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Wohnungsmarkt-Analyse: Wo die Nachfrage dem Bestand davonläuft

400 Kreise im VergleichMit Wanderung, Miete und LeerstandAmtliche Daten, Stand 2025

Für eine Kapitalanlage zählt nicht, wo Wohnungen knapp sind, sondern wo sie knapper werden. Diese Karte zeigt für alle 400 Kreise, wie sich Bevölkerung und Wohnungsbestand seit Ende 2022 auseinanderentwickelt haben — und in welchen Märkten es überhaupt Geschosswohnungen gibt, die als Anlageobjekt in Frage kommen.


Die Karte: 400 Kreise nach Markttyp

Wohnungsmarkt nach Kreisen, Ende 2022 bis Ende 2025

Fläche anklicken für die Zahlen des Kreises. Über die Legende lassen sich Typen ein- und ausblenden.

Die Karte lädt … Ohne JavaScript stehen die Zahlen in der Tabelle unter der Karte.

Quelle: eigene Berechnung aus der Fortschreibung des Wohnungsbestandes (31231-0020, 31231-0022) und des Bevölkerungsstandes (12411-0015) des Statistischen Bundesamtes, Stichtage 31.12.2022 und 31.12.2025. Miete und Leerstand: Zensus 2022, Stichtag 15.05.2022 (Nettokaltmiete = Bestandsmiete der vermieteten Wohnungen). Baulandpreise: Statistik der Kaufwerte für Bauland (61511-01-03-4). Wanderung: Wanderungsstatistik 12711-05-02-4 (Zu- und Fortzüge über die Kreisgrenzen, 2024) und Kreiswanderungsmatrix 2022 bis 2024, Statistische Ämter des Bundes und der Länder, dl-de/by-2-0. Kreise mit sehr hohem Wegzug in andere Kreise (vor allem Standorte von Erstaufnahmeeinrichtungen) sind als Herkunftskreis ausgenommen, weil die Matrix die Weiterverteilung als Umzug bucht. Kreisgrenzen: Verwaltungsgebiete 1:2 500 000, © GeoBasis-DE / BKG, dl-de/by-2-0. Kartenhintergrund: © OpenStreetMap-Mitwirkende.

