietung und mindern die Steuer. Sie gehören in die Anlage V. Quittungen und Buchungsbestätigungen deshalb aufheben.
Häufige Fragen
Wo kann ich eine Wohnung kostenlos inserieren?
Auf ImmoScout24 als Basis-Inserat mit begrenzter Laufzeit und Zahl der Anfragen, bei immowelt im ersten Monat über das Paket immoBasis und auf Kleinanzeigen mit bis zu zwei gleichzeitigen Anzeigen in der Kategorie Mietwohnungen. Alle drei Angebote haben Grenzen bei Laufzeit, Häufigkeit oder Reichweite, die Details stehen im Vergleich oben.
Lohnt sich ein kostenpflichtiges Premium-Inserat?
In Städten mit hoher Nachfrage meist nicht, denn dort gehen auch bei einer Basis-Anzeige binnen Stunden Dutzende Anfragen ein. Ein Premium-Inserat lohnt sich eher bei schwer vermietbaren Objekten oder in schwächeren Lagen, wo Sichtbarkeit und Laufzeit den Unterschied machen. Wer nur wenige Anfragen braucht, spart mit einem kurzen Basis-Inserat Geld.
Muss ich in der Anzeige den Energieausweis angeben?
Ja. Liegt bei Beginn der Vermarktung ein Energieausweis vor oder ist er vorgeschrieben, müssen bestimmte Kennwerte in die Anzeige: Art des Ausweises, Energiebedarf oder -verbrauch, wesentlicher Energieträger, Baujahr und bei Wohngebäuden die Effizienzklasse. Verstöße können mit einem Bußgeld geahndet werden. Das Gesetz heißt seit Juli 2026 GModG, früher GEG, die Paragrafen sind gleich geblieben.
Darf ich von Interessenten Geld für die Besichtigung oder Vermittlung verlangen?
In der Regel nein. Nach dem Bestellerprinzip zahlt die Maklerprovision, wer den Makler beauftragt hat, und eine Gebühr nur für das Besichtigen einer Wohnung ist nicht vorgesehen. Auch Abstandszahlungen ohne echte Gegenleistung sind problematisch.
Kann ich auf mehreren Portalen gleichzeitig inserieren?
Ja, das ist üblich und vergrößert die Reichweite. Der Preis dafür ist der Aufwand: Anfragen kommen über mehrere Kanäle und müssen zentral beantwortet werden. Wer parallel inseriert, sollte die Anfragen in einer Liste bündeln und die Anzeigen sofort nehmen, sobald die Wohnung vergeben ist.
Quellen, abgerufen im Oktober 2026: ImmoScout24 – Kostenlos inserieren, ImmoScout24 – Vermieten+, immowelt – Pressemitteilung vom 19. November 2025, Kleinanzeigen – Gebühren, WG-Gesucht. Preise inklusive Mehrwertsteuer. Der Preis für immoPlus und immoPremium ist als Startpreis genannt, die genaue Summe hängt von der Laufzeit ab.