1822direkt Mietkaution: Kein Kautionskonto, sondern eine Bürgschaft

Veröffentlicht am
Schlüsselübergabe bei der Wohnungsanmietung

Wer bei der 1822direkt nach einem Mietkautionskonto oder einem Kautionssparbuch sucht, findet keines — die Direktbank der Frankfurter Sparkasse führt dieses Produkt nicht. Stattdessen vermittelt sie eine Mietkautionsbürgschaft. Der Beitragssatz dafür liegt allerdings über dem, was andere Anbieter für dasselbe Produkt verlangen.


Bietet die 1822direkt ein Mietkautionskonto an?

Nein. Die 1822direkt ist die Direktbank-Tochter der Frankfurter Sparkasse und konzentriert sich auf ein schlankes Produktportfolio: Girokonto, Tagesgeld, Festgeld, Depot und Ratenkredite. Ein Mietkautionskonto — also ein Sparkonto, das über Jahre unangetastet bleibt und zugunsten des Vermieters verpfändet wird — gehört nicht dazu.

Das ist kein Einzelfall: Auch N26 und die Consorsbank führen kein Kautionskonto, und die Santander hat die Neueröffnung für Privatkunden eingestellt. Für Direktbanken ist ein langfristig ruhendes Kleinsparkonto mit Verwaltungsaufwand wirtschaftlich unattraktiv.

Warum Tages- und Festgeld nicht als Mietkaution taugen

Naheliegend wäre, die Kaution einfach auf ein Tagesgeldkonto der Bank zu legen. Das funktioniert aus einem formalen Grund nicht: § 551 BGB verlangt, dass die Kaution getrennt vom Vermögen des Vermieters angelegt wird und dem Vermieter als Sicherheit zur Verfügung steht. Erreicht wird das über eine Verpfändungserklärung — der Mieter verpfändet das Guthaben, die Bank vermerkt die Verpfändung und gibt das Konto erst frei, wenn beide Seiten zustimmen.

Genau diesen Vorgang unterstützen Tages- und Festgeldkonten der 1822direkt nicht. Ein Konto, über das der Mieter jederzeit allein verfügen kann, ist keine Mietsicherheit — der Vermieter hätte im Ernstfall keinen Zugriff. Wie die Verpfändung formal abläuft, erklärt Abtretungserklärung und Verpfändungserklärung.

Was die 1822direkt stattdessen anbietet

Die Bank verweist für die Mietkaution auf die Moneyfix Mietkaution der Deutschen Kautionskasse — ein von der Deutschen Kautionskasse AG vermitteltes Produkt der Allianz Versicherungs-AG. Der Ablauf:

  1. Antrag online über das Formular der Deutschen Kautionskasse stellen.
  2. Bonitätsprüfung; die Bearbeitung erfolgt laut Anbieter werktags innerhalb von 24 Stunden.
  3. Nach positiver Prüfung wird die Bürgschaftsurkunde ausgestellt und per Post zugeschickt.
  4. Der Mieter übergibt die Urkunde dem Vermieter — sie tritt an die Stelle der Barkaution.

Statt bis zu drei Nettokaltmieten zu hinterlegen, zahlt der Mieter also einen laufenden Jahresbeitrag. Das Kapital bleibt frei verfügbar — dafür ist der Beitrag verloren, es entsteht kein Guthaben, und am Ende des Mietverhältnisses gibt es nichts zurück.

Was es kostet — und warum der Bankweg teurer ist

Die 1822direkt nennt für die Moneyfix Mietkaution einen Jahresbeitrag von 5,5 % der Kautionssumme.

Jahresbeitrag: · Monatsbeitrag:

Beitragssatz 5,5 % laut Produktseite der 1822direkt.

Entscheidend ist die Einordnung: 5,5 % ist der höchste Beitragssatz, der uns bei den geprüften Bürgschaftsanbietern begegnet ist. Die Sätze im Bürgschaftsvergleich liegen zwischen 3,9 % und 5,0 % — die Deutsche Kautionskasse selbst ist dort mit 4,7 % erfasst. Für dasselbe Produkt, nur über einen anderen Vertriebsweg.