Zahlen als Tabelle: alle Kreise mit Lücke und die zwölf größten Städte
KreisEinwohnerWohnungenFehlende WohnungenLückeAnteil GeschosswohnungenNettokaltmiete 2022 (€/m²)Leerstand 2022Wanderungssaldo 2024 je 1.000 EinwohnerWichtigste HerkunftskreiseTyp
Landshut4,62 %1,77 %1.0852,81 %66 %8,204,2 %+9,7Freising, München (Stadt), Rottal-InnLücke, Zuwanderung trägt
Kempten (Allgäu)4,12 %1,97 %7762,11 %74 %7,182,9 %+1,7Augsburg (Stadt), Aichach-Friedberg, Neu-UlmLücke, kaum Zuwanderung
Darmstadt3,65 %1,58 %1.7762,04 %74 %9,563,4 %+13,0Wetteraukreis, Marburg-Biedenkopf, Kaiserslautern (Stadt)Lücke, Zuwanderung trägt
Rosenheim3,41 %1,79 %5391,59 %72 %9,092,0 %+12,4München (Stadt), Mühldorf am Inn, FürstenfeldbruckLücke, Zuwanderung trägt
Chemnitz1,79 %0,50 %1.9571,28 %83 %5,2611,0 %+9,8Leipzig (Stadt), Bergstraße, PeineLücke, aber hoher Leerstand
Ansbach2,42 %1,36 %2361,04 %59 %6,685,0 %+0,7Ansbach (Landkreis), Nürnberg, Neustadt an der Aisch-Bad WindsheimLücke, kaum Zuwanderung
Worms1,81 %0,94 %3820,86 %59 %6,914,2 %+6,5Trier-Saarburg, Ludwigshafen am Rhein, KuselLücke, Zuwanderung trägt
Bremen1,99 %1,21 %2.3340,77 %64 %7,753,2 %+6,2Osnabrück (Stadt), Emsland, AurichLücke, Zuwanderung trägt
Ludwigshafen am Rhein2,00 %1,39 %5320,61 %73 %7,313,2 %+8,5Mannheim, Trier-Saarburg, Rhein-Hunsrück-KreisLücke, Zuwanderung trägt
Hof1,02 %0,44 %1620,59 %67 %5,057,8 %+12,6Hof (Landkreis), Wunsiedel im Fichtelgebirge, TirschenreuthLücke, Zuwanderung trägt
Passau2,22 %1,68 %1780,53 %66 %8,035,7 %+7,1Freyung-Grafenau, Passau (Landkreis), Rottal-InnLücke, Zuwanderung trägt
Straubing4,49 %4,04 %1170,44 %62 %6,644,3 %+13,6Straubing-Bogen, Dingolfing-Landau, Augsburg (Landkreis)Lücke, Zuwanderung trägt
Gelsenkirchen0,59 %0,20 %5310,39 %81 %5,475,3 %+4,6Essen, Soest, SteinfurtLücke, kaum Zuwanderung
Gera0,75 %0,37 %2250,38 %81 %5,1311,3 %+8,7Saale-Holzland-Kreis, Saale-Orla-Kreis, GreizLücke, aber hoher Leerstand
Hochtaunuskreis1,34 %0,97 %4310,37 %54 %9,233,3 %+8,8Frankfurt am Main, Main-Taunus-Kreis, Marburg-BiedenkopfLücke, Zuwanderung trägt
Regensburg2,72 %2,38 %3180,33 %77 %9,382,9 %+11,6nicht ausgewiesenLücke, Zuwanderung trägt
Bamberg3,78 %3,45 %1490,32 %72 %7,664,8 %+3,2nicht ausgewiesenLücke, kaum Zuwanderung
Oberallgäu, Landkreis1,81 %1,52 %2380,28 %54 %7,074,2 %+5,5Augsburg (Stadt), Kempten (Allgäu), Neu-UlmLücke, Zuwanderung trägt
Brandenburg an der Havel0,45 %0,18 %1200,27 %75 %5,888,6 %+11,7Berlin, Potsdam-Mittelmark, HavellandLücke, aber hoher Leerstand
Berlin1,86 %2,02 %-0,15 %89 %7,672,0 %+7,3Köln, Stuttgart, HamburgAusgeglichen
Hamburg2,01 %1,95 %5620,06 %79 %9,161,9 %+6,7Kiel, Region Hannover, BremenAusgeglichen
München0,97 %2,28 %-1,27 %86 %12,892,4 %+8,1Stuttgart, Städteregion Aachen, Karlsruhe (Stadt)Bestand wächst schneller
Region Hannover, Landkreis0,60 %1,70 %-1,08 %65 %7,213,5 %+5,3Braunschweig, Osnabrück (Stadt), Oldenburg (Oldenburg)Bestand wächst schneller
Köln0,42 %1,58 %-1,14 %83 %9,392,5 %+1,6Städteregion Aachen, Siegen-Wittgenstein, EssenBestand wächst schneller
Frankfurt am Main1,78 %2,75 %-0,95 %87 %10,583,1 %+5,7Marburg-Biedenkopf, Darmstadt, MannheimBestand wächst schneller
Düsseldorf0,82 %1,53 %-0,70 %86 %9,242,9 %+5,0Städteregion Aachen, Münster, DortmundBestand wächst schneller
Recklinghausen, Landkreis-0,49 %0,95 %-1,43 %59 %5,883,3 %+3,2Essen, Gelsenkirchen, UnnaBestand wächst schneller
Leipzig2,05 %2,04 %140,00 %87 %6,444,4 %+9,6Jena, Halle (Saale), ErfurtAusgeglichen
Stuttgart-0,44 %1,11 %-1,53 %82 %10,393,5 %−0,3Ostalbkreis, Tübingen, Karlsruhe (Stadt)Bestand wächst schneller
Rhein-Sieg-Kreis0,09 %1,45 %-1,34 %41 %7,252,5 %+3,5Köln, Recklinghausen, HeinsbergBestand wächst schneller
Dortmund0,25 %1,19 %-0,93 %77 %6,453,3 %+6,5Paderborn, Märkischer Kreis, BorkenBestand wächst schneller

Die Einfärbung folgt zwei Fragen. Erstens: Ist die Bevölkerung seit Ende 2022 schneller gewachsen als der Wohnungsbestand? Zweitens: Besteht der Bestand überhaupt aus Geschosswohnungen — oder aus Ein- und Zweifamilienhäusern, in denen es für Kapitalanleger wenig zu kaufen gibt? Die zweite Frage trennt Märkte, die in der ersten gleich aussehen.

Wie gerechnet wird

Das Statistische Bundesamt schreibt zwei Bestände getrennt fort: Wohnungen je Kreis und Einwohner je Kreis. Daraus lässt sich fragen, wie viele Wohnungen ein Kreis heute bräuchte, um seine Einwohner genauso zu versorgen wie Ende 2022:

Überhang = Einwohner 2025 × (Wohnungen 2022 ÷ Einwohner 2022) − Wohnungen 2025

Ein positiver Wert heißt: Die Bevölkerung ist schneller gewachsen als der Bestand. Die Zahl ist keine amtliche Größe und keine Bedarfsschätzung, sondern eine Verhältnisrechnung — sie zeigt die Richtung, in die sich ein Markt bewegt hat, nicht sein Niveau.

