Consorsbank Mietkautionskonto: Gibt es das?

Veröffentlicht am Aktualisiert am 5 Min. Lesezeit

Kurze Antwort: Nein. Die Consorsbank — Teil der BNP-Paribas-Gruppe — bietet kein Mietkautionskonto, kein Kautionssparbuch und kein verpfändbares Treuhandkonto an. Diese Seite erklärt, warum das so ist — und welche Banken das Produkt tatsächlich führen.


Consorsbank Mietkautionskonto: Warum es das nicht gibt

Die Consorsbank gehört zur französischen BNP-Paribas-Gruppe und ist vor allem für Wertpapierdepot und Online-Brokerage bekannt; daneben bietet sie Girokonto und Tagesgeld an. Ein Kautionsprodukt gehört nicht zum Angebot — in keiner der beiden Formen, die § 551 Abs. 3 BGB zulässt:

  • ein Konto auf den Namen des Mieters, das an den Vermieter verpfändet und für Verfügungen ohne dessen Zustimmung gesperrt wird, oder
  • ein Treuhandkonto auf den Namen des Vermieters, erkennbar getrennt von seinem übrigen Vermögen.

Das gilt auch für die verwandten Suchbegriffe:

  • Consorsbank Kautionssparbuch → nicht verfügbar
  • Consorsbank Mietkautionssparbuch → nicht verfügbar
  • Consorsbank Treuhandkonto für Mietkaution → nicht verfügbar
  • Mietkaution anlegen bei der Consorsbank → nicht möglich

Die Consorsbank teilt diese Lage mit anderen Direktbanken, die auf Brokerage und Standardkonten ausgerichtet sind — bei comdirect und der ING sieht es genauso aus.

Warum Depot und Tagesgeld keine Alternative sind

Ein Kautionskonto unterscheidet sich von einem gewöhnlichen Konto nicht durch das Produkt, sondern durch einen Vorgang, an dem die Bank mitwirken muss: Sie nimmt die Verpfändungserklärung entgegen und sperrt das Guthaben, bis der Vermieter freigibt. Bietet die Bank das nicht an, bleibt ein Konto frei verfügbar — und damit als Kaution wertlos.

Tagesgeld und Girokonto sind auf freie Verfügbarkeit ausgelegt. Ohne Sperre könnte der Mieter die Kaution jederzeit abheben.

Das Wertpapierdepot wirft die zusätzliche Frage auf, ob eine Kaution in Wertpapieren überhaupt zulässig ist. Die Antwort: Nur wenn Mieter und Vermieter das ausdrücklich vereinbaren — der gesetzliche Regelfall ist die Spareinlage. Wer die Rendite-Logik eines Depots nutzen möchte, braucht deshalb zweierlei: einen Anbieter, der Depots für Mietkautionen verpfändet, und die Zustimmung des Vermieters. Die Consorsbank sieht die Verpfändung ihres Depots für diesen Zweck nicht vor. Wie Depotlösungen funktionieren, wenn beide Voraussetzungen erfüllt sind, steht unter Mietkautionsdepot.

Welche Banken bieten ein Mietkautionskonto an?

Stand: 18. September 2026. Mehrere Großbanken haben das Produkt in den letzten Jahren eingestellt — die Liste ist kürzer, als viele Übersichten vermuten lassen:

BankProduktFür wen geeignet
CommerzbankMietkautionskonto, eigenständiges ProduktMieter und Vermieter, nur über die Filiale
Volksbank / RaiffeisenbankKautionssparbuch, teils Bankbürgschaftregional unterschiedlich, persönliche Beratung
SparkasseKautionssparbuchregional unterschiedlich
Sparda-BankKautionssparbuchnur bei einzelnen der elf Sparda-Banken
BBBankKautionskonto mit Verpfändungnur für Mitglieder mit Girokonto

Alle Anbieter mit Konditionen im Vergleich →

Nicht mehr im Angebot ist das Produkt bei der Postbank (seit Oktober 2020), der HypoVereinsbank (seit 2023), der DKB und für Privatkunden bei der Deutschen Bank.

Für Vermieter: Treuhandkonto ohne Hausbankwechsel

Wer als Vermieter sein Girokonto bei der Consorsbank führt, kann die Kautionen seiner Mieter trotzdem nach § 551 BGB getrennt anlegen, ohne eine zweite Filialbank-Beziehung aufzubauen: über ein digitales Treuhandkonto, das online eröffnet wird und bei einer europäischen Partnerbank liegt. Die Verbindung zur Consorsbank bleibt unberührt.

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Für Mieter ist diese Lösung nur mittelbar relevant — ein Treuhandkonto eröffnet der Vermieter. Wer die Kaution als Mieter selbst anlegen und verpfänden will, braucht eine der Banken aus der Tabelle oben.

Häufige Fragen

Bietet die Consorsbank ein Mietkautionskonto an?

Nein. Die Consorsbank bietet kein Mietkautionskonto, kein Kautionssparbuch und kein verpfändbares Treuhandkonto an. Das Produktportfolio ist auf Wertpapierdepot, Girokonto und Tagesgeld ausgerichtet.

Kann ich mein Consorsbank Depot für die Mietkaution verpfänden?

Nein. Die Consorsbank sieht die Verpfändung ihres Depots zugunsten eines Vermieters nicht vor. Unabhängig davon wäre eine Kaution in Wertpapieren nur zulässig, wenn Mieter und Vermieter das ausdrücklich vereinbaren — der gesetzliche Regelfall ist die Spareinlage.

Welche Bank bietet stattdessen ein Mietkautionskonto an?

Stand September 2026 unter anderem die Commerzbank (nur über die Filiale), viele Volksbanken und Raiffeisenbanken, einzelne Sparkassen und Sparda-Banken sowie die BBBank für Mitglieder. Für Vermieter gibt es daneben digitale Treuhandkonten wie Smartmiete, die über eine europäische Partnerbank laufen.

Muss ich als Consorsbank-Kunde die Bank wechseln, um ein Kautionskonto zu bekommen?

Nein. Das Kautionskonto ist ein eigenständiges Produkt und kann bei einer anderen Bank liegen, ohne dass Sie Ihr Girokonto oder Depot bei der Consorsbank aufgeben. Es gibt keine Pflicht, die Kaution bei der eigenen Hausbank anzulegen.

Kann ich mein Consorsbank-Tagesgeld als Kaution verpfänden?

Praktisch nicht. Für eine Verpfändung muss die Bank die Verpfändungsanzeige entgegennehmen und das Guthaben sperren, bis der Vermieter freigibt. Die Consorsbank bietet diesen Vorgang für Kautionen nicht an, weshalb ein Tagesgeldkonto dort kein taugliches Kautionskonto ergibt.


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