Bei 2.400 € Kaution und vier Jahren Mietdauer macht das:

WegJahresbeitragKosten über 4 Jahre
Moneyfix über 1822direkt (5,5 %)132 €528 €
Bürgschaft ab 3,9 % im Vergleich93,60 €374,40 €
Mietkautionskonto bei einer Bank0 € (Guthaben bleibt)0 € — plus Zinsen
Faustregel: Eine Bürgschaft lohnt sich, wenn das Geld für die Kaution gerade nicht verfügbar ist. Wer die Summe aufbringen kann, fährt mit einem verzinsten Kautionskonto günstiger — dort bleibt das Kapital erhalten und wird nach § 551 Abs. 3 BGB verzinst. Wie viel dabei zusammenkommt, zeigt der Mietkaution-Zinsrechner.

Welche Alternativen es gibt

Ein echtes Mietkautionskonto bei einer Bank, die es noch anbietet. Sparkassen, Volksbanken, die Targobank, die BBBank und einige andere führen das Produkt weiterhin. Der Anbietervergleich rechnet die Konditionen direkt für die eigene Kautionssumme durch.

Eine günstigere Bürgschaft. Wenn es eine Bürgschaft sein soll, lohnt der Blick auf die Anbieter mit niedrigerem Beitragssatz — der Mietkautionsbürgschaft-Vergleich stellt sie gegenüber.

Ein Mietkautionsdepot. Für längere Mietverhältnisse eine Option mit Renditechance, dafür mit Kursrisiko — Details unter Mietkautionsdepot.

Ratenzahlung nach § 551 Abs. 2 BGB. Der Mieter darf die Kaution in drei gleichen Monatsraten zahlen; die erste ist zu Mietbeginn fällig. Das löst das Liquiditätsproblem oft schon ohne laufende Kosten.

Mietkaution gesetzeskonform & ohne Aufwand verwalten

Digitale Treuhandkonten für Vermieter – gesetzeskonform & schnell eingerichtet

  • In 5 Minuten online eingerichtet – ohne Papierkram
  • 100 % gesetzeskonform gemäß § 551 BGB
  • Alle Mietkautionen zentral & übersichtlich verwalten
  • Sofort einsatzbereit – kein Banktermin nötig
  • Nach Mietende schnell & unkompliziert auflösen

✔ Europäischer Bankpartner · ✔ DSGVO-konform · ✔ Gesetzeskonform

Treuhandkonto jetzt einrichten

Häufige Fragen

Kann ich bei der 1822direkt ein Mietkautionskonto eröffnen?

Nein. Die 1822direkt führt kein Mietkautionskonto und kein Kautionssparbuch im Produktportfolio. Angeboten werden Tagesgeld und Festgeld — beides ist für eine Mietkaution nicht geeignet, weil die für § 551 BGB nötige Verpfändung zugunsten des Vermieters dort nicht vorgesehen ist.

Was bietet die 1822direkt stattdessen an?

Die Bank vermittelt die Moneyfix Mietkaution der Deutschen Kautionskasse — eine Mietkautionsbürgschaft, bei der die Allianz Versicherungs-AG als Risikoträger im Hintergrund steht. Statt Kapital zu hinterlegen, zahlt der Mieter einen laufenden Jahresbeitrag.

Was kostet die Mietkaution über die 1822direkt?

Die 1822direkt nennt einen Jahresbeitrag von 5,5 % der Kautionssumme. Bei 2.400 € Kaution sind das 132 € pro Jahr. Der Beitrag fällt für die gesamte Mietdauer an und wird nicht zurückgezahlt.

Ist die Bürgschaft über die Bank günstiger als direkt beim Anbieter?

Nein. 5,5 % liegt über den Beitragssätzen sämtlicher Anbieter in unserem Bürgschaftsvergleich, die zwischen 3,9 % und 5 % der Kautionssumme liegen. Dasselbe Produkt über einen anderen Vertriebsweg abzuschließen, kann günstiger sein — ein Vergleich lohnt sich.

Muss der Vermieter eine Bürgschaft statt einer Barkaution akzeptieren?

Nein. § 551 BGB gibt dem Mieter das Recht, die Kaution in drei Monatsraten zu zahlen, aber kein Recht auf eine bestimmte Sicherungsform. Die Bürgschaft setzt das Einverständnis des Vermieters voraus — das sollte vor Vertragsabschluss geklärt sein.

Quellen


Weiterführende Themen