Warum die Reihe erst Ende 2022 beginnt. Der Zensus 2022 hat beide Fortschreibungen auf eine neue Grundlage gestellt, und der Sprung fällt regional sehr unterschiedlich aus. Für Köln weist die Statistik zum 31.12.2021 noch 1.073.096 Einwohner aus, zum 31.12.2022 nur noch 1.021.253 — rund 52.000 weniger, ohne dass jemand weggezogen wäre. Wer über diesen Bruch hinweg rechnet, misst vor allem die Revision. Drei saubere Jahre sind aussagekräftiger als zehn verfälschte.

Die 19 Kreise mit Nachfrageüberhang

KreisEinwohnerBevölkerungFehlende WohnungenÜberhangGeschosswohnungen
Landshut71.922+4,62 %1.0852,81 %66 %
Kempten (Allgäu)67.916+4,12 %7762,11 %74 %
Darmstadt168.253+3,65 %1.7762,04 %74 %
Rosenheim65.808+3,41 %5391,59 %72 %
Chemnitz247.252+1,79 %1.9571,28 %83 %
Ansbach40.554+2,42 %2361,04 %58 %
Worms86.921+1,81 %3820,86 %59 %
Bremen588.413+1,99 %2.3340,77 %64 %
Ludwigshafen am Rhein177.355+2,00 %5320,61 %73 %
Hof46.624+1,02 %1620,59 %67 %
Passau53.523+2,22 %1780,53 %66 %
Straubing49.061+4,49 %1170,44 %62 %
Gelsenkirchen266.199+0,59 %5310,39 %81 %
Gera95.162+0,75 %2250,38 %81 %
Hochtaunuskreis241.730+1,34 %4310,37 %54 %
Regensburg151.517+2,72 %3180,33 %77 %
Bamberg77.218+3,78 %1490,32 %72 %
Oberallgäu, Landkreis155.421+1,81 %2380,28 %54 %
Brandenburg an der Havel73.945+0,45 %1200,27 %75 %

Zwei Muster fallen auf. Erstens die Größenordnung: 17 der 19 sind kreisfreie Städte, nur der Hochtaunuskreis und das Oberallgäu sind Landkreise. Zweitens die Region: Neun liegen in Bayern, und zwar nicht im Speckgürtel von München, sondern in den eigenständigen Mittelzentren — Landshut, Regensburg, Rosenheim, Kempten, Passau, Straubing, Bamberg, Ansbach, Oberallgäu.

In diesen Städten trifft ein Bevölkerungszuwachs von drei bis vier Prozent binnen drei Jahren auf einen Wohnungsmarkt, der nicht auf Wachstum eingerichtet ist: wenige Bauträger, knappe Flächen, ein Bestand, der über Jahrzehnte für eine stabile Einwohnerzahl gebaut wurde. Der Anteil der 20- bis 40-Jährigen liegt in den 19 Kreisen bei 26,8 Prozent gegenüber 23,0 Prozent im Mittel aller Kreise — es ist die Altersgruppe, die Mietwohnungen nachfragt.

Chemnitz fällt aus dem Muster: Die Stadt ist über Jahrzehnte geschrumpft und hat seit Ende 2022 wieder 1,8 Prozent Einwohner gewonnen, während der Bestand mit 0,5 Prozent praktisch stillsteht. Ein Markt, der nach langem Rückgang wieder wächst, hat kein laufendes Baugeschehen, auf das er zurückgreifen könnte.

Die zehn Kreise mit dem größten Nachfrageüberhang, Ende 2022 bis Ende 2025
Nachfrageüberhang nach Kreisen, Ende 2022 bis Ende 2025 Die zehn Kreise mit dem größten Nachfrageüberhang: Landshut 2,81 Prozent, Kempten 2,11 Prozent, Darmstadt 2,04 Prozent, Rosenheim 1,59 Prozent, Chemnitz 1,28 Prozent, Ansbach 1,04 Prozent, Worms 0,86 Prozent, Bremen 0,77 Prozent, Ludwigshafen 0,61 Prozent, Hof 0,59 Prozent. In den großen Städten wächst der Bestand dagegen schneller als die Bevölkerung, am deutlichsten in Stuttgart mit 1,53 und München mit 1,27 Prozent. Wo die Nachfrage dem Bestand davonläuft Bevölkerung gegen Wohnungsbestand, 31.12.2022 bis 31.12.2025 gemessen am heutigen Bestand des Kreises ← Bestand wächst schneller Nachfrageüberhang → Landshut 2,81 % Kempten 2,11 % Darmstadt 2,04 % Rosenheim 1,59 % Chemnitz 1,28 % Ansbach 1,04 % Worms 0,86 % Bremen 0,77 % Ludwigshafen 0,61 % Hof 0,59 % Zum Vergleich die größten Städte — dort wächst der Bestand schneller als die Bevölkerung: Hamburg 0,06 % Berlin 0,15 % Frankfurt 0,95 % Köln 1,14 % München 1,27 % Stuttgart 1,53 % Nur 19 von 400 Kreisen haben überhaupt einen Nachfrageüberhang. Quelle: Statistisches Bundesamt, Fortschreibung des Wohnungsbestandes (31231-0020) und des Bevölkerungsstandes (12411-0015) · Eigene Berechnung · mietkautionskonto.info

Die Grafik darf mit Quellenangabe und Link auf diese Seite frei verwendet werden.

Wer zieht zu? Wanderung und Herkunftskreise

Die Bestandsrechnung sagt, dass die Bevölkerung schneller gewachsen ist als die Wohnungszahl. Sie sagt nicht, warum. Ein Bevölkerungszuwachs setzt sich aus dem Saldo von Geburten und Sterbefällen und dem Wanderungssaldo zusammen. Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder weisen den Wanderungssaldo je Kreis aus: Zuzüge minus Fortzüge über die Kreisgrenzen, einschließlich der Wanderungen über die Bundesgrenze. Die Karte färbt deshalb die Kreise mit Überhang in drei Töne:

  • Lücke, Zuwanderung trägt (12 Kreise): Der Wanderungssaldo 2024 liegt bei mindestens 5 je 1.000 Einwohner. Hier stützt eine tatsächliche Zunahme der Menschen vor Ort den Überhang.
  • Lücke, kaum Zuwanderung (4 Kreise: Kempten (Allgäu), Ansbach, Gelsenkirchen und Bamberg): Die Bevölkerung wächst, der Wanderungssaldo bleibt aber unter 5 je 1.000. Das Wachstum kommt dann eher aus dem Geburtenüberschuss oder aus Effekten der Fortschreibung. Diese Kreise sollte man mit mehr Vorsicht lesen.
  • Lücke, aber hoher Leerstand (3 Kreise: Chemnitz, Gera und Brandenburg an der Havel): Hier trägt zwar auch Zuwanderung, der Zensus 2022 zählte aber 8 Prozent oder mehr leere Wohnungen. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Die Schwelle von 5 je 1.000 Einwohner ist gesetzt, nicht amtlich. Sie entspricht einem halben Prozent der Einwohner in einem Jahr.

KreisÜberhangWanderungssaldo 2024 je 1.000 EinwohnerZuzug 2022–24 vor allem ausNetto-Abfluss vor allem nach
Landshut2,81 %+9,7Freising (+374), München (Stadt) (+169), Rottal-Inn (+86)Landshut (Landkreis) (−648)
Kempten (Allgäu)2,11 %+1,7Augsburg (Stadt) (+140), Aichach-Friedberg (+68), Neu-Ulm (+62)Oberallgäu (−300)
Darmstadt2,04 %+13,0Wetteraukreis (+304), Marburg-Biedenkopf (+224), Kaiserslautern (Stadt) (+48)Darmstadt-Dieburg (−1.451)
Rosenheim1,59 %+12,4München (Stadt) (+249), Mühldorf am Inn (+202), Fürstenfeldbruck (+165)Rosenheim (Landkreis) (−477)
Chemnitz1,28 %+9,8Leipzig (Stadt) (+1.172), Bergstraße (+29), Peine (+25)Erzgebirgskreis (−5.904)
Ansbach1,04 %+0,7Ansbach (Landkreis) (+139), Nürnberg (+57), Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (+24)Würzburg (Stadt) (−45)
Worms0,86 %+6,5Trier-Saarburg (+182), Ludwigshafen am Rhein (+111), Kusel (+80)Alzey-Worms (−340)
Bremen0,77 %+6,2Osnabrück (Stadt) (+123), Emsland (+77), Aurich (+76)Diepholz (−2.609)
Ludwigshafen am Rhein0,61 %+8,5Mannheim (+596), Trier-Saarburg (+522), Rhein-Hunsrück-Kreis (+379)Rhein-Pfalz-Kreis (−915)
Hof0,59 %+12,6Hof (Landkreis) (+410), Wunsiedel im Fichtelgebirge (+133), Tirschenreuth (+58)Nürnberg (−88)
Passau0,53 %+7,1Freyung-Grafenau (+301), Passau (Landkreis) (+162), Rottal-Inn (+54)München (Stadt) (−186)
Straubing0,44 %+13,6Straubing-Bogen (+445), Dingolfing-Landau (+98), Augsburg (Landkreis) (+63)Frankfurt am Main (−19)
Gelsenkirchen0,39 %+4,6Essen (+410), Soest (+245), Steinfurt (+176)Recklinghausen (−1.099)
Gera0,38 %+8,7Saale-Holzland-Kreis (+368), Saale-Orla-Kreis (+314), Greiz (+176)Leipzig (Stadt) (−164)
Hochtaunuskreis0,37 %+8,8Frankfurt am Main (+3.434), Main-Taunus-Kreis (+619), Marburg-Biedenkopf (+250)Limburg-Weilburg (−167)
Regensburg0,33 %+11,6nicht ausgewiesen ¹
Bamberg0,32 %+3,2nicht ausgewiesen ¹
Oberallgäu (Landkreis)0,28 %+5,5Augsburg (Stadt) (+731), Kempten (Allgäu) (+300), Neu-Ulm (+294)Ostallgäu (−232)
Brandenburg an der Havel0,27 %+11,7Berlin (+689), Potsdam-Mittelmark (+554), Havelland (+193)Jerichower Land (−52)

Die Herkunftskreise stammen aus der Kreiswanderungsmatrix, die Wanderungen zwischen je zwei Kreisen innerhalb Deutschlands als Saldo ausweist. Ein Wert wie „Freising (+374)” heißt: Zwischen 2022 und 2024 sind aus Freising netto 374 Menschen mehr nach Landshut gezogen als umgekehrt. Ein negativer Wert in der letzten Spalte zeigt, wohin die Stadt an ihr Umland verliert. Die meisten kreisfreien Städte in der Tabelle geben an das Umland mehr ab, als sie von dort erhalten. Das ist der übliche Stadt-Umland-Effekt, den ein Kreisvergleich nicht zeigt, wenn nur die Stadt betrachtet wird. Bei Städten mit kleinem Abfluss (Hof, Straubing, Passau) ist die letzte Spalte kaum aussagekräftig.

¹ Regensburg und Bamberg sind Standorte von Erstaufnahme- und Ankunftseinrichtungen. Die Kreiswanderungsmatrix bucht die Weiterverteilung von dort als Umzug, sodass ihre Salden Zuweisungen abbilden und keine Umzugsentscheidungen. Solche Kreise (Wegzug über fünf Prozent der Einwohner in drei Jahren) haben deshalb keine eigenen Herkunftskreise und tauchen auch nicht als Herkunft anderer Kreise auf. Ihre Zuweisungen erhöhen allerdings den Wanderungssaldo der Zielkreise mit; das lässt sich aus den amtlichen Zahlen nicht herausrechnen.

Gegenprobe: Miete, Leerstand und Baulandpreis

Ein Nachfrageüberhang sagt wenig, solange offen ist, ob es leere Wohnungen gibt und was der Markt kostet. Der Zensus 2022 liefert dafür für jeden Kreis die durchschnittliche Nettokaltmiete und die Leerstandsquote zum Stichtag 15. Mai 2022; die Statistik der Kaufwerte für Bauland den Preis für baureifes Land im Jahr 2025. Bundesweit lag die Nettokaltmiete bei 7,28 Euro je Quadratmeter und der Leerstand bei 4,3 Prozent.

KreisNettokaltmiete 2022 (€/m²)Leerstand 2022davon kurzfristig verfügbarBauland 2025 (€/m², Fälle)
Landshut8,204,2 %1,6 %854 (22)
Kempten (Allgäu)7,182,9 %0,9 %308 (28)
Darmstadt9,563,4 %1,8 %878 (12)
Rosenheim9,092,0 %0,7 %882 (23)
Chemnitz5,2611,0 %8,1 %130 (73)
Ansbach6,685,0 %1,9 %267 (21)
Worms6,914,2 %1,2 %413 (18)
Bremen7,753,2 %1,8 %199 (74)
Ludwigshafen am Rhein7,313,2 %1,3 %
Hof5,057,8 %3,7 %154 (12)
Passau8,035,7 %2,8 %250 (18)
Straubing6,644,3 %1,5 %569 (18)
Gelsenkirchen5,475,3 %2,9 %262 (12)
Gera5,1311,3 %5,6 %97 (10)
Hochtaunuskreis9,233,3 %1,5 %624 (61)
Regensburg9,382,9 %1,3 %1.277 (26)
Bamberg7,664,8 %2,3 %562 (16)
Oberallgäu (Landkreis)7,074,2 %1,2 %334 (27)
Brandenburg an der Havel5,888,6 %2,3 %165 (30)

Drei Punkte fallen auf:

  • Chemnitz, Gera und Brandenburg an der Havel haben zwar einen Bevölkerungsüberhang, aber Leerstandsquoten von 8,6 bis 11,3 Prozent und Mieten zwischen 5,1 und 5,9 Euro je Quadratmeter. Ein wachsender Kreis mit vielen leeren Wohnungen ist kein knapper Markt. Die Karte färbt sie deshalb gesondert.
  • Die bayerischen Mittelstädte liegen bei niedrigem Leerstand (Rosenheim 2,0, Kempten 2,9, Regensburg 2,9 Prozent) und Mieten von 7 bis 9,4 Euro. Das passt zum Bild einer angespannten Lage.
  • Der kurzfristig verfügbare Leerstand ist die bessere Gegenprobe als die Gesamtquote: Er zählt nur leere Wohnungen, die innerhalb von drei Monaten bezogen werden können, nicht Wohnungen im Umbau oder vor dem Abriss. Bundesweit sind das 1,6 Prozent.

Zwei Einschränkungen gehören dazu. Die Nettokaltmiete ist eine Bestandsmiete: Sie ist der Durchschnitt aller vermieteten Wohnungen, auch der seit Jahren laufenden Verträge. Neuvertragsmieten liegen in angespannten Märkten deutlich darüber. Und die Zahlen stammen von Mai 2022, dem Beginn des Zeitraums, über den die Bestandsrechnung läuft. Der Baulandpreis ist ein Grundstückspreis, kein Preis für Eigentumswohnungen, und bei kleinen Kreisen beruht er auf wenigen Kaufvorgängen; Kreise mit weniger als zehn Fällen sind ausgelassen.

Die Markttypen und was sie für eine Anlage bedeuten

  • Lücke, Zuwanderung trägt (12 Kreise): Die Bevölkerung wächst schneller als der Bestand, es gibt ein Anlagesegment, der Wanderungssaldo bestätigt den Zuzug, und der Leerstand liegt unter 8 Prozent. Das ist die Gruppe, in der sich eine Standortprüfung überhaupt lohnt.
  • Lücke, kaum Zuwanderung (4 Kreise): Gleiche Bestandslage, aber der Wanderungssaldo trägt das Bevölkerungswachstum nicht. Prüfen, woher das Wachstum kommt, bevor man die Zahl als Nachfrage liest.
  • Lücke, aber hoher Leerstand (3 Kreise): Die Bevölkerung wächst, aber der Zensus zählte 8 Prozent oder mehr leere Wohnungen. Hier fehlt vor allem eine Nachfrage, die die Leerstände füllt.
  • Lücke, Eigenheimmarkt (derzeit kein Kreis): Diese Kombination kommt aktuell nicht vor. Sie wäre der Fall, in dem Zuwanderung auf einen Markt ohne Mietwohnungen trifft — für Kapitalanleger unattraktiv, weil es schlicht nichts zu kaufen gibt.
  • Ausgeglichen (31 Kreise): Bestand und Bevölkerung haben sich um weniger als 0,25 Prozent auseinanderbewegt. Darunter Hamburg, Leipzig und Mannheim — Märkte, die ihr Niveau halten.
  • Bestand wächst schneller (350 Kreise): Der Regelfall. In 106 davon liegt der Überschuss über zwei Prozent; das sind überwiegend Kreise mit rückläufiger Einwohnerzahl, in denen zusätzliche Wohnungen auf weniger Menschen treffen.

Warum die Metropolen fehlen

StadtBevölkerungWohnungenErgebnis
München+0,97 %+2,28 %10.784 Wohnungen Überschuss
Stuttgart−0,44 %+1,11 %4.865 Wohnungen Überschuss
Köln+0,42 %+1,58 %6.617 Wohnungen Überschuss
Frankfurt am Main+1,78 %+2,75 %3.957 Wohnungen Überschuss
Berlin+1,86 %+2,02 %3.150 Wohnungen Überschuss
Hamburg+2,01 %+1,95 %Überhang von 562
Leipzig+2,05 %+2,04 %Überhang von 14
Dresden+0,50 %+1,35 %2.756 Wohnungen Überschuss

Für Vermieter in diesen Städten heißt das nicht, dass der Markt gedreht hätte. Der Bezugspunkt ist die Lage von Ende 2022, und die war in München oder Frankfurt bereits angespannt. Es heißt: Der Neubau der vergangenen drei Jahre hat dort gereicht, um das Verhältnis zu halten — mehr nicht. Wie der Blick auf die Wohnfläche pro Kopf zeigt, landet ein erheblicher Teil dieses Neubaus ohnehin nicht bei zusätzlichen Haushalten, sondern in mehr Fläche pro Person.

Was diese Zahlen nicht hergeben

Zunächst die Grenzen der Methode selbst:

  • Einwohner sind keine Nachfrage. Wohnungsbedarf hängt an Haushalten und Kaufkraft. Wer in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht ist, zählt als Einwohner, fragt aber (noch) keine Wohnung nach.
  • Ende 2022 ist kein Gleichgewicht. Die Rechnung hält die damalige Versorgung fest. Märkte, die damals schon angespannt waren, bleiben es, auch wenn die Zahl „ausgeglichen” zeigt.
  • Drei Jahre und kleine Städte. Bei Kreisen um 50.000 bis 70.000 Einwohner verschieben wenige hundert Wohnungen oder Menschen die Rangfolge. Die 0,25-Prozent-Schwelle liegt in der Größenordnung dessen, was die Fortschreibung so kurz nach dem Zensus sicher auflöst.
  • Kreisgrenzen. Bei kreisfreien Städten liegt das Umland in einem eigenen Kreis.

Damit aus der Karte eine Investitionsentscheidung wird, fehlen drei Größen. Zwei davon liegen inzwischen zum Teil vor, aber nicht in der Form, die man für eine Kaufentscheidung braucht:

  1. Kaufpreise. Vorhanden ist nur der Preis für baureifes Land aus der amtlichen Kaufwertstatistik. Für Eigentumswohnungen veröffentlichen die Gutachterausschüsse der Länder Grundstücksmarktberichte je Kreis oder Stadt, die belastbarste kostenfreie Quelle für das Preisniveau. Die Lizenz ist je Bundesland unterschiedlich.
  2. Erzielbare Mieten. Die Nettokaltmiete aus dem Zensus ist eine Bestandsmiete vom Mai 2022. Maßgeblich für eine Anlage ist die Neuvertragsmiete, also der örtliche Mietspiegel; wo es keinen gibt, helfen die Mietwerttabellen der Gutachterausschüsse.
  3. Leerstand. Der Zensus zählt den Leerstand zum Stichtag Mai 2022, einschließlich Wohnungen im Umbau. Als marktaktiver Leerstand ist der kurzfristig verfügbare Anteil die bessere Näherung. Für aktuelle Werte bleibt der CBRE-empirica-Leerstandsindex, dessen Daten allerdings nicht frei lizenziert sind.

Ohne diese drei sagt die Karte, wo die Nachfrage zunimmt und wo sie auf viele leere Wohnungen trifft — nicht, ob der Preis das bereits eingepreist hat. Genau das ist der übliche Fehler: In den bayerischen Mittelstädten ist der Nachfrageüberhang kein Geheimnis, und die Kaufpreise folgen ihm seit Jahren.

Standortprüfung: die Reihenfolge

  1. Markttyp prüfen. Nur Kreise mit Nachfrageüberhang und einem Geschosswohnungsanteil über 40 Prozent kommen in die engere Wahl.
  2. Preisniveau gegenrechnen. Bodenrichtwert und Grundstücksmarktbericht des zuständigen Gutachterausschusses holen, Kaufpreisfaktor gegen die erzielbare Miete stellen. Der Mietrendite-Rechner rechnet Brutto- und Nettorendite aus, der Cashflow-Rechner prüft, ob die Finanzierung trägt.
  3. Nebenkosten des Erwerbs einrechnen. Grunderwerbsteuer, Notar und Grundbuch unterscheiden sich je Bundesland deutlich — der Kaufnebenkosten-Rechner beziffert sie.
  4. Steuerliche Seite klären. Die AfA für vermietete Immobilien entscheidet mit darüber, was nach Steuern übrig bleibt.
  5. Verwaltung vorbereiten. Zur Vermietung gehört ein Kautionskonto, das die Kaution getrennt vom eigenen Vermögen führt — wie das geht, steht unter Mietkaution anlegen, die zulässige Höhe rechnet der Mietkautionsrechner aus.

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Häufige Fragen

In welchen Städten wächst die Nachfrage schneller als der Wohnungsbestand?

In 19 der 400 Kreise. Den größten Überhang haben Landshut (2,81 Prozent des Bestandes), Kempten (2,11), Darmstadt (2,04), Rosenheim (1,59) und Chemnitz (1,28). Neun der 19 liegen in Bayern, 17 sind kreisfreie Städte.

Lohnt sich eine Kapitalanlage in diesen Kreisen?

Die Auswertung zeigt Nachfragedruck und Marktstruktur, nicht die Rendite. Ob sich eine Wohnung rechnet, hängt vom Kaufpreis, der erzielbaren Miete und den Bewirtschaftungskosten ab — alles Größen, die die amtliche Bestandsstatistik nicht enthält. Die Karte grenzt die Standorte ein, die Prüfung des Einzelobjekts ersetzt sie nicht.

Warum sind München, Berlin und Frankfurt nicht dabei?

Weil dort seit Ende 2022 mehr Wohnungen entstanden sind, als das Bevölkerungswachstum erfordert hätte: München hat rechnerisch 10.784 Wohnungen Überschuss, Stuttgart 4.865. Das Niveau der Knappheit war Ende 2022 allerdings schon hoch — gemessen wird die Veränderung, nicht der Zustand.

Was bedeutet der Anteil der Geschosswohnungen für Kapitalanleger?

Er zeigt, ob ein Markt überhaupt Wohnungen im Anlagesegment hat. In Kreisen mit einem Anteil unter 40 Prozent besteht der Bestand überwiegend aus Ein- und Zweifamilienhäusern; dort gibt es kaum Eigentumswohnungen zu kaufen und wenig Mietwohnungsmarkt. Alle 19 Kreise mit Nachfrageüberhang liegen über dieser Schwelle, im Mittel bei 69 Prozent.

Warum beginnt die Auswertung erst Ende 2022?

Der Zensus 2022 hat Bevölkerungs- und Wohnungsfortschreibung auf eine neue Basis gestellt. Für Köln weist die Statistik zwischen 2021 und 2022 rund 52.000 Einwohner weniger aus, ohne dass jemand weggezogen wäre. Jede Rechnung über diesen Bruch hinweg misst vor allem die Revision.

Sind Zu- und Fortzüge je Kreis enthalten?

Ja, als Saldo. Die Karte enthält den Wanderungssaldo 2024 je 1.000 Einwohner (Zuzüge minus Fortzüge über die Kreisgrenzen, einschließlich Wanderungen über die Bundesgrenze) und je Kreis die wichtigsten Herkunftskreise 2022 bis 2024 aus der Kreiswanderungsmatrix. Quelle sind die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder.

Warum ist Chemnitz trotz Nachfrageüberhang kein knapper Markt?

Weil der Zensus 2022 dort 11,0 Prozent leere Wohnungen zählte, bundesweit waren es 4,3 Prozent. Die Bevölkerung ist seit Ende 2022 schneller gewachsen als der Bestand, aber auf einen Markt mit viel Leerstand und einer Nettokaltmiete von 5,26 Euro je Quadratmeter. Ähnlich liegt es in Gera und Brandenburg an der Havel. Die Karte färbt Kreise mit einer Leerstandsquote ab 8 Prozent deshalb gesondert.

Sind die Mieten und Leerstandsquoten aktuell?

Nein, sie stammen aus dem Zensus 2022 und gelten für den Stichtag 15. Mai 2022. Die Nettokaltmiete ist außerdem die durchschnittliche Bestandsmiete aller vermieteten Wohnungen, keine Angebots- oder Neuvertragsmiete. Sie eignet sich für den Vergleich der Kreise untereinander, nicht als Mietprognose.

Warum fehlen bei Regensburg und Bamberg die Herkunftskreise?

Weil die Kreiswanderungsmatrix die Weiterverteilung aus Erstaufnahme- und Ankunftseinrichtungen als Umzug bucht. Kreise, die in drei Jahren mehr als fünf Prozent ihrer Einwohner an andere Kreise abgeben, gelten deshalb als Verteilkreise. Ihre Salden bilden Zuweisungen ab und keine Umzugsentscheidungen, daher werden sie nicht als Herkunftskreis anderer Kreise ausgewiesen.

Was heißt Lücke mit Zuwanderung?

Die Bevölkerung wächst seit Ende 2022 schneller als der Wohnungsbestand, und der Wanderungssaldo 2024 liegt bei mindestens 5 je 1.000 Einwohner. Die Schwelle ist gesetzt, nicht amtlich. Kreise mit Lücke, aber schwacher Wanderung sind vorsichtiger zu lesen, weil das Wachstum dort eher aus Geburtenüberschuss oder Fortschreibungseffekten stammt.

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  • Kennzahlen je Kreis (26 Spalten): CSV · JSON
  • Herkunfts- und Abflusskreise (7 Spalten): CSV · JSON

Stand 24.09.2026. Die Dateien enthalten alle 400 Kreise; jede Spalte ist im Dataset-Markup dieser Seite beschrieben. Bitte nennen Sie als Quelle „mietkautionskonto.info, Wohnungsmarkt-Analyse der Kreise" und verlinken Sie diese Seite. Sie übernehmen damit auch Daten der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (Datenlizenz Deutschland, Namensnennung 2.0); der Quellenvermerk für diese steht im Abschnitt „Quellen".

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